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Einstimmig beschlossenAuf die Toilette der Gesamtschule Weilerswist geht es nur noch mit Chip

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Das Luftbild zeigt die Gesamtschule Weilerswist.

Die Toilettensituation an der Gesamtschule Weilerswist ist ein Dauerthema. Nun könnte eine Lösung gefunden worden sein.

Eine technische Lösung für die meisten der Anlagen an der Weilerswister Gesamtschule ist gefunden, WCs im Forum bleiben frei zugänglich.

Jetzt aber: Mit einem technischen Zugangssystem will die Gemeinde Weilerswist die seit Jahren bestehenden Probleme auf den Schultoiletten der Gesamtschule in den Griff bekommen. Das hat der Bildungsausschuss in einer Sondersitzung in den Sommerferien einstimmig beschlossen – und damit dem Vorschlag der SPD eine Absage erteilt.

Die Sozialdemokraten wollten ursprünglich ein „Kümmerer-System“ einführen, also eine Person einsetzen, die die Toiletten an der Gesamtschule im Blick hat. Ein solches System gab es vor 20 Jahren schon einmal – damals scheiterte es jedoch gnadenlos. Die SPD trug das technische System am Ende ebenfalls mit.

Vandalismus, mangelnde Hygiene und große Hemmschwelle

Vandalismus, mangelnde Hygiene und die Hemmschwelle vieler Schülerinnen und Schüler, die Toiletten überhaupt zu nutzen, beschäftigen Politik und Schule seit Langem. Das nun verabschiedete Konzept sieht vor, dass ausgewählte Toiletten auf dem Schulgelände künftig nur noch mit einem persönlichen Transponder geöffnet werden können. Die Nutzung soll freiwillig bleiben.

Deshalb soll mindestens eine größere Toilettenanlage auf dem Schulhof weiterhin frei zugänglich sein. Aktuell sind dafür die Toiletten im Bereich des Forums vorgesehen, weil sie bei Veranstaltungen im Forum oder in der Erft-Swist-Halle ebenfalls den Besuchern zur Verfügung stehen.

Neues System für Toiletten soll Vandalismus eindämmen

Ziel des Systems ist es, Vandalismus einzudämmen und gleichzeitig die Sauberkeit sowie das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Frühere Ansätze wie Toilettenpatenschaften oder ausgeliehene Transponder hatten nach Angaben des scheidenden Schulleiters Stephan Steinhoff nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

„Ich habe den Eindruck, dass wir jetzt endlich eine Lösung gefunden haben“, sagte Steinhoff. „Wenn Kinder und Jugendliche den ganzen Tag einhalten, weil sie sich nicht trauen, auf die Toilette zu gehen, ist das nicht förderlich fürs Lernen.“

Diskussion um den Datenschutz verschlang viel Zeit

Die geplanten Schließzylinder an den Toilettenanlagen stammen vom gleichen Hersteller wie die bestehende Schließanlage der Schule. Nun muss geprüft werden, ob die vorhandene Software genutzt werden kann oder zusätzliche Lizenzen erforderlich sind. Geht ein Transponder verloren, muss er gesperrt werden. Ein Missbrauch bis zur Verlustmeldung sei zwar grundsätzlich möglich, wurde in der Ausschusssitzung jedoch als allgemeines Lebensrisiko bewertet.

Breiten Raum nahm die Diskussion um den Datenschutz ein. Nach den bisherigen Planungen werden auf den Schlössern lediglich eine anonymisierte Kennnummer sowie der Zeitpunkt des Öffnens gespeichert. Die Zuordnung zwischen Chip und Person erfolgt ausschließlich über eine separate Liste in der Schule. Ausgelesen werden die Daten nur im Verdachtsfall, etwa nach Vandalismus, durch autorisierte Personen mit einem Lesegerät vor Ort. Eine Übertragung per WLAN ist nicht vorgesehen.

Wie lange Daten gespeichert werden, ist noch offen

Uneinigkeit bestand allerdings über die Speicherdauer der Daten. Während eine Frist von 48 Stunden als ausreichend angesehen wurde, standen auch bis zu sieben Tage im Raum. Um rechtliche Sicherheit zu schaffen, soll nun eine Stellungnahme des Landesbeauftragten für Datenschutz eingeholt werden. Die Verwaltung betonte, dass die technische Planung parallel weiterlaufen könne – wenn nicht gar müsse. „Wenn wir auf eine Stellungnahme warten, verlieren wir mindestens ein halbes Jahr“, sagte Alexander Eskes, Erster Beigeordneter der Gemeinde Weilerswist.

Eine Besichtigung der Toiletten hatte zuvor gezeigt, dass einige Anlagen zwar in einem ordentlichen Zustand sind, andere aber deutliche Mängel aufweisen. Neben Schmierereien fehlt es teilweise an grundlegender Ausstattung wie Klobürsten, Hygieneeimern oder funktionierenden Seifenspendern. Diese Defizite sollen kurzfristig behoben werden. Zudem sollen beschmierte Türen überstrichen und beschädigte Elemente nach und nach ersetzt werden.

Politischer Beschluss eigentlich unnötig, soll Vorhaben aber untermauern

Die Kosten für die technische Zugangslösung werden auf 8000 bis 8500 Euro geschätzt. Pro Tür fallen etwa 500 Euro an, ein Transponder kostet rund sechs Euro. Eigentlich wäre für eine solche Investition kein politischer Beschluss nötig, weil der Bürgermeister Aufträge bis 25.000 Euro als „Geschäft der laufenden Verwaltung“ vergeben kann. Dem Ausschuss war es aber wichtig, dass der Schritt „politisch untermauert wird“, wie es der Vorsitzende des Gremiums, Bernd Giesen (SPD), formulierte.

Die Verwaltung soll nun Gespräche mit dem Schulförderverein über eine finanzielle Beteiligung führen. Außerdem wird geprüft, ob Mittel aus einem Spendenlauf eingesetzt werden können.

Der Ausschuss beschloss zudem, den baulichen Zustand der Toiletten an den Grundschulen zu überprüfen und notwendige Sanierungen mit vandalismusgeschützter Ausstattung umzusetzen. Gleichzeitig soll das Kinder- und Jugendparlament in die Gestaltung der Anlagen einbezogen werden. Darüber hinaus wurde die Einführung einer technischen Zugangslösung an der Gesamtschule auf den Weg gebracht.