Einige Händler und Besucher hatten den Eindruck, dass weniger los war als in den Vorjahren bei der Frühjahrsschau in Kall. Andere waren durchaus zufrieden.
Frühjahrsschau in KallNicht alle Besucher und Händler waren zufrieden

Torsten Krieg (M.) und Michael Hamer informierten die Besucherinnen und Besucher über elektrotechnische Lösungen in Haus und Hof.
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Von den Unbilden des Wetters am vergangenen Wochenende blieb die Frühjahrsschau weitestgehend verschont. Bei ruhigem und trockenem Frühlingswetter konnten die Besucher die Auslagen studieren, die Händler und Aussteller für sie vorbereitet hatten. Dabei teilte sich die Schau wie auch schon in früheren Jahren in zwei Bereiche: Neben der Bahnhofstraße im Ortskern war auch der Siemensring im Gewerbegebiet für den Autoverkehr gesperrt und Fußgängern vorbehalten.
Erst seit vergangenem Jahr, also seit Ende der Bauarbeiten nach der Flutkatastrophe, ist der Bereich um den Bahnhof wieder Schauplatz für die Messen, die zweimal im Jahr veranstaltet werden. Während früher die beiden Schauplätze miteinander vernetzt und zum Beispiel durch einen Shuttle-Service verbunden waren, lief das Geschehen an beiden Orten diesmal eher nebeneinander her.
Zwei Teams teilten sich die Organisation
Eine klare Aufgabentrennung, wie das bei den früheren Veranstaltungen der Fall war, als der Ortskern mehr Trödelmarkt für Privatleute war, während sich die kommerziellen Anbieter am Siemensring mit ihren Angeboten aufstellten, war nicht zu erkennen. Vielleicht auch, weil zwei Orga-Teams sich um die Durchführung der Veranstaltung kümmerten: Am Siemensring war das Mediahuis Aachen der Ansprechpartner, an der Bahnhofstraße war es die Firma X-Projekt Management aus Mechernich von Thomas Ley.

Immer noch der Renner bei Sonja Walter: die speziellen Bambusröhren, die besonders für Wildbienen geeignet sind..
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„Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung, vor allem, weil auch das Wetter gehalten hat“, sagte Ley. Zwar hätten einige Anbieter ihr Kommen kurzfristig abgesagt, doch auch so seien noch rund 30 Aussteller gekommen. Darunter Privatleute, aber auch Trödelhändler und auch die „Omas gegen Rechts“, die einen Stand auf der Bahnhofstraße hatten.
Zwei Hüpfburgen standen auf dem Bahnhofsvorplatz, wo unter anderem auch eine Tombola, Essensstände und eine Fotobox aufgebaut war. Auch der Tätowierer Jochen Bierbass aus Mechernich, der live auf der Straße seine Tattoos gestaltete, zeigte sich zufrieden. „Man kommt mit den Menschen ins Gespräch, es macht viel Spaß“, sagte er. Eine neue Erfahrung sei es für ihn aber nicht, live vor Publikum zu tätowieren, da er das auch bei „Rock am Ring“ mache.
Man kommt mit den Menschen ins Gespräch, es macht viel Spaß
Zufrieden war Torsten Krieg, der seine Dienstleistungen als Elektrotechniker vorstellte. „Es sind nicht so viele Menschen, aber die, die hier sind, sind sehr interessiert“, sagte er. Es sei eine angenehme Veranstaltung, resümierte er am frühen Nachmittag. Weniger angetan war Bernd Walter, der seinen Stand mit Imkerprodukten am Siemensring aufgebaut hatte. „Ich habe den Eindruck, es sind weniger Leute hier“, stellte er fest. Es hätten sich Kunden wie auch Händler negativ geäußert. Stolz war dagegen seine Frau.
Auf dem Siemensring gab es vieles zu entdecken
Denn das Produkt, das sie ersonnen hat und bereits seit Jahren vertreibt, sei mittlerweile von den Fachleuten anerkannt, sagte sie. Die Bambusröhren, die sie in China anfertigen lässt, damit sie als Nistmaterial für Wildbienen in Insektenhotels verwendet werden können, seien von dem Insektologen Dr. Paul Westrich in seinem neuen Buch empfohlen worden, berichtete sie begeistert. „Mittlerweile haben sich die Röhren etabliert“, sagte sie.
Imbissstände und Naturkosmetik, Olivenöl und Minibagger und zwischendrin mehrere Autohändler, die ihr Sortiment vorstellten: Es gab so einiges zu entdecken auf dem Siemensring. Und so gab es auch immer wieder Zeiten, wo es auf dem Gang zwischen den Ständen eng wurde. Doch nicht alle sahen das so. „Ich finde es sehr verhalten“, sagte eine Frau aus Marmagen. Sie komme jedes Jahr und habe den Eindruck, das Angebot sei kleiner.
Anita Hermanns aus Kall war da anderer Meinung. „Ich finde, es ist mehr los als letztes Jahr“, sagte sie. Es sei toll, das Kall belebt werde. „Wenn so etwas angeboten wird, dann soll man auch hingehen“, sagte ihre Schwester Andrea Linzenich aus Gemünd, mit der sie unterwegs war. Allerdings seien sie bisher erst am Siemensring unterwegs gewesen, auf die Bahnhofstraße gingen sie noch.
