Abo

Malerei und SkulpurenNettersheimer Kuba zeigt Kunst von Bernhard Kucken

3 min
Zwei Männer stehen in einer Galerie neben einer schwarzen Skulpturm, im Hintergrund sind Gemälde zu erkennen.

Von Vater Anton Kucken hat der in Nettersheim ausstellende Künstler Bernhard Kucken mal ein Set mit Schnitzwerkzeugen übernommen.

„Skulptur, Malerei, Grafik“ heißt die Ausstellung im Nettersheimer Kuba, die noch bis Juni läuft.

In eine faszinierende Welt entführt der Düsseldorfer Künstler Bernhard Kucken die Besucher in seiner Ausstellung „Skulptur, Malerei, Grafik“, die am Sonntag im Kuba in Nettersheim eröffnet wurde. Denn er verwendet in der Auswahl seiner Werke eine eindringliche Bildsprache mit einem hohen Wiedererkennungswert.

Simpel ausgedrückt, sind es ineinander verschlungene Körper, die er in den verschiedensten Variationen, Techniken und Ausgestaltungen in seiner Kunst aufleben lässt. Doch die Art und Weise und die Virtuosität der Ausführung lässt diese Ausstellung besonders sein. Vor allem die Holzarbeiten bestechen und zeigen nicht nur großartiges Handwerk, sondern auch ein sicheres Auge und das Gefühl dafür, wo sich die Skulptur im Ursprungsmaterial versteckt.

Vater Anton Kucken bei Ausstellungseröffnung dabei

Den David aus Marmor zu hauen, sei einfach gewesen, soll der große Meister Michelangelo Buonarroti einst gesagt haben. Er habe nur weggenommen, was nicht David sei. Die Statue aus dem Inneren des Blockes freizulassen, beschreibt er es. Bei Kucken wird dieser Ansatz spürbar, wenn er beschreibt, wie er sich seinen Skulpturen annähert. „Es ist doch alles schon da“, sage er den Studenten immer, die er an der Kunstakademie Düsseldorf in Bildhauerei unterrichtet, erklärte er im Künstlergespräch, das er mit Franz-Josef Kochs im Rahmen der Vernissage führte.

Wie aus dem jungen Bernhard der Künstler wurde, verriet dessen Vater Anton Kucken, der bei der Eröffnung anwesend war. Er habe schon als kleiner Junge aus Knete Figuren geformt, während die anderen Kinder spielten. Sein Vater habe ihm aufgrund seiner Faszination für diese Technik auch das Schnitzmesser-Set geschenkt, das er sich nach einem Besuch bei einem Südtiroler Holzschnitzer zugelegt habe, berichtete der Sohn. Und so zeigen gerade die skulpturalen Arbeiten eine Souveränität und Erfahrung, die das sichere Auge des Künstlers erahnen lassen. Auch, wenn die Skulpturen den Raum im Kuba dominieren, zeigen die bildnerischen Arbeiten eine tiefe Verwandtschaft und ähnliche Bildsprache.

Natürlich hat Kucken in seinem Schaffen auch andere Motive. In Nettersheim konzentriert er sich auf einen Schwerpunkt in seiner Ikonographie, den ineinander verschlungenen Körpern, die in ihrer Variabilität und Vielgestalt gleichzeitig Chaos und ordnende Ornamentik bieten. Ob in den grafischen Arbeiten als Lithographie oder Mezzotinto oder den größeren Originalen – mit wenigen Strichen skizziert Kucken die Körperformen, die sich in Gruppierungen auf dem Maluntergrund erstrecken. Und so finden sich in der Kuba-Ausstellung nicht nur Arbeiten aus der kompletten Schaffensperiode von Kucken, sondern auch Werke in fast jeder Preisklasse.

Die Ausstellung „Skulptur, Malerei, Grafik“ von Bernhard Kucken ist bis Sonntag, 7. Juni, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am Pfingstwochenende, 23./24. Mai, wird der Künstler persönlich in der Ausstellung anwesend sein.