Wenige Wochen nach dem fünften Jahrestag der Flutkatastrophe ist die Wanderausstellung „MemoriAHR“ mit Erinnerungen in Euskirchen zu sehen.
Fünf Jahre FlutAusstellung zur Katastrophe im Ahrtal im Kreishaus in Euskirchen zu sehen

Die Ausstellung zur Flut im Ahrtal ist bis zum 28. August im Euskirchener Kreishaus zu sehen.
Copyright: Wolfgang Andres/Kreis Euskirchen
Die Wanderausstellung „MemoriAHR – Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – Erinnerungen für die Zukunft“ ist aktuell im Kreishaus Euskirchen zu sehen. Noch bis zum 28. August, so teilte die Euskirchener Kreisverwaltung mit, können Besucher die Ausstellung während der üblichen Öffnungszeiten des Kreishauses besichtigen.
Vor wenigen Wochen wurde am fünften Jahrestag der Flut überall im Kreis Euskirchen, im Ahrtal und andernorts in NRW und Rheinland-Pfalz der Opfer der Katastrophe vom 14./15.Juli 2021 gedacht. Unter anderem war dabei auch eine Ausstellung im Kreishaus zu sehen, die unter der Regie des Kölner Fotografen Joachim Rieger den Fokus auf Erft, Urft und Olef legte – also auf die Auswirkungen der Flut im Kreis Euskirchen. Die neue Ausstellung im Kreishaus weitet nun den Blick und richtet sich auf das benachbarte Ahrtal.
Menschen aus den betroffenen Orten kommen zu Wort
Die Ausstellung, so teilte die Kreisverwaltung mit, ist Teil des Projektes „Weg der Erinnerung für die Zukunft“. Dieser führt von der Ahrquelle bis zur Mündung der Ahr in den Rhein durch die von der Flut betroffenen Orte. Insgesamt 35 Stelen im Ahrtal sowie eine weitere Stele in der Landeshauptstadt Mainz erinnern an die Flutkatastrophe. Die Informationstafeln beschäftigen sich mit dem Flutgeschehen, der Krisenbewältigung, der großen Solidarität nach der Katastrophe sowie mit Wiederaufbau und den Zukunftsperspektiven.
Die Wanderausstellung, die jetzt in Euskirchen zu sehen ist, zeigt eine Auswahl der Informationstafeln des Stelenweges und lässt Menschen aus den betroffenen Orten selbst zu Wort kommen. Die Texte wurden von Mitgliedern der Bürgerinitiative sowie zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern aus der betroffenen Bevölkerung verfasst. Ergänzt werden sie durch Fotos und persönliche Erinnerungen.
Blankenheim hat sich an Erinnerungsprojekt beteiligt
Auch der Kreis Euskirchen ist mit dem Projekt verbunden: Die Gemeinde Blankenheim, deren Gebiet ebenfalls zum Einzugsbereich der Ahr gehört und die 2021 schwer von der Flut getroffen wurde, hat sich an der Umsetzung des Stelenprojekts beteiligt.
„Die Flutkatastrophe hat sich tief in das Gedächtnis unserer Region eingebrannt, sowohl im Kreis Euskirchen als auch im Ahrtal“, erklärt Landrat Markus Ramers in einer Pressemitteilung: „Die aktuelle Ausstellung im Kreishaus gibt den Menschen, die diese Nacht und die Zeit danach im Ahrtal erlebt haben, eine Stimme. Gleichzeitig erinnert sie uns daran, wie wichtig Vorsorge, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe sind. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Erfahrungen aus dem Juli 2021 zu bewahren und daraus für die Zukunft zu lernen.“
Hinter dem „Weg der Erinnerung für die Zukunft“ steht eine 31-köpfige Bürgerinitiative. Initiiert wurde das Projekt von der Ethnologin Annette Holzapfel aus Remagen. Neben dem Stelenweg und der Wanderausstellung entstand eine umfangreiche virtuelle Ausstellung mit Erlebnisberichten, thematischen Texten und Zeitzeugenvideos.
Die Wanderausstellung möchte nicht nur an Zerstörung, Leid und die Opfer der Flutkatastrophe erinnern. Sie soll auch dafür sensibilisieren, dass Hochwasser und Überschwemmungen ebenso in anderen Flusstälern auftreten können und eine gute Vorbereitung auf zukünftige Naturkatastrophen von großer Bedeutung ist. Zugleich hält sie das außergewöhnliche zivilgesellschaftliche Engagement fest, das nach der Flut weit über die Region hinaus spürbar war. (eb)
Die Ausstellung „MemoriAHR“ ist bis einschließlich 28. August während der üblichen Öffnungszeiten im Kreishaus Euskirchen zu sehen.
