Obwohl die Fraktionen den Bau von öffentlich geförderten Wohnungen in Mechernich begrüßten, wurde die Entscheidung über das Projekt vertagt.
NeubauprojektPolitik verschiebt Entscheidung über 110 neue Sozialwohnungen in Mechernich

Mechernich wächst weiter: In direkter Nachbarschaft zu einem ebenfalls öffentlich geförderten Bauprojekt sollen im Baugebiet „Auf der Wäsche“ zehn weitere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 110 Wohneinheiten entstehen.
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Es ist eines der größten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte Mechernichs: Zehn neue Mehrfamilienhäuser (MFH) mit insgesamt 110 Wohneinheiten will ein privater Investor am Chantal-Gougouzian-Weg im Baugebiet „Auf der Wäsche“ in Mechernich errichten. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses der Stadt Mechernich stellte der Ingenieur Peter Sampels Details des ambitionierten Projekts vor.
Doch statt der erhofften Zustimmung gab es von den Ausschussmitgliedern viele kritische Anmerkungen zu dem Großprojekt. Letztlich wurde der Tagesordnungspunkt auf Antrag von CDU und Grünen in die nächste Sitzung des Gremiums vertagt: Dem Bauherren soll Gelegenheit gegeben werden, Anpassungen vorzunehmen.
Einige Häuser sind zu hoch, es gibt weniger Stellplätze als vorgeschrieben
Zwei Punkte waren es, die die Kritik der Kommunalpolitiker hervorriefen: Abweichungen vom Bebauungsplan, was die Höhe einiger Gebäude angeht, und die Anzahl der Stellplätze. Bei Überschreitungen von 2,30 Metern oder gar 2,40 Metern bei der Gebäudehöhe könne man nicht mehr von „geringfügigen Abweichungen“ sprechen, sagte Tobias Heidemann (CDU): „Wir haben da ziemliche Bauchschmerzen: Das macht ja schließlich ein ganzes Geschoss aus.“
Auch Robert Krug (Grüne) kritisierte das Höhenwachstum – insbesondere im Hinblick auf ein vergleichbares MFH-Projekt am Chantal-Gougouzian-Weg, mit dessen Realisierung schon begonnen wurde: „Ich weiß, dass dessen Bauherren als Reaktion auf die Planungen des neuen Projekts jetzt daran denken, ein zusätzliches Staffelgeschoss aufzustocken“, so Krug: „Wir sehen das als Mittel zur Renditesteigerung.“
Planer macht schwierige Topographie des Geländes verantwortlich
Planer Peter Sampels macht die schwierige Topographie des Geländes für die Abweichungen vom Bebauungsplan mitverantwortlich: „Zwischen den Grundstücken besteht ein Höhenunterschied von bis zu elf Metern“, erläuterte Sampels. Dadurch würden mehrere Gebäude die im Bebauungsplan festgesetzten Höhen überschreiten.
Kritisiert wurde im Ausschuss auch die zu geringe Zahl an Pkw-Stellplätzen: Für die 110 Wohnungen sind nur 102 Stellplätze vorgesehen, während die städtische Stellplatzsatzung grundsätzlich 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit vorsieht. „Das darf kein Freifahrtschein für andere Objekte werden“, warnte Heidemann. Auch Daniel Decker (SPD) störte sich an der Stellplatzanzahl: „In der Realität zeigt sich, dass die 1,5 Plätze pro Wohnung oft schon viel zu knapp bemessen sind.“
Bauherr Rudi Nettekoven, Geschäftsführer der FN Projekt GmbH aus Bornheim, erklärte, dass er die geringe Zahl an Stellplätzen für ausreichend halte. Das zeigten auch die Erfahrungen, die er bei einem vergleichbaren Projekt in Rheinbach gemacht habe: „Da mussten wir eine Tiefgarage bauen. Allerdings konnten etliche Stellplätze nicht vermietet werden.“ Zu den Überschreitungen bei den Gebäudehöhen, die durch ein geplantes Staffelgeschoss zusätzlich zu drei Vollgeschossen erreicht werden, sagte Nettekoven, dass sich das Projekt ohne die zusätzliche vierte Ebene für ihn als Investor nicht rechne.
110 neue Sozialwohnungen für Mechernich
Bei dem Neubauprojekt am Chantal-Gougouzian-Weg im Baugebiet „Auf der Wäsche“ zwischen Mechernich und Breitenbenden sollen in zehn Mehrfamilienhäusern insgesamt 110 Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus entstehen.
Jeweils fünf Gebäude gruppieren sich dabei um einen gemeinsamen Innenhof, der als „grüne Oase“ für die Hausgemeinschaften angelegt werden soll.
Die aktuelle Planung sieht Häuser mit jeweils drei Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss vor. Es sollen 60 Wohneinheiten (WE) mit einer Wohnfläche von 75 Quadratmetern (drei Zimmer), 40 WE mit 48 Quadratmetern (zwei Zimmer) und zehn WE mit 87 Quadratmetern (vier Zimmer) entstehen.
