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Zwölf-Stunden-EinsatzAmeisensäure löst Großeinsatz der Feuerwehr an A61 bei Weilerswist aus

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Das Bild zeigt zwei Feuerwehrleute, die unter großen Vorsichtsmaßnahmen die Container untersuchen.

Aus einem Lkw ist an A61 auf dem Rastplatz Am blauen Stein Ameisensäure ausgelaufen. Mehr als 120 Einsatzkräfte aus Schleiden, Zülpich und Weilerswist waren vor Ort.

Mehr als 120 Einsatzkräfte waren auf dem Weilerswister Rastplatz Am Blauen Stein an der A61 im Einsatz. Zwei Personen wurden verletzt.

Ein Gefahrgutunfall hat am Montagabend auf dem Rastplatz Am Blauen Stein an der A61 bei Weilerswist einen stundenlangen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Aus einem mit Ameisensäure beladenen Sattelauflieger traten nach Angaben der Feuerwehr am Montag gegen 18 Uhr rund 1000 bis 1200 Liter der stark ätzenden Flüssigkeit aus.

Zwei Menschen wurden verletzt. Nach Informationen dieser Zeitung hatten die beiden Personen einen Stopp auf dem Rastplatz eingelegt. Nach ihrer Weiterfahrt klagten sie dann plötzlich über starke Kopfschmerzen, fuhren den nächstgelegenen Rastplatz an und ließen sich vom Rettungsdienst untersuchen.

Insgesamt hatte der Lkw elf Container mit ätzender Flüssigkeit geladen

Als die ersten Einsatzkräfte auf dem Rastplatz Am Blauen Stein eintrafen, fanden sie eine heikle Lage vor: Auf dem Auflieger waren nach Angaben von Einsatzleiter Peter Pönsgen insgesamt elf IBC-Container mit jeweils etwa 1200 Litern Ameisensäure verladen. Mindestens zwei dieser Behälter waren beschädigt und verloren ihren Inhalt.

Ein Teil der Flüssigkeit gelangte in die Kanalisation, möglicherweise auch ins Erdreich. Wegen der Gefährdung für Menschen und Umwelt stuften die Behörden den Vorfall als Gefahrstoffunfall der Stufe 3 ein. „Als wir den Lkw geöffnet haben, kam uns einiges an Stoff entgegen“, sagte Pönsgen im Gespräch mit dieser Zeitung.

Das Bild zeigt Einsatzkräfte, die unter großen Vorsichtmaßnahmen an der Einsatzstelle arbeiten.

Ein Gefahrgutunfall an der A61 sorgte für einen Großeinsatz der Feuerwehren aus dem Kreis Euskirchen.

Das Bild zeigt zahlreiche Feuerwehrleute im Einsatz.

Auf dem Rastplatz an der A61 wurde eine  Dekontaminierungsstraße für die Einsatzkräfte aufgebaut.

Besonders kritisch seien die bei den sommerlichen Temperaturen entstehenden, leicht entzündlichen Dämpfe gewesen. Um jegliche Zündquelle auszuschließen, wurde der Lkw geerdet. Die Einsatzkräfte rückten in Chemikalienschutzanzügen vor, dichteten beschädigte Behälter ab und verhinderten weiteres Austreten der Säure. Anschließend sollte der Sattelauflieger leergepumpt und die Ladung entladen werden, um alle Container auf mögliche Schäden zu überprüfen.

Zwischenzeitlich sorgte ein plötzliches Zischgeräusch für einen Räumungsalarm im Gefahrenbereich. Die Feuerwehr gab rasch Entwarnung: Vermutlich hatte die austretende Säure eine Bremsleitung des Aufliegers angegriffen, wodurch Druckluft aus der Bremsanlage entwich.

Die A61 wurde zunächst in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Später konnten Fahrzeuge in Richtung Norden an der Einsatzstelle vorbeigeführt werden. Der Einsatz zog sich über zwölf Stunden bis 6 Uhr am Dienstagmorgen hin.

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Rund 120 Kräfte waren vor Ort, darunter die örtlichen Feuerwehren, der ABC-Zug des Kreises Euskirchen, die Feuerwehr aus Swisttal, die Werkfeuerwehr vom Chemiepark Knapsack, die Teil des TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) ist, Polizei, Autobahnmeisterei, die Untere Wasserbehörde sowie der Rettungsdienst und das Deutsche Rote Kreuz, das die Kräfte versorgte. Auch Weilerswists Bürgermeister Dino Steuer verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage. Für den Grundschutz im Gemeindegebiet standen die Löschgruppen Lommersum und Hausweiler bereit.

Nach Angaben von Einsatzleiter Pönsgen war der Lkw aus Ludwigshafen kommend in Richtung Antwerpen unterwegs. In Höhe von Weilerswist habe der Fahrer bemerkt, dass seine Ladung beschädigt war. Daraufhin sei er von der A61 abgefahren, um dann aber wieder auf die Autobahn in Richtung Koblenz aufzufahren. Dann habe er den Rastplatz Blauen Stein angesteuert.

„Warum er nicht in Richtung Köln auf den Rastplatz gefahren ist, wissen wir nicht“, so Pönsgen. Der Rastplatz in Richtung Koblenz war auch am Dienstag nicht nutzbar. Der Grund: Ein Spezialunternehmen war mit der Entsorgung beauftragt worden. Bis das vor Ort war, hatte der Weilerswister Bauhof den Blauen Stein gesperrt.