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HoltecHellenthaler Unternehmen  baut das „Sägewerk der Zukunft“ in der Eifel

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Ein Portalkran bewegt sich in einem Schienensystem mit Brücke über den Holzplatz.

Die Firma Holtec setzt im Sägewerk der Zukunft auf elektrisch betriebene Portalkräne.

Das Unternehmen aus Hellenthal wurde für sein Konzept mit dem German Innovation Award ausgezeichnet. In Harperscheid wird es umgesetzt. 

Das „Sägewerk der Zukunft“ wird in der Eifel gebaut. Genauer gesagt: bei der Firma Holtec in Hellenthal-Blumenthal. Für sein Konzept wurde das Unternehmen jetzt in Berlin mit dem renommierten German Innovation Award ausgezeichnet – einem Preis, der für Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und hohen Praxisnutzen von innovativen technischen Entwicklungen verliehen wird.

Holtec stellt in Blumenthal mit rund 170 Mitarbeitern Produktionsanlagen für die holzverarbeitende Industrie her. „Wir machen alles vor der Säge“, erläutert Holtec-Geschäftsführer Alexander Gebele. Mit den Anlagen, die Holtec herstellt, wird das Rundholz unter anderem entrindet, gescannt und sortiert. Heute, so Gebele, sieht es auf einem Rundholz-Platz, wo diese Arbeiten verrichtet werden, meist wie folgt aus: Vier dieselbetriebene Bagger sind auf einem Areal von der Größe eines Fußballfeldes unterwegs, um das dort gelagerte Holz zu verarbeiten. „So ein Bagger verbraucht über 20 Liter Diesel in der Stunde“, erläutert Gebele.

Holtec ersetzt die Diesel-Bagger durch einen elektrischen Portalkran

Auf die Lebensdauer eines Rundholzplatzes von 20 bis 25 Jahren gerechnet entstehen Kosten im zweistelligen Millionenbereich – von den Auswirkungen auf Umwelt und Klima durch CO2-Emissionen ganz zu schweigen.

In Berlin wurde Holtec mit dem German Innovation Award ausgezeichnet.

Alexander Gebele (Geschäftsführer), Nicolas Scholzen (Elektrokonstruktion), und Jan Zimmer (Leiter Projektmanagement) nahmen den German Innovation Award für Holtec entgegen.

Anstatt auf die Diesel-Bagger setzt Holtec in seinem „Sägewerk der Zukunft“ auf einen elektrisch betriebenen Portalkran, der sich in einer Art Schienensystem mit Kranbrücke über den Holzplatz bewegt und von einem zentralen Steuerungsplatz aus ferngesteuert werden kann. Diese Remote-Steuerung habe man einmal auf einer Messe in Hannover demonstriert und von dort aus den Kran in einem Betrieb in Belgien gesteuert, berichtet Gebele – frei nach dem Motto „Kranführer im Home-Office“.

So weit, das räumt der Geschäftsführer ein, wird es heute oder morgen sicher nicht kommen – aber das Innovationspotenzial einer solchen technischen Neuerung, auch für die Arbeitsbedingungen und die Arbeitssicherheit, ist trotzdem klar erkennbar.

Flächenbedarf ist in dem neuen Konzept erheblich geringer

Ein weiterer Vorteil des neuen Systems besteht laut Holtec in dem viel geringeren Flächenbedarf. Die Bagger auf den klassischen Rundholzplätzen benötigen viel Platz zum Fahren und Rangieren. Etwa 40 Prozent der Fläche, so Holtec, werden allein für Verkehrswege genutzt. Mit dem neuen System reichen viel kleinere Areale aus – und es müssen auch viel weniger Flächen versiegelt werden.

Weitere Bausteine in Holtecs „Sägewerk der Zukunft“ sind ein digitales Holzplatz-Management und eine KI-gestützte Ablaufsteuerung. „Wir sind europaweit führend in dieser Technologie“, berichtet Geschäftsführer Gebele. Die Auszeichnung mit dem German Innovation Award „bestätigt unseren Anspruch, die Holzindustrie aktiv in Richtung Zukunft zu entwickeln“, so der Geschäftsführer weiter: „Wir wollen Technologien schaffen, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit miteinander verbinden.“

Firma Holtec aus Hellenthal hat schon einige Preise erhalten

Das Holtec-Konzept hat bereits vor der Verleihung des German Innovation Awards einige Preise erhalten: Es wurde im vergangenen Jahr mit dem „Innovationspreis Losgröße 1+“ ausgezeichnet und gehörte zu den Finalisten des Best of Industry Award 2025 in der Kategorie Nachhaltigkeit. Gewürdigt worden sei dabei der innovative Ansatz, Nachhaltigkeit, Automatisierung und Digitalisierung in der Holzlogistik konsequent miteinander zu verbinden, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Und weit entfernte „Zukunftsmusik“ ist das „Sägewerk der Zukunft“ auch nicht. Ein solches wird gerade errichtet – ebenfalls in der Eifel, bei Schleiden-Harperscheid. Holtec realisiert dort gemeinsam mit dem Unternehmen „Wood&Energy“ (IBH) einen hochmodernen Rundholzplatz mit zwei vollelektrischen Portalkran-Systemen mit intelligenter Steuerung und digital vernetzter Infrastruktur. Im Sommer, so Gebele, soll die Anlage voll in Betrieb gehen. Es handelt sich um ein „Leuchtturmprojekt für nachhaltige Holzlogistik“, so Holtec in der Pressemitteilung – und um eines der bedeutendsten Investitionsvorhaben der regionalen Holzindustrie.