Die Solarparks in Weilerswist und Scheven-Kalenberg erzeugen pro Jahr mehr als 31 Millionen Kilowattstunden Strom für über 9000 Haushalte.
Erneuerbarer StromWeilerswist und Scheven-Kalenberg: Zwei neue Solarparks am Netz

Spülbohrung bei Pfeifer & Langen.
Copyright: Bach & Mergel/Dominik Ketz
Die Inbetriebnahme zweier Solarparks, ein Meilenstein beim Wärmenetz Euskirchen und neue Ladestationen bei der Kreissparkasse: Langweilig wird es beim Energieversorger E-Regio mit Sitz in Kuchenheim derzeit nicht.
Unterquerung der Erft
Beim Aufbau des neuen Wärmenetzes in Euskirchen berichtet E-Regio vom Erreichen eines wichtigen Meilensteins: Zwei Fernwärmeleitungen und eine Kabelleitung wurden erfolgreich unter der Erft verlegt. Durch die erfolgreiche Unterquerung konnte das Kuchenheimer Unternehmen nun den Lückenschluss von den bereits verlegten Abschnitten zur Heizzentrale auf dem Gelände der Zuckerfabrik Pfeifer & Langen herstellen.
Zum Schutz der in einem Landschaftsschutzgebiet liegenden Ufer- und Auenflächen wurden die Arbeiten im Spülbohrverfahren durchgeführt, sodass auf umfangreiche Erdarbeiten verzichtet werden konnte. Die neuen Leitungen laufen nun geschützt unter dem Flussbett und sind dadurch auch besser gegen Hochwasser- und Flutereignisse abgesichert.
„Die Erftunterquerung war eines der anspruchsvollsten Teilprojekte unseres Fernwärmenetzausbaus. Dass wir die Erft mit dem Spülbohrverfahren unterqueren konnten, ohne die Uferbereiche offen aufzugraben, ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten und ein wichtiger Schritt für die Wärmewende in Euskirchen“, wird Hubertus Linden, Teamleiter für die Netzplanung bei E-Regio, zitiert.
Der Spatenstich für das Fernwärmenetz erfolgte im April 2025. Voraussichtlich Anfang 2027 soll das Netz in Betrieb gehen. Zu den ersten Anschlüssen gehört das neue Rathaus der Stadt Euskirchen. Mit dem Fernwärmenetz schafft E-Regio eine zentrale Alternative zur individuellen Wärmeversorgung in Euskirchen. Hauseigentümer können sich weiterhin an das Netz anschließen lassen. Ob ein Anschluss möglich ist, zeigt der Fernwärme-Check.
www.e-regio.de/fernwaerme.
Neue Solarparks
Bereits im September wurden die Solarparks Weilerswist und Scheven-Kalenberg in Betrieb genommen. Damit wird die regionale Energieinfrastruktur weiter ausgebaut. Mit dem Euskirchener Projektentwickler F&S solar hat das Unternehmen zwei Photovoltaikanlagen auf Freiflächen realisiert, die mehr als 31 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen werden, wie E-Regio berichtet. Damit können rechnerisch mehr als 9000 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.
Der Solarpark Weilerswist umfasst die beiden Teilflächen Weilerswist-Neuheim und Erftstadt-Bliesheim entlang der Autobahn A1. Auf rund 13,5 Hektar erzeugt die Anlage künftig jährlich rund 17,7 Millionen Kilowattstunden Strom – ausreichend für mehr als 5000 Haushalte.
Der Solarpark Scheven-Kalenberg erstreckt sich entlang der Bahntrasse auf Flächen der Stadt Mechernich und der Gemeinde Kall. Mit einer Leistung von rund 13 Megawattpeak und einer jährlichen Stromproduktion von etwa 14 Millionen Kilowattstunden ist er nach Angaben von E-Regio der bislang größte Solarpark im Kreis Euskirchen (das Weilerswister Pendant liegt zum Teil im Rhein-Erft-Kreis). Der erzeugte Strom deckt rechnerisch den Bedarf von rund 4000 Haushalten.

Mitarbeiter von E-Regio und F&S.
Copyright: E-Regio/Lukas Knopf
Beide Anlagen sorgen für eine Verringerung von 23.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Errichtet wurden die beiden Solarparks auf sogenannten privilegierten Flächen. Dabei handelt es sich um Standorte entlang von Hauptverkehrswegen, die vom Gesetzgeber für die Erzeugung erneuerbarer Energien vorgesehen sind. Gleichzeitig wurden beide Projekte von Anfang an naturverträglich geplant. Die Flächen werden bereits durch Schafe beweidet. Anders als auf intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen gibt es dort kaum Eingriffe, sodass sich unter und zwischen den Modulen Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Vögel entwickeln können.
Wirtschaftlich wirken die Projekte direkt vor Ort. Die jeweiligen Kommunen profitieren von Gewerbesteuereinnahmen. Darüber hinaus sind Beteiligungsmodelle für Städte und Gemeinden sowie Bürger vorgesehen.
„Das Energiesystem verändert sich grundlegend. Strom wird künftig stärker dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Die neuen Solarparks in Weilerswist und Scheven-Kalenberg liefern nicht nur erneuerbare Energie für die Region, sondern schaffen auch Wertschöpfung vor Ort“, sagt E-Regio-Geschäftsführer Stefan Dott.
Ladestationen bei der KSK
Mitarbeitende der Kreissparkasse Euskirchen können ab sofort ihre E-Autos bequem während der Arbeitszeit laden. E-Regio hat auf dem Parkplatz des Sparkassenzentrums in der Von-Siemens-Straße sechs Ladepunkte installiert und damit bereits das zweite Projekt im Rahmen des neuen Ladekonzepts „Jobladen“ umgesetzt. Das teilt der Energieversorger in einer Meldung mit.
Die Mitarbeitenden der Kreissparkasse profitieren ab sofort nicht nur von der Möglichkeit, ihr Fahrzeug während der Arbeitszeit zu laden, sondern auch von einem vergünstigten Ladepreis. Ergänzend hat E-Regio einen DC-Schnelllader installiert, der beispielsweise von Besuchern der KSK-Zentrale und des dortigen SB-Centers genutzt werden kann. Für die Ladesäulen liefert E-Regio TÜV-zertifizierten Ökostrom.
„Mit der neuen Ladeinfrastruktur schaffen wir ein Angebot, das optimal zu den Anforderungen unserer Mitarbeitenden und unseres Standorts Sparkassenzentrum passt. Gemeinsam mit E-Regio konnten wir eine Lösung realisieren, die einfach, flexibel und wirtschaftlich ist. Das Konzept lässt sich sehr gut in unseren Arbeitsalltag integrieren und unterstützt unsere Mitarbeitenden beim Umstieg auf die Elektromobilität“, betont Wolfgang Krüger, Vorstand der Kreissparkasse Euskirchen.
Bei „Jobladen“ handelt es sich um ein Ladekonzept, bei dem E-Regio Planung, Installation, Betriebsführung und Abrechnung von Mitarbeitenden-Ladesäulen für Unternehmen übernimmt.
„Mit dem Projekt bei der Kreissparkasse Euskirchen zeigt der Energieversorger, dass moderne Ladeinfrastruktur nicht nur an großen Industriestandorten, sondern ebenso bei regionalen Unternehmen in kleinerem Maßstab realisiert werden kann“, heißt es in der Mitteilung weiter.
„Mit Jobladen bieten wir unseren Geschäftskunden unterschiedliche Pakete mit abgestuften Serviceleistungen. Das Projekt bei der Kreissparkasse Euskirchen zeigt, dass wir auch für kleinere und mittlere Ladeinfrastrukturprojekte passgenaue Lösungen bereitstellen können“, erklärt Christian Schmitz aus dem E-Regio-Vertriebsteam. (ets)
