Euskirchen – Privatleute sollen Äste, die von ihren Grundstücken in den Straßenraum ragen, so kürzen, dass sie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Diesen Aufruf hat die Stadt Euskirchen kürzlich veröffentlicht. Auch Straßenlampen dürften nicht von privatem Grün zugewachsen sein, hieß es in der Mitteilung weiter.
Laternen geben kaum noch Licht in die Straße ab
Ein Euskirchener, der den Appell las, war anschließend durchaus verärgert: „Es wäre schön, wenn sich die Stadtverwaltung hier auch selbst in die Pflicht nähme“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Mann wohnt in der Schillingstraße, die die Stadt 1994 im Zuge der Neugestaltung mit Bäumen bepflanzte, die mittlerweile eine stattliche Größe erreicht haben.
Mit der Folge, dass einige Straßenlaternen „von den Baumkronen umwachsen sind und dort fast kein Licht mehr in die Straße abgeben“, wie der Euskirchener beklagte. Die Kronen der städtischen Bäume seien zum Teil auch nicht mehr weit von den Fassaden der Wohnhäuser entfernt. Ohne Rückschnitt würden sie bald an die Häuser stoßen.
Stadt erteilt neue Aufträge zum Rückschnitt
Jene Exemplare, die in die privaten Grundstücke hineinragen, werfen nach Darstellung des Anliegers außerdem „reichlich“ Laub ab, ebenso Samen, „die dort Triebe entwickeln“. Das sei „eine ziemliche Biesterei“. Er habe die Euskirchener Stadtverwaltung schon vor längerer Zeit auf die Missstände hingewiesen, passiert sei aber nichts, erklärte er weiter.Nachdem diese Zeitung sich der Sache annahm, will die Stadt nun aber aktiv werden. Zwei Straßenlaternen seien „in der Tat sehr eingewachsen, sodass ein Rückschnitt notwendig ist. Der Baumkontrolleur hat bereits einen Pflegeauftrag an den Technischen Dienst erteilt“, teilte Pressesprecherin Silke Winter auf Anfrage mit.
Viele Fällungen durch Trockenheit
Einen generellen Rückschnitt der Bäume, wie der Anlieger ihn anrege, könne die Stadt derzeit aber nicht in Aussicht stellen. Häuser würden durch die Baumkronen „noch nicht“ beeinträchtigt. Ein Rückschnitt werde erst veranlasst, „wenn Äste an die Häuserwände, Dachrinnen oder Fenster stoßen“, so Winter. Man müsse auch bedenken, dass durch die Trockenheit der vergangenen Jahre viele Bäume im Stadtgebiet geschädigt oder abgestorben und deshalb gefällt worden seien.
Grundsätzlich so viel Grün wie möglich erhalten
„Die Bäume in der Schillingstraße machen zum Glück einen sehr guten Eindruck“, erklärte die Stadtsprecherin weiter. Eingriffe in eine gesunde Baumsubstanz seien wegen der Stresssituation so weit wie möglich zu vermeiden, „da Schnittstellen immer eine Eintrittsstelle für Bakterien und Pilze darstellen und die Bäume unnötig schwächen würden“. Vor dem Hintergrund der Klimawandeldiskussion solle grundsätzlich so viel Grün erhalten werden wie möglich.
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