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„Eine Welt zerbrochen“Familie nach Tod des 14-jährigen Yosef in Dormagen erschüttert

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Die Polizei hat nach dem Fund einer Leiche in Dormagen eine Mordkommission eingerichtet. Einsatzwagen am Fundort.

Die Polizei hat nach dem Fund einer Leiche in Dormagen eine Mordkommission eingerichtet. Einsatzwagen am Fundort.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche des Jungen in einem Waldgebiet gefunden. Die Polizei sucht weiter Zeugen.

Die Mordkommission „Waldsee“ der Polizei arbeitet „auf Hochtouren“ an der Aufklärung der Tötung eines 14-Jährigen in Dormagen. Alle derzeitigen Erkenntnisse deuten auf ein Kapitalverbrechen hin. Die Familie und Angehörige stehen unter Schock, eine Spendenaktion soll sie unterstützen.

14-Jähriger Opfer eines Kapitalverbrechens – Mordkommission prüft Hinweise

Ein Spaziergänger hatte am Mittwoch (28. Januar) die Leiche des 14-Jährigen an einem See in Dormagen-Hackenbroich nördlich von Köln gefunden. Bereits die ersten Untersuchungen ließen auf ein Tötungsdelikt schließen. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen.

„Aktuell werten die Ermittler Spuren aus und gehen Hinweisen nach“, erklärte ein Pressesprecher der Kreispolizei Rhein-Kreis Neuss. Es werden jedoch auch weiterhin Zeugen gesucht, die Angaben zu dem Tötungsdelikt oder den Umständen machen können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0211-8700 entgegen.

Familienumfeld startet Spendenaktion

Die Angehörigen stehen nach dem gewaltsamen Tod des 14-Jährigen unter Schock. „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Yosef, der im Alter von nur 14 Jahren viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde“, heißt es aus dem Familienumfeld. „Die Umstände seines Todes sind noch unklar – zurück bleiben eine trauernde Mutter und eine Schwester, deren Welt von einem Moment auf den anderen zerbrochen ist.“

Eine Spendenkampagne auf Gofundme soll der Familie jetzt helfen. Den Verlust könne kein Geld der Welt lindern. „Aber wir können zusammenstehen, Mitgefühl zeigen und der Familie in dieser unvorstellbar schweren Zeit zumindest eine kleine Stütze sein“, so die Urheber. Inzwischen wurden bereits über 40.000 Euro gesammelt (Stand: 3. Februar 2026)

14-Jähriger in Dormagen getötet – Bürgermeister spricht sein Beileid aus

Die Stadt Dormagen zeigt sich zutiefst bestürzt über den Tod des Jugendlichen. Er habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Der 14-Jährige habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen.

„Der Tod dieses jungen Menschen macht uns alle tief betroffen. Im Namen der Stadt Dormagen spreche ich der Familie, den Freundinnen und Freunden sowie allen, die ihm nahestanden, mein aufrichtiges Beileid aus“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD).

Auch der Fußballverein des Jugendlichen meldete sich zu Wort: „Mit großer Trauer und tiefer Bestürzung erreichte uns die Nachricht von dem viel zu frühen Tod unseres Vereinsmitglieds“, hieß es auf der Homepage des Vereins. „Yosef war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht.“

Die Mordkommission „Waldsee“ vernimmt derzeit Zeugen. Ermittler berichteten, dass der 14-Jährige am Mittwochmittag zuletzt lebend gesehen wurde. Um 17 Uhr hatte ein Spaziergänger seine Leiche entdeckt. Ob der Fundort der Leiche auch der Tatort ist, sagte Staatsanwältin Janne Jakobek aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.