Die Nationalparkverwaltung Eifel hat zum Internationalen Tag des Artenschutzes Bilanz gezogen. Das Gebiet ist ein wertvoller Rückzugsraum.
NaturDer Nationalpark Eifel ist Heimat für mehr als 11.400 Tier- und Pflanzenarten

Forschende haben im Rahmen eines bundesweiten Projekts Fotofallen und Audio-Aufzeichnungsgeräte im Nationalpark installiert, um die Wildtierbestände zu erfassen.
Copyright: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke
Zum Internationalen Tag des Artenschutzes am 3. März hat die Nationalparkverwaltung Eifel eine positive Bilanz gezogen: Über 11.400 Arten wurden mittlerweile im einzigen Nationalpark des Landes Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, darunter mehr als 2600 Arten der Roten Liste. „Auf dem Großteil der Fläche findet die Natur bereits in ihre natürlichen Kreisläufe zurück nach dem für deutsche Nationalparke bekannten Motto ,Natur Natur sein lassen'“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Nationalparks.
In den sogenannten Naturdynamikzonen entstehe jedoch erst noch die Wildnis von morgen. „Daneben sichern gezielte Pflegemaßnahmen in sensiblen Bereichen wertvolle Rückzugsräume für weitere seltene Arten und führen Bereiche, die stark vom Menschen beeinflusst wurden, wieder in naturnahe Lebensräume zurück“, so die Nationalparkverwaltung weiter.
Der scheue Schwarzstorch lebt in der Eifel
„Der Tag des Artenschutzes erinnert uns daran, dass wir Teil eines komplexen Netzwerks sind“, sagt Dr. Christa Lang, Leiterin des Fachgebietes Forschung und Dokumentation in der Nationalparkverwaltung: „Hier im Nationalpark Eifel geben wir der Natur den Raum, sich nach ihren eigenen Gesetzen zu entfalten.“
Alles zum Thema Ausflug NRW
- Natur Der Nationalpark Eifel ist Heimat für mehr als 11.400 Tier- und Pflanzenarten
- Sport für alle NRW startet Inklusions-Offensive zur Olympia-Bewerbung
- Wetteraussichten Sonniges Frühlingswetter in NRW setzt sich fort
- Outdoor-Abenteuer Sport mit Hund: Von Geocaching bis Kanutour
- Autobahn-Ausbau A1 im Münsterland am Wochenende gesperrt
- Lebensmittelwarnung Gewürzhändler Ankerkraut ruft einzelne Produkte zurück
- Rheinland und Westfalen-Lippe Leichter Rückgang bei Klassenfahrten in NRW-Jugendherbergen
Besonders hervorzuheben seien dabei die Erfolge bei den Leittierarten des Nationalparks. Durch die zunehmende Überführung ehemaliger Wirtschaftswälder in naturnahe Lebensräume helfe man hoch spezialisierten Arten, wieder ein Zuhause zu finden.

Die seltene Bechsteinfledermaus hat im Nationalpark Eifel eine Wochenstubenkolonie gegründet.
Copyright: M. Koch/Nationalpark Eifel
So zum Beispiel bei Schwarzstorch und Bechsteinfledermaus: Im vergangenen Jahr konnten demnach Brutpaare des scheuen Schwarzstorchs und die erste Wochenstubenkolonie der Bechsteinfledermaus mit mindestens 34 Tieren nachgewiesen werden. Auch für die Wildkatze bleibe der Nationalpark Eifel ein zentraler Baustein für die größte zusammenhängende Wildkatzenpopulation Mitteleuropas.
Um die Vielfalt der Arten noch besser zu verstehen, setze der Nationalpark dabei verstärkt auf Innovation. Im Rahmen des Projekts „KI-Nationalpark“ unterstützen automatisierte Audiosensoren, Fotofallen und KI-gestützte Auswertungssysteme die Forschenden dabei, Bestände von Wildtieren zu erfassen, ohne die Tiere dabei in ihrem natürlichen Verhalten zu stören.
KI-gestützte Auswertungssysteme helfen den Forschenden
„Neue Arten haben wir dabei bislang zwar noch nicht entdeckt, allerdings steht die detaillierte Auswertung des Foto- und Audiomaterials noch aus“, berichtet Dr. Christa Lang. Der große Vorteil dieses wichtigen Forschungsprojektes sei es, dass es gleichzeitig in 15 deutschen Großschutzgebieten stattfinde und damit eine Vielzahl an vergleichbaren Daten liefere.
Auf die Ergebnisse sind die Forschenden aus dem Team des Nationalparks Eifel gespannt. „Ich würde mir auch ein ähnliches Projekt in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus den belgischen Schutzgebieten im Hohen Venn und den Ardennen wünschen“, so Lang weiter: „Es gibt keinen Zaun um das Nationalparkgebiet – Wanderungen von Arten finden in beide Richtungen statt.“
Mit der geplanten Erweiterung des Nationalparks um rund 750 Hektar Landeswaldflächen werde das Schutzgebiet einen weiteren Meilenstein für den Artenschutz in NRW setzen, heißt es von der Nationalparkverwaltung.
Und im Rahmen der Wildnis-Initiative des Landes soll eine weitere landeseigene Fläche mit einer Größe von rund 70 Hektar nördlich des Nationalparks bei Zerkall als Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen werden: Diese könne einen weiteren Wildnis-Trittstein in der Region bilden – und neuen Arten die Wanderung in den Nationalpark ermöglichen.

