Kopenhagen – Seen, Flüsse und Küstengewässer: Deutsche Badestellen weisen fast allesamt eine ausgezeichnete Wasserqualität auf. Das geht aus dem neuen Badegewässerbericht der Europäischen Umweltagentur EEA hervor, den die EU-Behörde am Freitag in Kopenhagen veröffentlichte. Demnach überzeugten 90,4 Prozent der in 2021 analysierten Gewässer in der Bundesrepublik mit exzellenten Wasserbedingungen. Nur 14 der rund 2291 Badestellen wurden dem Bericht nach als mangelhaft eingestuft, da sich dort bedenkliche Bakterien im Wasser befanden – im Jahr 2020 waren es noch elf gewesen.
Badegewässer in der Region
„Ausgezeichnet“: Viel anders lässt sich die Qualität der Badegewässer im Kölner Umland kaum beschreiben. Bei den allermeisten Badestellen in Nordrhein-Westfalen fällt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz der Website nach dieses Urteil. Fünf Gewässern bescheinigt es eine „gute“ Wasserqualität. Das betrifft etwa die Lingese-Talsperre in der Gemeinde Marienheide im Oberbergischen Kreis und den Eiserbachsee in der Gemeinde Simmerath in der Städteregion Aachen. Die aktuelle Qualität eines Badegewässers wird dabei anhand von Messwerten aus den zurückliegenden vier Jahren beurteilt. Zusätzlich nehmen die Gesundheitsämter während der Badesaison grundsätzlich mindestens alle vier Wochen zusätzlich Wasserproben für die genauere Analyse der Wasserqualität.
Wegen der Flut im vergangenen Jahr bleiben einzelne Abschnitte der Wupper-Talsperre weiterhin gesperrt – so etwa die Vorsperre in Hückeswagen. An einzelnen Abschnitten ist das Baden aber möglich. Auch die Badestellen an Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre haben geöffnet. (EB)
Unter den als mangelhaft bewerteten Gewässern befanden sich unter anderem der Sunthauser See in Bad Dürrheim (Baden-Württemberg), das Freibad Miersdorfer See in Zeuthen (Brandenburg), der Mainparksee in Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg (Bayern), der Naturbadestrand Glöwitzer Bucht in Barth (Mecklenburg-Vorpommern), der Nordsee-Badestrand Wremen im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) und die Badestelle an der Elbe bei Brokdorf (Schleswig-Holstein).
Deutschland im oberen Mittelfeld
Insgesamt stufte die EEA im Jahr 2021 rund 85 Prozent der europäischen Badegebiete als exzellent ein. An knapp 95 Prozent der Standorte wurden die EU-Mindeststandards für die Wasserqualität eingehalten. Im Jahr zuvor waren es nur rund 83 beziehungsweise 93 Prozent. Europaweit liegen Deutschlands Seen, Flüsse und Küstengewässer nach wie vor im oberen Mittelfeld was die Wasserqualität betrifft. Die Spitzenpositionen belegten hierbei Österreich mit rund 98 Prozent an Badestellen mit exzellenter Wasserqualität, gefolgt von Malta, Griechenland und Kroatien. Die Schlusslichter der Untersuchung waren Polen, die Slowakei und Ungarn.

Die Daten der EU-Behörde werden jährlich erhoben.
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Die in Kopenhagen ansässige EEA analysierte für den jährlich erscheinenden Bericht Daten zu 21859 Badestellen in Europa. Mit dabei sind Gewässer in den 27 EU-Mitgliedstaaten außerdem werden Gewässer in Albanien und der Schweiz berücksichtigt. Für die Auswertung schaute die Behörde auf die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien, nämlich intestinale Enterokokken und Escherichia coli. Diese können beim Menschen zu Krankheiten führen. Folglich richtet sich die Wasserqualität nach der nachgewiesenen Menge dieser Bakterien, die vor allem von Abwässern und aus der Landwirtschaft stammen. Für die als mangelhaft eingestuften Badestellen rät die EEA zu Badeverboten, Warnhinweisen oder anderen Maßnahmen, um Menschen vor gesundheitlichen Problemen zu schützen.
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Die diesjährigen Ergebnisse seien ein Beweis dafür, dass über 40 Jahre EU-Maßnahmen zur Verbesserung der Badegewässerqualität in ganz Europa sowohl der Gesundheit der Bevölkerung als auch der Umwelt zugute gekommen seien, erklärte der EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx mit Blick auf die neuen Ergebnisse seiner Behörde. „Der EU-Aktionsplan „Zero Pollution“ und die Überarbeitung der EU-Badegewässerrichtlinie werden unser Engagement für die Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung in den kommenden Jahrzehnten weiter festigen.“
Den Angaben zufolge ging der Anteil der Badegewässer von schlechter Qualität seit dem Jahr 2013 immer weiter zurück. Im Jahr 2021 machten schlechte Badegewässer lediglich 1,5 Prozent aller Badegewässer in der EU aus – im Jahr 2013 waren es noch 2 Prozent gewesen. Mit einer Bewertung der Verschmutzungsquellen und einer entsprechenden Umsetzung integrierter Wasserbewirtschaftungsmaßnahmen könne zudem zu einer Verbesserung der Wasserqualität beitragen werden, wurde in dem Bericht betont. (dpa)


