Die Planung für das neue Schwimmbad und die Turnhalle in der Auelstraße soll Ende Februar vergeben werden. Die Fertigstellung ist Mitte 2029 geplant.
Schwimmer brauchen GeduldBad und Turnhalle in Kall sollen erst Mitte 2029 fertig sein

Das alte Schwimmbad soll abgerissen und die Fläche für den Urftauenpark genutzt werden.
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„Es gibt laufend Nachfragen aus der Bevölkerung, wann man in Kall endlich wieder schwimmen kann“, erklärt Bürgermeister Emmanuel Kunz. Doch bis es so weit ist, wird es noch etwas dauern. Die Verwaltung geht aktuell davon aus, dass der geplante Kombibau aus Hallenbad und Turnhalle erst Mitte 2029 fertiggestellt ist. Das alte Schwimmbad soll abgerissen und die Fläche für den Urftauenpark verwendet werden.
Die Gemeinde wollte das alte Schwimmbad ursprünglich schon vor der Flut mit einem Zuschuss von 1,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) energetisch sanieren und die Technik erneuern. Dazu kam es aber nicht mehr, weil das Bad bei der Katastrophe im Juli 2021 schwer beschädigt worden war und Schlammwasser den Keller und das Schwimmbecken überflutet hatte. Für weitere Zerstörungen sorgten Einbrecher im August 2022. Ähnlich erging es der Turnhalle, die nach der Flut durch einen Brand Ende Juni 2023 zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Gemeinde musste schließlich auf die Fördermittel verzichten
Weil der geplante Zeitrahmen für die Modernisierung des Bades – die Arbeiten hätten bis Ende 2023 abgeschlossen sein müssen – nicht einzuhalten war, musste die Gemeinde schließlich auf die Fördermittel verzichten.

Einbrecher waren 2022 in das alte Schwimmbad eingedrungen und hatten es verwüstet.
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Im März 2023 entschied der Entwicklungsausschuss, dass die Kosten für mehrere Varianten geprüft werden sollten: Dazu gehörten eine Sanierung, ein Neubau an anderer Stelle und der Bau eines Lehrschwimmbeckens anstelle eines 25-Meter-Beckens. FDP und Grüne setzten sich dafür ein, dass für das Bad auch andere Standorte geprüft werden sollten. SPD, CDU und der damalige Bürgermeister Hermann-Josef Esser favorisierten einen Wiederaufbau am bisherigen Standort am Hammerwerk.
Im Oktober brachte Esser dann überraschend eine Kombilösung und damit auch einen anderen Standort in der Auelstraße ins Spiel. Er begründete dies mit dem Brand und der starken Rauchentwicklung, die dafür gesorgt habe, dass sich der Ruß überall im Putz festgesetzt habe. Deshalb sei ein Neubau wirtschaftlicher als eine Sanierung. Sinnvoller sei es, die Turnhalle und das Bad an einer Stelle zu bündeln und Synergien beispielsweise bei der Heizungsanlage für beide Einrichtungen zu nutzen.
Altes Gebäude muss für Hochwasserschutz weichen
Außerdem sei nach der Flut die Planung für den Urftauenpark überarbeitet worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass das alte Schwimmbad ein Problem für den Hochwasserschutz des geplanten Parks und des benachbarten Wohngebiets darstelle.

Auf dem Gelände in der Auelstraße, wo noch die alte Turnhalle steht, sollen die beiden Neubauten entstehen.
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Ende Mai 2024 hatten dann die Planer von der soluto plan GmbH aus Koblenz eine Machbarkeitsstudie mit dem Ergebnis vorgelegt, dass auf dem Gelände der früheren Grundschule an der Auelstraße in Kall ausreichend Platz für eine Turnhalle und ein Schwimmbad ist.
Drei Architekturbüros sind in der engeren Auswahl
Danach sollte das Hallenbad ein 25-Meter-Becken erhalten und ungefähr an der Stelle der alten Turnhalle errichtet werden. Die Turnhalle sollte etwas größer werden als die alte. Die Kosten bezifferte der Planer auf rund 6,2 Millionen für das Bad und 3,5 Millionen Euro für die Turnhalle. Die Verwaltung hatte aber betont, dass es sich um eine Machbarkeitsstudie und nicht um Vorplanung mit genauer Kostenschätzung handele. Die beiden Neubauten sollen ganz oder teilweise im Rahmen des Wiederaufbaus finanziert werden.
Aktuell gibt es nach Angaben von Kunz drei Architekturbüros, die in der engeren Wahl sind. Eins soll in Kürze den Planungsauftrag erhalten. Ende Januar sollen sich dann Büros vorstellen, die die Statik berechnen und die technische Ausrüstung planen. Wenn dann Ende Februar die Büros feststehen, könne mit der Planung begonnen werden. „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Planungsphase ungefähr ein Jahr dauert und wir im Frühjahr/Sommer 2027 mit dem Bau beginnen können“, teilt Christoph Graf vom Bauamt mit. Aufgrund der Komplexität werde die Bauphase rund zwei Jahre dauern. Hallenbad und Turnhalle könnten also nicht vor Mitte 2029 fertiggestellt sein.
„Die Nachfrage ist groß. Die Kurse in dem Schwimmcontainer, der zurzeit an der Grundschule in Kall steht, sind fast komplett ausgebucht“, sagte Bürgermeister Kunz. Auch für die Turnhalle gebe es einen Bedarf: „Die Rückmeldungen der Sportvereine sind eindeutig.“ Seit der Flut steht für Sportler nur die Turnhalle der Grundschule zur Verfügung.

