Euskirchen – Schwere Verletzungen nach Verkehrs-, Arbeits- oder häuslichen Unfällen sind die häufigste Todesursache bei Menschen unter 45 Jahren. Die Chancen, einen solchen Unfall zu überleben, sind maßgeblich von der Qualität und Schnelligkeit der medizinischen Versorgung abhängig.
Insbesondere im ländlichen Raum mit langen, oftmals schwierigen Transportwegen ist die optimale und schnelle Versorgung der Unfallopfer notwendig, da die meisten Todesopfer innerhalb der ersten Stunde zu beklagen sind.
Von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) wurde 2008 das Projekt Traumanetzwerk DGU initiiert. Dies dient der Verbesserung der Prozess- und Strukturqualität durch eine zertifizierte Vernetzung geprüfter Krankenhäuser in einer Region. Mit eingebunden sind Rettungsdienste, Ärzte, Replantationszentren oder Kliniken zur Behandlung spezieller Unfallfolgen wie schweren Brand- und Rückenmarkverletzungen.
Für den Kreis Euskirchen wurde erneut das Marien-Hospital erfolgreich als regionales Traumazentrum zertifiziert. Das Krankenhaus ist im Traumanetzwerk „Rettungsring Bonn/Rhein-Sieg“ eingebunden, wobei die Universitätsklinik Bonn als überregionales Traumazentrum fungiert.
Die Versorgung von Schwerstverletzten im Kreis Euskirchen erfordert die Verfügbarkeit von modern eingerichteten Notaufnahmen und Intensivstationen sowie die Einsatzbereitschaft von qualifiziertem Personal, erfahrenen Notärzten, spezialisierten Operateuren – rund um die Uhr. „Wir wollen jedem Schwerstverletzten die bestmögliche Akutversorgung gewährleisten“, so Dr. Ilja Windrath, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marien-Hospital. „Die Einlieferung in ein geeignetes Krankenhaus soll innerhalb von 30 Minuten erfolgen. Kurze Informationswege zwischen allen Beteiligten, per Handy oder auch durch Konferenzschaltung im Internet können die Befundvermittlung deutlich beschleunigen. Lebenserhaltende Maßnahmen können so zeitnah eingeleitet werden.“
Im Falle des Marien-Hospitals Euskirchen erfolgte nun die Rezertifizierung, da hier die besondere personelle Ausstattung mit mehreren Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie vorliegt. „In Kombination mit einer hervorragenden technisch apparativen Ausrüstung führte dies zur Anerkennung als regionales Traumazentrum“, so Windrath.
Nach dem Wechsel auf dem Chefarzt-Posten vor einigen Jahren wurde die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung in der Struktur der Polytraumaversorgung in der Beurteilung hervorgehoben und gelobt. „Auch wurde auf die hohe Motivation sämtlicher Mitarbeiter, die an der Schwerverletzten-Versorgung teilnehmen, ausdrücklich hingewiesen“, freute sich der Chefarzt. (hn)