Ausstellung im Kreishaus zeigt zum fünften Jahrestag der Flut die Aufnahmen mehrerer Fotografen aus dem Kreisgebiet.
Flut-AusstellungEindrucksvolle Momente aus schrecklichen Stunden und Tagen im Kreis Euskirchen

Zahlreiche Bilder aus der Zeit der Flutkatastrophe sind nun im Kreishaus in Euskirchen zu sehen.
Copyright: F. A. Heinen
Mit eindrucksvollen Fotografien erinnert die nun eröffnete Ausstellung im Kreishaus an die Flutkatastrophe im Juli 2021 und den langen Weg des Wiederaufbaus im Kreis Euskirchen. Die Schau ist Teil der Gedenkveranstaltungen zum fünften Jahrestag der Flut und vereint Bilder aus dem gesamten Kreisgebiet – von den dramatischen Zerstörungen bis hin zu bewegenden Momenten der Solidarität und des Neuanfangs.
Neben Aufnahmen von Joachim Rieger sind in der Ausstellung auch Fotografien von Tom Steinicke, Michael Nielen, F. A. Heinen, David Gehlen und Kerstin Wielspütz zu sehen. Sie dokumentieren die Folgen der Katastrophe ebenso wie den Wiederaufbau in den Städten und Gemeinden des Kreises.
Bilder rufen intensive Emotionen hervor
Landrat Markus Ramers erinnerte daran, dass die Bilder bei vielen Menschen bis heute intensive Emotionen hervorrufen. Sie stünden für die schrecklichen Stunden der Flutnacht und die Tage danach, in denen viele Menschen Angehörige, ihr Zuhause oder ihre Existenz verloren. Gleichzeitig zeigten sie aber auch die große Hilfsbereitschaft und den außergewöhnlichen Zusammenhalt, der den Wiederaufbau geprägt habe. Diese Solidarität solle die Ausstellung ebenfalls würdigen.

Fotograf Joachim Rieger berichtete bei der Eröffnung, was sich für Geschichten hinter seinen Bildern verbergen.
Copyright: Tom Steinicke
Fotograf Joachim Rieger schilderte seine Erfahrungen während der Dokumentation des Wiederaufbaus in Bad Münstereifel. Er habe sich nie als klassischer Fotograf verstanden. Vielmehr sei er oft Zuhörer und Begleiter der Betroffenen gewesen. Viele hätten ihm ihre Geschichten erzählt. Ein Satz sei ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Es ist so schön, dass jemand nach uns guckt.“
Fotograf wollte nicht als Paparazzo auftreten
Rieger betonte, dass er bewusst achtsam gearbeitet habe. Er habe nicht wie ein Paparazzo auftreten, sondern den Menschen mit Respekt begegnen wollen. Diese Haltung sei ihm von vielen Betroffenen bestätigt worden. Besonders eindrucksvoll seien für ihn die vielen Geschichten hinter den Bildern gewesen.
So zeigt eines der bekanntesten Motive Sonnenblumen, die aus weggespültem Vogelfutter gewachsen waren und für viele Menschen zu einem Symbol der Hoffnung wurden. Beeindruckt zeigte sich der Fotograf vom Zusammenhalt, den er in den Monaten nach der Katastrophe erlebt habe. Politik, Verwaltung, Hilfsorganisationen und Bevölkerung hätten gemeinsam nach Lösungen gesucht und den Wiederaufbau vorangetrieben.
Zu den für ihn symbolträchtigsten Aufnahmen zählt auch der Fackelzug der Bürgerwehr am 11. November durch das noch zerstörte Flussbett in Bad Münstereifel. Das Bild stehe für Hoffnung, Lebensmut und die Kraft des Karnevals, auch in schwierigen Zeiten Zuversicht zu vermitteln.
Zu sehen ist die Ausstellung im Kreishaus während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung.
