Teilnehmer einer bundesweiten Mofa- und Moped-Tour über 3000 Kilometer legten in Vussem einen Zwischenstopp ein.
Von Bayern zur OstseeMoped-Renaissance: Deutschlandtour führt auch nach Vussem

Der Anblick der Mofas und Mopeds, die die 3000 Kilometer quer durch Deutschland absolvieren, ließ die Herzen aller Zweitakt-Fans höherschlagen.
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Kreidler, Zündapp, Hercules: Für die Fans von Mofas und Mopeds sind das klangvolle Namen, die so manchen an die eigene Jugendzeit erinnern, als man mit dem „Ribbel“ zur Schule, zur Lehrstelle oder ins Nachbardorf zur nächsten Kirmes geflitzt ist. In den vergangenen Jahren haben diese Krafträder auch in der Eifel eine Renaissance erlebt. In Vussem haben die Mofa-Fans sogar einen eigenen Verein, die „Evil Eichhorns Mofasportbande“ gegründet.
Bereits seit dem Jahr 2015 gibt es die „Reise des Goldenen Tanks“, zu der Ende Juli 13 Mofa- und Moped-Enthusiasten aus ganz Deutschland aufgebrochen sind. Am 28. August wollen die Teilnehmer dieses „Staffellaufs“ in Geltorf, einer kleinen Gemeinde auf halber Strecke zwischen Kiel und Flensburg, eintreffen.
In 31 Etappen von Bayern über die Eifel bis an die Ostsee
In 31 Etappen geht es dabei auf einer insgesamt knapp 3000 Kilometer langen Route von Uckersdorf in Bayern in Richtung Ostsee – mit einem Schwenk in Richtung Eifel und Rheinland. Kürzlich machte die Tour auf dem Vussemer Sportplatz Station, wo die Teilnehmer der Fahrt von den „teuflischen Eichhörnchen“ begrüßt wurden.

Das Vussemer Ober-Eichhorn Tim Kreuzmann (M.) nahm den „Goldenen Tank“ von den Prümer Mofa-Kollegen in Empfang.
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Die Mofa-Rocker aus Prüm haben die Benefinz-Tour von der Schneifel bis nach Vussem begleitet.
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Tobias Kreuzmann, Ober-Eichhorn der 2020 gegründeten Vussemer Mofa-Truppe, steht voll und ganz hinter dem Ziel der „Momoto“-Fahrt: „Es geht darum, die Zweitakt-Szene miteinander zu verknüpfen.“ Rund 50 Klubs aus ganz Deutschland engagieren sich bei der jährlich stattfindenden „Momoto“. Ihr Jahrestreffen haben die Moped- und Mofafahrer auf die Straße verlegt, und statt eines Staffelstabs wird zwischen den einzelnen Etappenorten der „Goldene Tank“ als verbindendes Symbol weitergegeben.
90 Kilometer von Prüm bis nach Vussem durch die Eifel
„Die Gastgeber des vorherigen Staffelorts in Prüm haben die 13 Durchfahrer, die die Gesamtdistanz der diesjährigen Tour absolvieren, auf einer mehr als 90 Kilometer langen Route durch die Eifel bis nach Vussem begleitet“, erklärt Kreuzmann. Einen ersten Zwischenstopp gab es am Kronenburger See.
Aber das ist ja das Schöne an diesem Hobby: Dass man so viel selber am Ribbel machen kann.
Pannenfrei verläuft kaum eine Etappe. „Eigentlich passiert immer irgendetwas, weshalb man auch unterwegs schon einmal zum Werkzeug greifen muss“, so einer der Durchfahrer: „Außerdem muss man regelmäßig kleinere Wartungsarbeiten durchführen. Ich habe zum Beispiel heute die Zündkerzen geprüft und gereinigt.“
Es sei seit dem Start in Bayern aber auch schon ein kompletter Motor getauscht worden. „Aber das ist ja das Schöne an diesem Hobby“, ergänzt Kreuzmann: „Dass man so viel selber am Ribbel machen kann. Und wer noch keine Erfahrung beim Schrauben hat, lernt das eben bei unseren wöchentlichen Vereinstreffen.“ Dafür hat der Vussemer Verein, der sein Domizil in einer der alten Dörries-Hallen bezogen hat, eine eigene kleine Mofawerkstatt eingerichtet. „Wir sind aktuell nur sechs Aktive im Verein – der Mofa-Hype der vergangenen Jahre hat inzwischen leider ein bisschen nachgelassen.“ Aber Interessierte seien in Vussem jederzeit herzlich willkommen, wirbt Kreuzmann für seinen Verein.
Vussemer Mofa-Fans gaben den „Goldenen Tank“ nach Knapsack weiter
Nach ausgiebigen Benzin- oder besser gesagt Zweitaktmischungs-Gesprächen mit den Eichhorns und interessierten Besuchern aus der Umgebung sowie einer viel zu kurzen Nacht führte dann am nächsten Tag die 18. Momoto-Etappe quer durch den Kreis Euskirchen bis nach Hürth-Knapsack. Dort haben dann die Mitglieder der „Knatterköpp Knapsack“ das nächste Lager für die Durchfahrer organisiert. „Wir haben die Route bis Knapsack ausgekundschaftet, um möglichst verkehrsarme Straßen zu finden, wo wir gemütlich mitfahren können“, so der Vussemer Mofa-Fan: „Aber je weiter man Richtung Köln kommt, desto schwieriger wird das natürlich.“
Nebenbei wurden übrigens auch noch Spenden gesammelt: In Vussem war der Kinderschutzbund Bad Münstereifel als Empfänger ausgewählt worden. Tim Lais, der die bundesweite Momoto-Aktion in diesem Jahr organisiert, war jedenfalls begeistert von der Gastfreundschaft der Vussemer Mofa-Kollegen. „Weil wir nach der 17. Etappe in Vussem ja quasi Bergfest hatten, ist es am Abend etwas später geworden, aber die Etappe nach Knapsack war mit nur rund 60 Kilometern eine der kürzesten“, so Lais.
Er und einige weitere Fahrer aus dem süddeutschen Raum waren außerdem froh darüber, irgendwo auf der Strecke zwischen Prüm und Vussem die unsichtbar verlaufende Bit-Kölsch-Grenze überquert zu haben. „Gestern hat das Bier nicht so gut geschmeckt“, so sein Urteil zum Brauerzeugnis aus der Südeifel. „Ansonsten ändert sich unterwegs nur der Dialekt“, so sein Fazit: „Die Leute aus der Mofa-Szene sind überall gleich liebe
