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Million Euro mehrGesamtschule kommt Euskirchen teurer zu stehen als gedacht

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EUS Gesamtschule

Die Stadt lässt unter anderem die großflächigen Dächer der Schulgebäude erneuern, die aus den 1950er-Jahren stammen.

Euskirchen – Die Errichtung der Gesamtschule hat die Stadt Euskirchen deutlich mehr gekostet als 2014 angenommen. Damals hatte das Zentrale Immobilien-Management (ZIM) die Ausgaben unter Mitwirkung eines externen Planungsbüros auf 14,145 Millionen Euro geschätzt, mittlerweile liegt die Summe um 933 000 Euro höher – eine Steigerung um etwa 6,6 Prozent. Diese Zahlen nannte ZIM-Leiter Günter Schikorra im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften.

Der Betrag von 15,08 Millionen Euro umfasst nicht nur die Sanierung des früheren Realschulzentrums samt Brandschutzmaßnahmen sowie den Neubau der Mensa, sondern auch den Bau der Willi-Maurer-Halle, die die Schule für den Sportunterricht nutzt. Die Halle schlug mit knapp 7,2 Millionen Euro zu Buche, die Mensa mit 5,14 Millionen.

Schikorra sagte, bei der Budget-Überschreitung von knapp einer Million handele es sich unzweifelhaft um viel Geld. Angesichts der „stürmischen Entwicklung der Baupreise seit 2015“ müsse man die Steigerung jedoch als „nachvollziehbar und sogar maßvoll“ bezeichnen.

Fachleute fehlten

Daniel Adolf (CDU) sagte, er sei verwundert über die Überschreitung. Er stellte die Frage in den Raum, ob die Stadt das zurate gezogene Planungsbüro „in die Pflicht nehmen“ könne. Schikorra ging darauf nicht ein, erklärte aber, weshalb der Stadtbetrieb ZIM sich externer Hilfe bedient hatte: „Uns haben damals die Fachleute gefehlt, um tief genug in die Grundlagenermittlung einsteigen zu können.“

Dr. Simone Galliat (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass ihre Fraktion anstelle der Sanierung einen Schulneubau befürwortet hatte. Zu der Kostensteigerung komme hinzu, dass die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Jahre unter dem Umbau gelitten hätten. SPD-Fraktionschef Michael Höllmann zielte in die gleiche Richtung: „Es wäre schön, wenn wir die Zeit zurückdrehen könnten. Die Verwaltung sagte damals, die Sanierung sei die wirtschaftlichste Lösung. Mit den Erkenntnissen von heute würden wir anders entscheiden.“

Das rief den Technischen Beigeordneten Oliver Knaup auf den Plan. „Ich widerspreche ausdrücklich. Hier werden einige Übertreibungen vorgetragen, die so nicht stehen bleiben können. Die Entscheidung ist auch heute noch richtig.“ Eine Budget-Überschreitung von 6,6 Prozent nach sieben Jahren sei „nicht so schlecht“, sagte Knaup mit Blick auf die Entwicklung im Bausektor. Und selbst für den höheren Betrag „hätten wir keine neue Schule bekommen“.

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Der Dezernent brachte noch einen anderen Aspekt ins Spiel: „Was hätten wir mit dem alten Gebäude gemacht?“ Dieses Argument wiederum wollte Roger Morr (FDP) nicht akzeptieren: „Diesen Komplex in Innenstadtlage hätte jeder Investor mit Kusshand genommen.“