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Deal geplatztBürgermeister Michael Fingel muss in Mechernich neuen Eifeltor-Pächter suchen

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Die Erlebniswelt Eifeltor mit Sommerrodelbahn, Hotel- und Gastronomiegebäuden in Mechernich-Kommern (Drohnenaufnahme).

Wie es mit der Sommerrodelbahn und den anderen Einrichtungen der Erlebniswelt Eifeltor weitergeht, ist aktuell wieder offen. Der prominente Pächter, der im vergangenen Herbst von der Stadt präsentiert worden war, ist zwischenzeitlich wieder abgesprungen.

Der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel bestätigt, dass TV-Star Michael Manousakis die „Erlebniswelt Eifeltor“ nicht übernehmen wird.

In den ersten 100 Tagen seit der Amtseinführung ist es Bürgermeister Michael Fingel (CDU) noch nicht gelungen, persönliche Akzente zu setzen – zumindest, was die Einrichtung seines Büros im Mechernicher Rathaus angeht. „Wir werden hier noch eine Einweihungsparty schmeißen – warten aber noch die Lieferung der neuen Möbel ab“, verrät das Stadtoberhaupt, das am 1. November 2025 die Nachfolge von Dr. Hans-Peter Schick angetreten hat.

So kommt es, dass Fingel bei seiner Arbeit am Schreibtisch mitunter an Grenzen stößt, die sein (bezogen auf die Körperlänge) um ein gutes Stück kleinerer Amtsvorgänger gesetzt hat. „Die alten Möbel sind zum Beispiel nicht höhenverstellbar, was es für mich manchmal etwas mühsam macht“, sagt Fingel.

Eifeltor-Vertrag mit Michael Manousakis kam nicht zustande

Mühsam bleibt wohl auch die Suche nach einem Investor oder Pächter für die Freizeitanlage „Erlebniswelt Eifeltor“ oberhalb des Kommerner Mühlenparks. Denn der im vergangenen Herbst – noch vor dem Termin der Kommunalwahl – vom damaligen Bürgermeister Schick präsentierte prominente Geschäftsmann Michael Manousakis, bekannt aus verschiedenen TV-Formaten wie „Steel Buddies – Stahlharte Geschäfte“ und „Morlock Motors – Big Deals im Westerwald“, hat sich zwischenzeitlich wieder von dem Projekt zurückgezogen.

Bürgermeister Michael Fingel sitzt im Ratssaal lässig auf der Tischkante.

Hat in seinen ersten 100 Tagen im Amt bereits einiges angepackt: Bürgermeister Michael Fingel.

„Ja, die Wege sind auseinandergegangen“, bestätigt Fingel. Eigentlich sollte Manousakis das Gelände mit Sommerrodelbahn, Hotel, Restaurant und Nebengebäuden zum Jahresbeginn übernehmen. Zu einer Unterzeichnung des Vertrags sei es jedoch nie gekommen. Woran die Zusammenarbeit konkret gescheitert ist, lässt Fingel offen, betont aber auch, einen „Plan B oder C“ in der Tasche zu haben. Man sei mit weiteren Interessenten im Gespräch. „Und ich denke auch, dass wir mit denen dann einen besseren Vertrag erzielen können“, so der Bürgermeister.

Namen von möglichen Investoren will Fingel jedoch nicht nennen – und auch den Zeitrahmen lässt er bewusst noch offen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, das Eifeltor-Projekt demnächst in guten Händen zu wissen“, gibt sich Fingel optimistisch.

Arbeitsgruppe soll über Zukunft der Eifel-Therme Zikkurat beraten

Eine weitere Baustelle tut sich unterdessen in Bezug auf die Eifel-Therme Zikkurat in Firmenich auf – auch personell, denn der bisherige Betriebsleiter und Prokurist der Freizeit Mechernich GmbH, Christian Klein, hat das Unternehmen zum 1. Februar verlassen. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, die Zusammenarbeit zu beenden, hieß es in einer diesbezüglichen Mitteilung der Stadt. Die Stelle sei inzwischen neu ausgeschrieben, sagt Fingel.

Dass sich die Stadt auch Gedanken über die künftige Finanzierung des defizitären Erlebnisbades machen muss, hatte Fingel bereits bei der Einbringung des Haushalts in der jüngsten Ratssitzung angedeutet. „So wie es im Moment läuft, kann es nicht weitergehen“, betont Fingel: „Die Erhaltung des reinen Schwimmbadbetriebs muss oberste Priorität haben.“ Abstriche könnten dann zum Beispiel im Wellness- und Saunabereich der Eifel-Therme notwendig werden.

Wegen der großen gesellschaftlichen Tragweite des Themas will er in einer Arbeitsgruppe, die sich mit der zukünftigen Ausrichtung des Bades befassen soll, möglichst viele Gruppen einbinden. „Wir sind auch an dieser Stelle gut beraten, im Team an einer Lösung zu arbeiten“, so Fingel: „Aber bevor das alles startet, muss erst mal mit dem Eigentümer gesprochen werden.“ Der aktuelle Pachtvertrag über das rund 13.000 Quadratmeter große Areal läuft noch rund zwei Jahre.

Michael Fingel will Kommunikation mit den Außenorten verbessern

Ein weiteres großes Thema, das Fingel von seinem Amtsvorgänger übernommen hat, ist das integrierte Handlungskonzept für die Mechernicher Innenstadt. „Auch da geht es weiter“, kann Fingel vermelden: „Tatsächlich finden gerade auf dem Bleibergplatz Bohrungen statt, die man als Vorarbeiten für den Bau des großen Wohn- und Geschäftshauses bezeichnen kann.“ Der Abriss des Takko-Gebäudes könnte – wenn alles glatt läuft – noch im laufenden Jahr anstehen.

Es hat mich persönlich dann doch erstaunt, wie viele Termine tatsächlich in einen einzigen Tag passen.
Michael Fingel, Bürgermeister, über sein Arbeitspensum und Sieben-Tage-Wochen

Eigene Akzente, das hatte Fingel bereits in seinem Wahlkampf angekündigt, will er in der Kommunikation setzen, zum Beispiel, was die Zusammenarbeit mit den Orten angeht. Nach einer ersten Konferenz mit allen Ortsbürgermeistern geht Fingel nun auch aktiv auf die Bürger in den mehr als 40 Mechernicher Außenorten zu: „In Floisdorf und Eiserfey haben jetzt die ersten Gespräche mit den Ortskartellen stattgefunden“, berichtet der Bürgermeister: „Das ist ein Angebot, dass wir allen Orten gemacht haben und das wir jetzt nach und nach abarbeiten wollen.“

Familie und Freundeskreis helfen beim Aufladen des Akkus

Wenig überraschend sei es für ihn gewesen, wie hoch die Arbeitsbelastung im neuen Job tatsächlich sei. „Meine Frau ist es schon gewohnt, dass ich viel und gerne arbeite, aber es hat mich persönlich dann doch erstaunt, wie viele Termine tatsächlich in einen einzigen Tag passen.“

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei dabei allerdings nicht das Problem, auch nicht bei einer jetzt üblichen Sieben-Tage-Woche, sagt Fingel: „Noch kommen die Kinder ganz gerne zu meinen Wochenendterminen mit.“

Allerdings leide mitunter der Freundeskreis unter dem vollen Terminkalender des Bürgermeisters. „Die Zeit mit Freunden zu verbringen – das gehört für mich auch dazu, um den Akku wieder aufzuladen. Ich bin sehr froh, dass die nach wie vor alle hinter mir stehen.“