WM-Viererkette der Redaktion: Landrat Markus Ramers hat ein Frühstücksritual, Uwe Stark bewertet die Schiedsrichterleistungen.
Euskirchener Viererkette zur WMMessi begeistert Landrat Markus Ramers, 80-Euro-Waldi in Sistig

Die WM-Euphorie ist nach der Niederlage der deutschen Mannschaft ein bisschen abgekühlt.
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Als Gruppensieger hat die deutsche Nationalmannschaft die Vorrunde überstanden, sich aber sowohl beim 2:1-Sieg über die Elfenbeinküste als auch bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador nicht mit Ruhm bekleckert. Am Montag geht es weiter, mit großer Wahrscheinlichkeit gegen Paraguay.
Doch zuvor widmet sich die WM-Viererkette der Lokalredaktion dem Geschehen in den USA, Kanada und Mexiko. Diesmal mit dabei: Landrat und FC-Fan Markus Ramers sowie Uwe Stark, „Oberschiedsrichter“ im Fußballkreis Euskirchen.
Der Schuldige fürs 1:2 gegen Ecuador war schnell gefunden: der Rasen
Tom Steinicke: Wie schnell willst du die WM-Euphorie kaputtspielen? Das 1:2 gegen Ecuador war nicht nur nicht schön anzuschauen, es war auch einfach schlecht. Körperspannung, Einsatz, Siegeswille? Deutschland war in jedem Punkt unterlegen. Und was wird als ein Grund für die schlechte Leistung angebracht? Der Rasen!
Es ist schön zu sehen, dass Profis nicht anders sind als Kreisliga-Fußballer. Vielleicht lag es aber auch am Ball. Nee – das wäre ja eine schnell gefundene Ausrede. Also ist es der Rasen. Diesmal nicht zu hoch, sondern zu stumpf. Das sind echte Probleme. Die Tasten auf meinem Computer sind gerade eher rutschig, weil sich mit Sonnencreme-Fingern nicht gut tippen lässt. Aber lasse ich das als Ausrede gelten?
Die Trinkpause hat endlich einen Sinn
Dabei wäre ein Sieg doch so schön gewesen. Perfekte Sommernacht, Kreisel-Feierlichkeiten. Zweimal hätte man das Ganze noch ausleben können. Im Achtelfinale gegen Frankreich ist eh Schluss – davon bin ich seit dem 1:2 gegen Ecuador mehr denn je überzeugt. Dabei habe ich mich langsam auf die WM eingegroovt. Die erste Mannschaft in meinem Panini-Album habe ich voll. Es sind die Co-Gastgeber aus Mexiko.
Und auch an die Trinkpause pro Halbzeit, die eigentlich nichts anderes als eine Werbepause ist, um noch mehr Geld zu scheffeln, habe ich mich gewöhnt. Früher bin ich nur in der Halbzeitpause aufgestanden, zum Kühlschrank gegangen und habe mir ein Kaltgetränk geholt. Jetzt geht das auch während des Spiels – ohne Gefahr etwas zu verpassen. Danke Fifa.

Lionel Messi (Argentinien) gestikuliert.
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Und dann ist da auch noch Messi – und ja, auch Ronaldo. Die Frage, wer von beiden nun der vermeintlich beste Fußballer der Welt ist – im Englischen spricht man gerne von der GOAT-Debatte (Greatest of all Time) –, habe ich für mich beantwortet. Es ist die argentinische Nummer 10. Mit welcher Leichtigkeit Messi immer noch spielt und den amtierenden Weltmeister praktisch alleine auf seinen Schultern trägt – das ist beeindruckend. Zumal er der Fußballwelt nichts mehr beweisen muss. Genau diese Leichtigkeit geht CR7 ab.
Auch Cristiano Ronaldo muss keinem mehr etwas beweisen. Aber die Art und Weise, wie krampfhaft er das versucht zu untermauern, ist schon komisch. Gegen ein Team aus Usbekistan, das einfach keine WM-Qualität hat, nach seinem Tor in die Kamera zu rufen „I’m back“ – na ja, ich weiß nicht. Da bin ich eher froh, dass Messi nie weg war. Und derzeit kann man davon ausgehen, dass man Messi noch etwas länger bewundern kann.
Und wenn der Fußballgott – und nein, das ist nicht Fifa-Präsident Gianni Infantino und auch nicht US-Präsident Donald Trump (obwohl er sich wahrscheinlich als solcher bezeichnen würde) – es wirklich gut meint, treffen im Viertelfinale Messi und Ronaldo aufeinander. Es gibt also auch wenige Stunden nach der Niederlage gegen Ecuador noch Dinge, auf die ich mich bei der WM freue.
Ramers: Die Auftritte von Curaçao oder Kap Verde waren erfrischend
Markus Ramers: Anfangs war ich wegen der WM eher kritisch. Sie war mir zu aufgebläht und hat zu viele Teilnehmer. Aber inzwischen finde ich den Auftritt von Mannschaften aus Curaçao, Kap Verde oder Haiti durchaus erfrischend und sympathisch.
Die Zeitverschiebung trübt die WM-Euphorie etwas, weil man nicht so viele Spiele live verfolgen kann. Bei uns gehört es jeden Morgen beim Frühstück zum Ritual, erstmal die Ergebnisse aus der Nacht zu bewerten und natürlich zu schauen, wo wir beim Familien-Tippspiel so stehen.

Liebt Sport, liebt Fußball, liebt den 1. FC Köln: Landrat Markus Ramers.
Copyright: Tom Steinicke
Ich glaube das 2:1 gegen die Ivorer war für den weiteren Verlauf der WM wichtiger als der 7:1-Sieg gegen Curaçao – gegen eine physisch starke Mannschaft nach Rückstand noch zu gewinnen mit einem Last-Minute-Tor war wichtig für die Moral.
Wie weit es am Ende geht, ist immer auch Glückssache bei den vielen starken Teams, auf die wir in der K.-o.-Runde treffen können. Aber ich bin sicher, auch England oder Frankreich freuen sich nicht unbedingt, wenn sie gegen uns spielen müssen.
England war im ersten Spiel richtig überzeugend, jetzt gegen Ghana weniger, aber mit denen muss man rechnen. Frankreich hat einen irre guten Kader und kann gefühlt immer noch mal einen Gang hochschalten. Und Messi macht einfach sprachlos, wie gut der immer noch ist!
Weil es zuletzt die Debatten über Körpersprachen bei Schiedsrichtern gab: Gerade die empfinde ich als außergewöhnlich gut.
Uwe Stark: Weil es zuletzt die Debatten über Körpersprachen bei Schiedsrichtern gab: Gerade die empfinde ich als außergewöhnlich gut. Die Mimik passt immer zu den Ansprachen bei einem Foul, zum Wegschicken der Spieler beim Meckern, zum Aussprechen der persönlichen Strafen. Das offenbart, dass die Schiedsrichter gebrieft sind, durch ihr Auftreten zu versuchen, die Spieler in eine faire Richtung zu lenken. Der Schiedsrichter beim Spiel gegen die Elfenbeinküste fiel da nicht aus der Reihe.
Das Zusammenspiel zwischen VAR und Schiedsrichter ist manchmal nicht nachvollziehbar. Ich denke an das Foulspiel, bei dem dem belgischen Spieler der Stutzen aufgerissen wurde und der Schiedsrichter dies übersah, was passieren kann. Der VAR müsste ihn da aber unterstützen.
KI könnte Schiedsrichter bei VAR-Durchsagen unterstützen
Felix Zwayer hat sehr gut gearbeitet. Seine Spielleitung war sehr sehr gut. Ich hoffe nur, dass ihn die kurze Schwäche zum Ende nicht weitere Spiele in den Finalrunden kostet.
Dass die Schiedsrichter nicht alle gut und vor allem verständlich Englisch sprechen, verstehe ich. Denen zuzumuten, dies vor vielen Zehntausend Zuschauenden zu tun, lässt sich vermeiden. Es gibt so gute KI-Übersetzungshilfen. Es ließe sich technisch regeln, dass der Schiedsrichter in seiner Muttersprache in das Mikro spricht und die KI es simultan für alle verständlich in Englisch übersetzt.
Es ist schon belastend genug, sich die richtigen Worte zu überlegen. Die dann noch in eine fremde, vielleicht sehr selten gesprochene Sprache zu transferieren, ist für die meisten nicht ordentlich machbar.

Uwe Stark: Kommunikation mit den Spielern ist weiterhin erlaubt, nur in kritischen Situation ist der Kapitän alleiniger Ansprechpartner.
Copyright: Markus Brackhagen
Deutschland hatte gegen zwei Mittelklasseteams – nicht despektierlich gemeint – seine Hausaufgabe gemacht. Das erste Spiel war trotz des überflüssigen Gegentores ein sehr gutes Spiel. Gegen die Mittelafrikaner wurde es schon wieder eng, das hätte auch in die Hose gehen können. Ich verstehe nicht, warum der Bundestrainer es immer wieder mit Sané versucht, der so wenig gute Spiele gemacht hat. Undav erfüllt seine Rolle als Auswechselspieler gnadenlos gut. Ich hielte ihn mir auch für die zweite Halbzeit offen, dann sind einige Gegenspieler schon etwas müde. Für Sané hätte ich lieber den Kölner El Mala gesehen.
Dass der Rekord von Miroslav Klose fiel, war zu erwarten. Klose hörte mit 38 Jahren auf, während Messi die Chance noch hat, an einer WM teilzunehmen. Dass er die Leistung bringt, sieht man nicht nur an den Toren. Er ist ja auch ein sehr guter Passgeber, und 90 Minuten laufen kann er ja noch problemlos. Zudem trägt ihn die Sympathie der Fans und die Akzeptanz des argentinischen Teams als Spielführer und Gestalter. Deren Spiel ist ja auf ihn ausgerichtet. So wie damals bei Maradona.
80-Euro-Waldi präsentiert Trödel-Fundstücke im Mittelkreis
Thomas Schmitz: Über die Spiele der deutschen Nationalelf will ich gar nicht viel sagen, außer: Schon gegen die Elfenbeinküste war der Auftritt nicht gut, gegen Ecuador war er noch schlechter. Die beiden Mannschaften mit ihren robusten Spielern haben uns unsere Grenzen aufgezeigt. Gefühlt wirken viele Spieler gehemmt und schlechter, als man sie aus den Ligen kennt.
Wofür ich momentan dankbar bin bei 30 Grad in meiner Wohnung, ist die Hydration Break, die ich dann auch für ihren namensgebenden Zweck nutze. Aber es ist schon eine zusätzliche Werbepause, und vermutlich müssen sich die US-Amerikaner nicht umstellen auf zwei Halbzeiten, sondern haben dann vier Viertel.
Ich finde, der Fußballkreis Euskirchen sollte die Hydration Break auch für Werbemaßnahmen der örtlichen Gewerbetreibenden nutzen. Bei Spielen des SSC Satzvey reitet dann Patricia Gräfin Beissel über den Platz und macht Werbung für die Ritterspiele, und wenn die SG 25 eine Begegnung hat, könnten die Sistiger Metzger und Bäcker ihre Waren anpreisen oder 80-Euro-Waldi macht eine Live-Schätzung im Mittelkreis von Trödel-Fundstücken. Das wäre doch was!
Pyrotechnik am Kreisel: Geldstrafe droht
Die Polizei Euskirchen rechnet mit weiteren feiernden Fußballfans während der WM am Europa-Kreisel in Euskirchen. In diesem Zusammenhang appellieren die Beamten eindringlich an die Bevölkerung, auf den Einsatz von Pyrotechnik zu verzichten.
Das Abbrennen von Bengalos, Rauchtöpfen oder Leuchtfackeln sei verboten und berge erhebliche Gefahren. Bengalos können Temperaturen von bis zu 2000 Grad Celsius erreichen. Bereits ohne direkten Kontakt drohten schwere Verbrennungen. Zudem seien die pyrotechnischen Gegenstände nur schwer zu löschen und könnten Brände verursachen.

Für den einen oder anderen Fan gehört Pyrotechnik zum Fußball dazu. Für die Polizei nicht. Die weist nun darauf hin, dass Geldstrafen drohen.
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Die Polizei weist außerdem auf weitere Risiken hin. Dazu zählen Gehörschäden und Knalltraumata, gesundheitsschädliche Rauchgase sowie eine erhebliche Blend- und Verletzungsgefahr. Besonders in Menschenmengen sei der Einsatz von Pyrotechnik unkontrollierbar und stelle ein hohes Sicherheitsrisiko dar.
Bereits das Mitführen entsprechender Gegenstände könne polizeiliche Maßnahmen nach sich ziehen. Wer Pyrotechnik zündet, begeht nach Angaben der Polizei mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen Bußgelder von bis zu 10.000 Euro.
Werden Personen verletzt oder Sachschäden verursacht, können zudem strafrechtliche Konsequenzen folgen. Die Polizei appelliert daher an alle Fans, mit Leidenschaft, aber verantwortungsvoll und ohne Pyrotechnik zu feiern. (tom)

