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Bachläufe werden saniertGemeinde Kall will das Risiko von Überflutungen reduzieren

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Ein Bagger arbeitet mit seiner Schaufel in einem Bachbett, in dem viele größere Schottersteine liegen.

Mit einem Bagger werden die Uferböschungen am Kallbach wiederhergestellt und mit Steinen befestigt.

Um den Wasserabfluss zu verbessern, saniert die Gemeinde Kall einige ihrer Bäche. Die Arbeiten am Kallbach sollen bis September beendet sein.

Allein rund 40 Maßnahmen sind im Wiederaufbauplan der Gemeinde Kall im Bereich Sanierung und Wiederherstellung von Gewässern vorgesehen. Aktuell stehen die Arbeiten an Kall- und Golbach, mit denen 2024 begonnen worden war, kurz vor dem Abschluss. Für die 3,7 Kilometer langen Abschnitte sind Wiederaufbaumittel von 1,7 Millionen Euro eingeplant.

Durch die Flutkatastrophe vom Juli 2021 waren an zahlreichen Bächen in der Gemeinde zum Teil große Schäden entstanden. Die Sanierungsarbeiten an den beschädigten Bachläufen hatten 2023 mit einem knapp eineinhalb Kilometer langen Abschnitt des Gillesbachs in Urft begonnen. Ende 2024 ging es weiter mit jeweils zwei Abschnitten von Kall- und Golbach.

„Das Projekt am Kallbach ist im Abschnitt zwischen der Kallbachstraße und der Brücke an der Hindenburgstraße bis auf wenige Restarbeiten grundsätzlich fertiggestellt. Der Abschnitt von der Brücke Hindenburgstraße bis zur Einmündung in die Urft nahe der Brücke Weiherbenden muss noch saniert werden“, erklärt Nicolas Pütz, bei der Gemeinde zuständig für das Vergabewesen und die kommunale Infrastruktur. Ein Vorteil ist, dass der Bach seit Wochen ausgetrocknet ist. Bis Ende September soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Wasserabfluss der Bäche soll verbessert werden

„Die größeren Gewässer Urft, Kall- und Golbach sowie der Gillesbach waren zuvor in Abschnitte unterteilt worden“, sagt Pütz. Im Rahmen der Arbeiten soll bei der Flut angeschwemmtes Material beseitigt, die Böschungen entlang der Gewässer mit bis zu drei Tonnen schweren Wasserbausteinen gesichert, die Bachsohle mit Sohlsteinen wiederhergestellt und das Bachprofil teilweise verbreitert und nachprofiliert werden. „Damit soll der Wasserabfluss verbessert und das Risiko einer Überflutung der anliegenden Grundstücke durch zurückstauendes Wasser verringert werden“, erläutert Pütz.

Ein junger Mann steht neben einem ausgetrockneten Bachbett.

Nicolas Pütz kümmert sich um die Sanierung und Wiederherstellung der Gewässer in der Gemeinde Kall.

Blick auf eine mit Steinen befestigte Böschung eines Bachbetts.

Im Bereich des Berufskollegs Eifel sind die Arbeiten am Kallbach abgeschlossen und die Böschungen wiederhergestellt.

„Insbesondere in den Außenbereichen sollen aber der natürliche Gewässerverlauf und die Uferbereiche am Gewässer grundsätzlich erhalten bleiben.“ Deshalb sei teilweise auch auf geplante Sanierungsmaßnahmen im Außenbereich nach eingehender Prüfung verzichtet worden. „Das ist zum Beispiel an der Urft zwischen Kall und Anstois und am Kallbach zwischen Kall und Golbach der Fall“, sagt der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.

Nur wenig Platz für die Arbeiten

Ein Problem bei den Arbeiten sei oft die Zufahrt zu den Gewässern mit größeren Baumaschinen, zudem die Arbeiten im beengten Bachbereich. „Der Baufortschritt ist sehr witterungsabhängig. Starke Niederschläge und viel Wasser im Gewässer verzögern die Arbeiten“, so Pütz. Trockenheit sorge für eine große Staubentwicklung. „Wir wissen, dass die Arbeiten eine große Belastung für die Anwohner sind, und bitten um Verständnis und Geduld“, betonte der Verwaltungsmitarbeiter.

Weiter gehen sollen die Arbeiten dann am Bleibach in Scheven und an der Urft zwischen Sötenich und Kall. „Das Projekt an der Urft ist mit dem Kreis Euskirchen und dem Wasserverband Eifel-Rur abgestimmt“, so Pütz. Kleinere Maßnahmen wie Böschungssicherungen seien zudem in Außenbereichen geplant.

Grundsätzlich weniger priorisiert sind nach Angaben von Pütz kleinere Gewässer und Vorfluter im Gemeindegebiet wie der Rotzbach nahe Frohnrath oder der Salbersbach bei Sistig sowie Gewässer, die komplett im Außenbereich liegen.