Die IHK Trier wirft dem BUND vor, mit der Verfassungsbeschwerde gegen das Leipziger Urteil das Projekt zu verzögern.
Klage gegen Weiterbau der A1IHK fordert BUND zum Verzicht auf A1-Verfassungsbeschwerde auf

Ab Tondorf fehlen 25 Kilometer.
Copyright: Thorsten Wirtz
Der geplante Weiterbau der A1 in der rheinland-pfälzischen Eifel erhitzt weiter die Gemüter: Wie bereits berichtet, hatte der Landesverband Rheinland-Pfalz des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig eingelegt. Das Gericht hatte im vergangenen Jahr eine Klage der Umweltschützer gegen den Bau des zehn Kilometer langen Abschnitts zwischen den Anschlussstellen Kelberg und Adenau abgewiesen. Den Gang vors Bundesverfassungsgericht hat jetzt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier ungewöhnlich deutlich in einem offenen Brief an die BUND-Landesvorsitzende Sabine Yacoub kritisiert.
Offener Brief: IHK Trier stellt Verhältnismäßigkeit infrage
Rechtsmittel in Anspruch nehmen zu können, bedeute nicht zwangsläufig, „dass es auch verantwortungsvoll ist, jede juristische Möglichkeit bis zum Äußersten auszuschöpfen“, heißt es in dem Brief: „Wie viele Instanzen, wie viele weitere Jahre und wie viele zusätzliche Belastungen für die Menschen in unserer Region sollen noch folgen?“, fragt die IHK in dem Schreiben.
Unterstützung in der Sache kommt auch aus Nordrhein-Westfalen. Auf Anfrage dieser Redaktion äußerte sich am Donnerstag Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, zum Thema A1. „Wir teilen die Haltung unserer Trierer Kollegen uneingeschränkt. Seit dem Baubeginn ab Erfttal im Jahr 1970 warten unsere Unternehmen und die Menschen in der Region nun seit über einem halben Jahrhundert auf die letzten 25 Kilometer ab Blankenheim“, so der IHK-Chef: „Wer die Eifelverkehre und die belasteten Ortsdurchfahrten wirksam entlasten will, muss diese Lücke endlich schließen, statt das Projekt mit immer neuen juristischen Schleifen weiter zu blockieren.“
Der gesamte A1-Lückenschluss umfasst die rund 25 Kilometer lange Strecke von der Anschlussstelle Blankenheim bei Tondorf bis nach Kelberg (Landkreis Vulkaneifel). Der Bau ist in drei Abschnitte unterteilt. Nur für den südlichsten Teil von Kelberg bis Adenau besteht aktuell Baurecht. Die Planung für die beiden anderen Teilstücke von Adenau nach Lommersdorf und von dort nach Blankenheim ist noch nicht abgeschlossen. Die Autobahn GmbH beziffert die Gesamtkosten für das Projekt auf derzeit rund 1,14 Milliarden Euro. (thw)
