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Umgestaltung der InnenstadtEin Parkhaus für die Mechernicher City?

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Die Visiualisierung zeigt, wie das Wohn- und Geschäftshaus am Bleibergplatz einmal aussehen soll.

Der Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses am Bleibergplatz ist Dreh- und Angelpunkt des Integrierten Handlungskonzepts für die Neugestaltung der Mechernicher Innenstadt. Im Moment stockt allerdings der Fluss von Fördermitteln. 

Es soll viel passieren in der Mechernicher Innenstadt. Mit dem Herzstück, dem Bauprojekt am Bleibergplatz, geht es aber nicht richtig weiter.

Nein, sagt Bertram Wassong, Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Die Linke und FDP im Mechernicher Stadtrat: „Wir haben noch keine Kündigung unserer Fraktionsgeschäftsräume in der Bergstraße erhalten.“ Obwohl dieser Schritt irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen wird. Denn die Stadt Mechernich, der das Gebäude neben weiteren Wohnhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses gehört, plant den Abriss der betreffenden Bauten.

Wassong und seine Fraktionskollegen haben für die nächste Stadtratssitzung einen Antrag an die Verwaltung gestellt: Bürgermeister Michael Fingel möge bitte darlegen, welche Pläne die Verwaltung hinsichtlich der Nutzung der Gebäude verfolgt. Die Antwort, die bereits jetzt in den Unterlagen für die Ratssitzung am kommenden Dienstag, 29. September, öffentlich zugänglich ist, mag in Teilen überraschen. Denn dort, wo heute in der Bergstraße noch die Häuser mit den Nummern 15, 17 und 19 stehen, kann sich die Stadt den Bau eines Parkhauses mit insgesamt mehr als 110 Stellplätzen vorstellen.

Bereits in der Vergangenheit wurden notwendige Immobilien gekauft

„Diese Planung ist Teil des Integrierten Handlungskonzepts für die Neugestaltung der Mechernicher Innenstadt“, erläutert der Beigeordnete Thomas Hambach auf Anfrage: „Genauer gesagt des diesem Handlungskonzept zugrundeliegenden Verkehrskonzepts.“ Denn um der Innenstadt eine bessere Aufenthaltsqualität zu verleihen, sollen langfristig um die 100 Autostellplätze wegfallen, um Platz für Grünflächen und Sitzmöglichkeiten zu schaffen. „Gleichzeitig wird aber auch der Bedarf für Stellplätze ansteigen, denn durch die geplanten Neubauten wird sich ja auch eine weitere Belebung der Innenstadt ergeben“, so Hambach.

Im Gegensatz zu den bislang reichlich in der Mechernicher City vorhandenen kostenlosen Parkplätzen, werden die Stellplätze in einem möglichen Parkhaus an der Bergstraße jedoch kostenpflichtig sein. „Sollte es zu dem Bau des Parkhauses kommen, müssten wir diese Stellplätze natürlich bewirtschaften“, sagt Hambach mit Blick auf die sich rapide leerende Stadtkasse.

Eine KI-generierte Grafik zeigt ein mögliches Parkhaus an der Bergstraße in Mechernich.

Die mithilfe Künstlicher Intelligenz angefertigte Abbildung zeigt, wie ein Parkhaus an der Bergstraße einmal aussehen könnte.

Das Bild zeigt Häuser an der Bergstraße, die abgerissen werden sollen.

Bei dem maroden Eckhaus wurde bereits mit den Abrissarbeiten begonnen; links daneben hat die SPD derzeit noch ihre Büroräume.

Die notwendigen Immobilienkäufe habe die Stadt bereits in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten getätigt – nicht nur an der unteren Bergstraße in Nachbarschaft zu Polizei und Rathaus, sondern auch in der parallel verlaufenden Bahnstraße. Grob überschlagen habe die Stadt bereits rund 800.000 Euro in den Ankauf der Flächen investiert, so Hambach.

Einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag hat auch Albert Kühl bereits in ein geplantes Bauprojekt in der Mechernicher City gesteckt, obwohl bislang noch kein einziger Stein gesetzt worden ist. Der Investor aus Bedburg im Rhein-Erft-Kreis will am Bleibergplatz ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten, wofür das ehemalige Supermarkt- und Takko-Gebäude weichen soll. Wegen des erwarteten Abrisses war sowohl im Frühjahr als auch jetzt im Herbst die auf dem Bleibergplatz stattfindende Kirmes abgesagt beziehungsweise umgesiedelt worden – der alte Bau steht aber immer noch da.

Aktuell wartet der Investor auf Wohnungsbaufördermittel

Das im Sommer 2025 vorgestellte Bauvorhaben ist das Kernstück des Integrierten Handlungskonzepts: Erst, wenn die Realisierung tatsächlich unter Dach und Fach ist, darf sich die Stadt Hoffnung auf weitere Mittel aus der Städtebauförderung des Landes machen. Doch aktuell ist die Maßnahme ins Stocken geraten.

„Wir wollen das Projekt auf jeden Fall umsetzen“, bekräftigt Kühl im Gespräch mit dieser Redaktion: „Wir haben die Baugenehmigung von der Stadt erhalten, aber momentan warten wir auf die Zusage von Wohnungsbaufördermitteln.“ Während im Erdgeschoss Flächen für verschiedene Geschäfte und Gastro-Angebote vorgesehen sind, sollen in den Obergeschossen Wohnungen entstehen. „Ein Teil der Wohnungen soll im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus realisiert werden“, erläutert Kühl. Das entsprechende Förderprogramm sei aber überzeichnet, weshalb noch kein Geld geflossen ist.

„Wir lassen prüfen, ob wir mit einer Ausnahmegenehmigung schon vor der Förderzusage mit dem Bau beginnen können“, so der Unternehmer: „Ich habe die Verantwortung für dieses Projekt übernommen und ich stehe dazu.“


Durchbruch an der Bahnstraße geplant

In der Bahnstraße, einst das pulsierende, wenn auch sehr langgestreckte Zentrum der Einkaufsstadt Mechernich, ist laut Verwaltung ebenfalls der Abriss von zwei Gebäuden vorgesehen, die sich im Besitz der Stadt Mechernich befinden.

„Durch den Abriss der beiden Häuser, wo sich aktuell noch die Kleiderkammer und eine ehemalige, heute leer stehende Bäckerei befinden, schaffen wir eine direkte Verbindung vom Rathaus-Bereich und den neuen Innenstadt-Gebäuden zur Bahnstraße“, erklärt der Mechernicher Beigeordnete Thomas Hambach.