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JugendarbeitHellenthaler Kirchengemeinde gründet einen Förderverein

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Kinder und Jugendliche stehen an einem Tisch mit Backutensilien, ein Bäcker ist rechts im Bild zu sehen.

Auch in der Backstube der Bäckerei Zimmer in Sistig kann kirchliche Jugendarbeit stattfinden, wie hier bei einer Brotbackaktion der Hellenthaler Konfirmanden im Jahr 2023.  

„KiJu26“ soll die Kinder- und Jugendarbeit in der Trinitatis-Kirchengemeinde fördern. Vor allem soll der Verein Finanzquellen erschließen. 

Der Deutsche sei ein Vereinsmeier, lautet ein weitverbreitetes Klischee. Doch manche Vereine haben einen anderen Hintergrund als Gesang oder Sport, Geselligkeit und Gemeinschaft. Fördervereine dienen vielfach Institutionen als Finanzierungsinstrument. Dies gilt auch für den Förderverein für die Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal.

Am Mittwoch, 14. Januar, 19 Uhr, wird die Gründungsversammlung von „KiJu26“, wie er etwas griffiger heißen soll, im Gemeindehaus in Hellenthal stattfinden. Der Vereinszweck soll sein, Fördermöglichkeiten zu akquirieren, die einer Kirchengemeinde üblicherweise nicht zugänglich sind. Vorbilder dafür gibt es reichlich, etwa der Förderverein für die Gemeinde Nettersheim oder der Förderverein, der explizit die evangelische Kirchengemeinde in Hellenthal unterstützt.

Auch in der evangelischen Kirche gehen die Einnahmen zurück

Die Idee, der Kinder- und Jugendarbeit der Protestanten in den Kommunen Kall, Schleiden und Hellenthal einen eigenen Förderverein zur Seite zu stellen, habe gleich mehrere Väter, erläuterte Pfarrer Oliver Joswig. Denn auch in der evangelischen Kirche gehen, wie bei den Katholiken, die Einnahmen aus Kirchensteuern massiv zurück. „Wir müssen sehen, wie wir aktiv bleiben können“, sagte Joswig. Denn an Geld sollten gute Ideen nicht scheitern. So habe er sich intensiv mit dem Thema Fundraising beschäftigt, also neue Finanzierungsquellen für die kirchlichen Kernaufgaben aufzutun.

Fördergelder gebe es überall. Doch zum einen gelte es, sie zu finden, zum anderen sei bei vielen Stiftungen die Förderung von Kirchengemeinden ausgeschlossen, sondern Vereinen vorbehalten. „Ich hatte einen konkreten Fall, in dem mir eine Stiftung auf einen Antrag geantwortet hat, dass sie das vorgestellte Projekt toll finde, es auch dem Stiftungszweck entspreche, sie aber leider eine Gemeinde nicht unterstützen dürfe“, berichtete der Pfarrer.

Viele Stiftungen schließen Kirchengemeinden aus

Ein Blick in eine andere Gemeinde im Kirchenkreis Aachen habe gezeigt, was noch möglich sei. „Die Evangelische Kirchengemeinde aus Kornelimünster/Zweifall hat ebenfalls einen Förderverein für die Jugendarbeit gegründet“, sagte Joswig. Dessen Zweck sei allerdings eher auf die Unterstützung der hauptamtlichen Arbeit in der Coronapandemie gerichtet gewesen. Doch einige Passagen aus der Satzung dieses Vereins hätten übernommen werden können. Auch aus der Satzung des Hellenthaler Fördervereins seien Teile verwendet worden.

„Den konnten wir aber nicht für die Jugendarbeit einsetzen, weil die nicht nur auf Hellenthal begrenzt ist, sondern sich in der gesamten Gemeinde abspielt“, erklärte der Pfarrer. Zum Beispiel treffe sich der Kinderkreis in Kall. Der Hellenthaler Förderverein beschränke sich aber laut Satzung auf Projekte in Hellenthal. Übrigens müsse niemand Angst haben, der die Gründungsversammlung besuchen wolle, dass er im Anschluss unversehens mit einem Vorstandsamt nach Hause gehe, kündigte Joswig mit einem Augenzwinkern an.

Was natürlich nicht heißt, dass jemand, der sich engagieren will, ausgeschlossen wird.
Pfarrer Oliver Joswig

Denn für die Posten im Vorstand gebe es bereits Personen, die diese übernehmen könnten. „Was natürlich nicht heißt, dass jemand, der sich engagieren will, ausgeschlossen wird“, betonte er. Seiner Meinung nach ist es wichtig, dass bei einer Gründungsversammlung im Vorfeld gesichert sei, dass diese auch erfolgreich sei. Der Interessentenkreis für eine Mitgliedschaft umfasse etwa Eltern von Konfirmanden, aber auch viele andere Menschen, die sich der Gemeinde verbunden fühlten.

Er habe auch von älteren Gemeindemitgliedern gehört, dass diese den Verein unterstützen möchten. Die Möglichkeiten, den Verein zu nutzen, seien vielfältig. Dabei gehe es zum Beispiel auch um Veranstaltungen wie den Rave-Gottesdienst, der vor zwei Wochen in der Kirche in Hellenthal stattfand. Wichtig sei aber vor allem, was die Kinder und Jugendlichen an Ideen hätten. „Ich bin zuversichtlich, dass da noch einiges kommen wird“, so der Pfarrer.

Auch die Unterstützung von Jugendfreizeiten sei ein möglicher Vereinszweck. Es gebe unter anderem den Auftakt der Konfirmandenfreizeiten, der traditionell im Klettergarten der Jugendherberge Hellenthal stattfindet. Der werde über den Haushalt der Kirchengemeinde finanziert und sei dort auch eingestellt. „Es geht auch um eine Entlastung des regulären Haushaltes plus die Finanzierung von anderen Dingen, die sonst nicht möglich wären“, führte Joswig aus.