Rund 250 Teilnehmer gingen beim Benefiz-Event „Cycling4Hope“ im Gemünder Kursaal an den Start. Gesammelt wird für die „Vor-Tour der Hoffnung“.
„Cycling4Hope“Beim Benefiz-Event in Gemünd radelten einige in Taucheranzügen

Als Trainingseinheit nutzten die DLRG-Aktiven Tobias van Bonn, Svenja Fischernich und Deniz Kloster (v.l.) das Benefiz-Cycling.
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Der Kursaal in Gemünd hat schon viel erlebt, doch das dürfte ein Novum gewesen sein. Denn statt Kaffee oder Kaltgetränken flossen Schweiß und Fitnessdrinks. Wie der Trainingsraum eines Fitnessstudios mit jeder Menge Indoor-Bikes wirkte der Raum beim Benefiz-Event Cycling4Hope. Schwitzen für den guten Zweck war angesagt. So wurde nicht nur der Körper fitgemacht, sondern auch diejenigen unterstützt, die die Hilfe der Gesellschaft benötigen.
Organisiert hatten das Event Ellen und Frank Poschen. Sie haben den Kreis Euskirchen als Kümmerer-Region Nordeifel im Rahmen der „Vor-Tor der Hoffnung“ etabliert. Zur zweiten Auflage der Veranstaltung gab es gleich einen Standortwechsel. „Wir waren im vergangenen Jahr im Aktivpark in Kall, doch der wird in diesem Jahr umgebaut, weswegen wir uns nach einem neuen Veranstaltungsort umsehen mussten“, sagte Frank Poschen.
Ehrenamtliche desinfizierten die Räder und versorgten die Sportler
Durch seine Bekanntschaft zu Bernhard Sommer aus Waldbreitbach, dem Vorsitzenden der „Vor-Tour“, ist das Engagement entstanden. „Wir kennen aus dem Kölner Karneval“, so Poschen. Der Kölsche Klüngel zeigt hier seine karitative Seite. Denn als Poschen das erste Mal bei der Vor-Tour mitfuhr, sei dies voller berührender Momente gewesen. Was er und seine Frau Ellen dort erlebt hätten, habe ihn begeistert und motiviert, selbst Benefizveranstaltungen zu organisieren.

Die Resonanz freute Bernhard Sommer (v.l.), Ellen und Frank Poschen und Ingo Pfennings.
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50 Trainingsräder kamen bei „Cycling4Hope“ im Kursaal in Gemünd zum Einsatz. Jeder der 250 Teilnehmer zahlte ein Sattelgeld, das als Spende an die „Vor-Tour der Hoffnung“ geht.
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„Wir waren in der Pfalz und haben das Kinderhospiz Sterntaler besucht“, berichtete er: „Wenn man das gesehen hat, weiß man, wofür man seine Freizeit opfert.“ Und warum man auch andere animiert, mitzuhelfen. Denn viele Ehrenamtliche sorgten dafür, dass die Veranstaltung reibungslos ablaufen konnte. Sie desinfizierten die Räder, versorgten die Sportler mit Getränken oder traten als Presenter auf der Bühne in die Pedale und sorgten bei dröhnender Musik dafür, dass Fitnesscenteratmosphäre aufkam.
50 Räder standen bereit für die Sportler, die pro Stunde ein Sattelgeld von 15 Euro zahlten. Bei 250 Teilnehmern war das noch kein bedeutendes Spendenaufkommen. Doch die Veranstaltung sei nur der Aufhänger, um in der Region Spenden zu akquirieren, teilte Frank Poschen mit: „Am Ende wird es ein fünfstelliger Eurobetrag werden.“
Einsatzkräfte nutzten das Spinningevent als Trainingseinheit
Viele Organisationen unterstützten das Projekt. Zum Beispiel die DLRG, deren Einsatzkräfte das Spinningevent als Trainingseinheit nutzten. Deniz Kloster, Taucher bei der Wasserrettung, trat sogar in voller Montur mit Schutzbrille und Sauerstoffflasche in die Pedale.
Auch von der Polizei kamen mehrere Beamte, die spenden und ihre Fitness steigern wollten. Caroline Hein von der Wache in Schleiden etwa, die Cycling alleine langweilig findet. Außerdem zählt das Event zum Wettbewerb „Kreis in Bewegung“, ein Umstand, auf den Christian Schmid aus der Leitstelle in Euskirchen hinwies.
Wettbewerbe und Benefizveranstaltungen sind für die Polizei ohnehin nicht so ungewöhnlich. Das bewies Kerstin Wurring aus Bonn, die als Presenter mitmachte. Sie ist auch bei „Bluelights for Charity“ aktiv, die eigene Events organisieren. Längst nicht nur Teams und Organisationen waren dabei. Aus Nettersheim war Michelle Hoss gekommen. „Normalerweise cycle ich im Fitnessstudio.“ Eine Arbeitskollegin habe sie darauf gebracht, das Training mal in Gemünd zu absolvieren.
Die Aktion gibt es seit 30 Jahren
„Vor-Tour der Hoffnung“ ist eine Hilfsaktion, die 1996 von Jürgen Grünwald, damals Verkehrsdirektor in Bad Neuenahr-Ahrweiler, ins Leben gerufen wurde. Er hatte die Idee, mit seinem Freund Gregor Waldorf nach Gießen zu fahren, wo in jenem Jahr die „Tour der Hoffnung“ startete. Diese jährliche Spendenradtour zugunsten krebskranker Kinder und Jugendlicher gibt es seit 1983. Ähnlich entwickelte sich die Vor-Tour.
Rund 150 Radfahrer sind dann unterwegs, um einige der von den Spendengeldern geförderten Institutionen und Einrichtungen zu besuchen. Der Großteil der Spenden wird von lokalen Kümmerern akquiriert, die, wie Ellen und Frank Poschen in der Nordeifel, in ihren jeweiligen Regionen Benefizveranstaltungen organisieren und zu Spenden für die Organisation aufrufen. 2025 kamen dabei bundesweit 777.000 Euro zusammen, mit denen 56 Institutionen unterstützt wurden.
