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Mehr WohnungenStotzheimer Anlieger lehnen neues Konzept für Baugebiet ab

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Baustelle (Symbolbild) 

Euskirchen-Stotzheim – Im Baugebiet Sonnenstraße/Jupiterstraße in Stotzheim sollen, wenn es nach dem Investor ginge, offenbar deutlich mehr Wohneinheiten entstehen als bisher bekannt. Dies haben Anlieger der Jakob-Brücker-Straße in Erfahrung gebracht, die in unmittelbarer Nähe liegt.

Entsprechende Zahlen entdeckten sie auf der Internetseite einer Kölner Immobilienfirma, die das künftige Wohngebiet vermarktet.

28 weitere Wohnungen

Der Technische Beigeordnete der Stadt Euskirchen, Oliver Knaup, bestätigte die Angaben der Bürger jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Planung. Er sagte, dass 122 Wohneinheiten geplant seien.

Dies seien 28 mehr, als es den Sitzungsunterlagen zu entnehmen war, auf deren Basis der Ausschuss im April den Bebauungsplan 22 für Stotzheim verabschiedet hatte.

Wirtschaftliche Gründe

Die zusätzlichen Einheiten sollen nach Knaups Angaben ausschließlich in den vier geplanten Mehrfamilienhäusern errichtet werden. Ein Grund für die Steigerung sei, dass das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen mehr Zwei-Raum-Wohnungen, also kleinere Einheiten, bauen wolle als zunächst vorgesehen. Der städtische Bebauungsplan lasse dies zu.

Knaup erklärte aber auch, dass die Verwaltung mit dem neuen Konzept des Investors nicht einverstanden sei. Er wolle dem Unternehmen signalisieren, dass die Stadt die geänderte Planung nicht mittrage.

Scharfe Kritik

Elke Müller, die zu den Anliegern der Jakob-Brücker-Straße gehört, kritisiert die geplante Steigerung der Wohneinheiten in aller Schärfe. Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 66 Wohnungen – mit diesen Zahlen wirbt das Unternehmen – seien für ein Gebiet in einer ländlichen Umgebung viel zu viel, argumentierte die Stotzheimerin im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Vorher war von maximal 40 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern die Rede“, sagt sie. Es sei ein Unding, dass die Nachbarn von der Änderung nur durch Zufall erfahren hätten.

Verkehrsbelastung befürchtet

Von der Stadtverwaltung fühlt sie sich schlecht informiert. Noch im Juni habe eine städtische Mitarbeiterin, mit der sie wegen des Baugebiets in Kontakt stand, von 97 geplanten Wohneinheiten gesprochen, und zwar in einer Nachricht, die sie auf dem Anrufbeantworter hinterlassen habe.

Dass jetzt von 122 Einheiten die Rede sei, zeige, „dass die Stadtverwaltung uns gegenüber nicht mit offenen Karten spielt“. Die Anlieger befürchten nach Müllers Angaben unter anderem, dass im Wohngebiet Jakob-Brücker-Straße durch die Neubebauung auf dem benachbarten Gelände die Verkehrsbelastung steigt: „Das Neubaugebiet ist mit einer derart hohen Verdichtung geplant, dass für die Bewohner nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Sie werden ihre Autos dann bei uns abstellen.“

Zu hohe Bauten

Die gesamte Planung, so Müller, passe nicht zum dörflichen Charakter, der das Wohngebiet am Ortsrand momentan präge: „Jetzt setzt man uns diese Geschossbauten vor die Nase. So etwas darf doch nicht sein!“