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Hitze-Check für NRWKöln mit traurigem Negativtrend – Stadt in der Region fällt komplett durch

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Sommerhitze in Köln am Rhein. Eine Frau entspannt sich mit einem Buch am Rheinufer in den Poller Auen vor dem Kölner Dom. (Archivfoto von 2025)

Sommerhitze in Köln am Rhein. Eine Frau entspannt sich mit einem Buch am Rheinufer in den Poller Auen vor dem Kölner Dom. (Archivfoto von 2025)

Eine Studie der Umwelthilfe zeigt: Viele NRW-Städte sind schlecht auf Hitze vorbereitet. Wie Köln und die Region abschneiden.

Viele Städte in Nordrhein-Westfalen sind laut einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu wenig vor Hitze geschützt. Demnach gibt es in vielen Kommunen Nordrhein-Westfalens nur unzureichenden Schutz. Bei der Hitzeprüfung der Organisation wurden acht NRW-Städte mit über 50.000 Einwohnern in die unterste Bewertungskategorie eingestuft. Eine mittlere Bewertung erhielten etwa 70 Städte im Bundesland. Auch Köln und die Region erhielten keine guten Bewertungen – eine Stadt kommt sogar dreifach schlecht weg.

Wuppertal bekam unterdessen die höchste Gesamtbewertung. Im deutschlandweiten Vergleich gilt Wuppertal aus Sicht der DUH nach Kiel als die Kommune, in der die Bevölkerung am besten vor hohen Temperaturen geschützt ist.

Methodik der Untersuchung – Die Ampel im Hitze-Check

Für ihre Analyse wertet die DUH eine Vielzahl von Daten aus 195 Städten aus. In die Bewertung fließen neben den Sommertemperaturen und der Bevölkerungsdichte auch der Umfang von Beton- und Asphaltflächen sowie die Anzahl von Bäumen und Grünanlagen ein. Relevant ist darüber hinaus die Entwicklung der Bodenversiegelung in den jeweiligen Kommunen seit 2018. Auf dieser Basis wird mithilfe von Schätzungen für jede Stadt ein spezifischer Index erstellt.

Hitzewellen haben infolge des Klimawandels weltweit an Intensität und Wahrscheinlichkeit zugenommen. Damit verbunden sind gesundheitliche Gefahren, vor allem für betagte oder gesundheitlich vorbelastete Personen. Aus diesem Grund gewinnt die städtische Anpassung an diese Gegebenheiten an Bedeutung.

In einem KI-basierten Modell sind die versiegelten Flächen von Köln rot markiert (Stand: 2023).

In einem KI-basierten Modell sind die versiegelten Flächen von Köln rot markiert (Stand: 2023).

Die Studie verdeutlicht die Hitzebelastung mit einem Ampelformat. Städte mit mindestens zwei grünen Bewertungen erhalten eine grüne Gesamtbewertung, bei gemischten Ergebnissen erfolgt eine gelbe Bewertung. Eine rote Gesamtbewertung wird vergeben, wenn mindestens zwei der drei Indikatoren rot bewertet werden.

Bei welchen Städten in der Region Köln die Ampel auf Rot zeigt

Bei einer großen Anzahl an Städten und Gemeinden aus der Region Köln zeigt die Ampel der DUH auf Rot. Euskirchen, Grevenbroich, aber auch Kerpen, Düren, Langenfeld, Bergheim, Dormagen und Eschweiler fallen durch.

Euskirchen kommt sogar gleich dreifach schlecht weg. Der Grund: Die Stadt hat im Vergleich weniger Bäume, die Schatten spenden könnten. Zudem hat die Stadt seit 2018 mehr Fläche versiegeln lassen als alle anderen NRW-Städte. Hier ist die Hitzebelastung also besonders hoch.

Hoher Baumverlust in Köln seit 2018

Auch den Baumverlust hat die Studie zwischen 2015 und 2018 beobachtet. Berechnet wurde der Rückgang der von Baumkronen bedeckten Fläche. Obwohl der Baumverlust nicht direkt in die Ampelbewertung einfließt, hat Köln sich hier einen Negativplatz erworben.

Extreme Hitze macht den Menschen in Köln zu schaffen.

Extreme Hitze macht den Menschen in Köln zu schaffen.

Demnach ist der Baumverlust seit 2018 in der Domstadt besonders hoch. Nur in Duisburg ist von allen NRW-Städten ein höherer Baumverlust zu verzeichnen. Direkt hinter Köln folgen Dortmund, Essen und Düsseldorf.

Auch sonst schneidet Köln beim Hitze-Check schlecht ab. Mit über 49 Prozent Flächenversiegelung weist die Stadt den höchsten Versiegelungsgrad unter den großen NRW-Kommunen auf. Mangelndes Stadtgrün und hohe Oberflächentemperaturen machen Köln zu einem kritischen Hitze-Hotspot.

Insgesamt kommt Köln mit einer Gelben Karte aber relativ glimpflich davon. Grüne Ampeln erwarben sich unterdessen aus dem näheren Umfeld von Köln die Städte Bergisch Gladbach, Remscheid und Gummersbach.

Auch die Bestplatzierten in der Kritik

Kritik äußert die Deutsche Umwelthilfe jedoch auch an den Kommunen, die im Ranking besonders gut platziert sind. Im Bereich der Bodenversiegelung erhält nämlich keine der deutschlandweit 195 untersuchten Städte eine positive Bewertung. In Kiel wie auch in Wuppertal ist die versiegelte Fläche mittlerweile größer als noch 2018.

Daraus leitet DUH-Geschäftsführerin Metz Forderungen an Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) ab: „Wir fordern von der Bauministerin verbindliche Vorgaben für die Entsiegelung, mehr Stadtgrün und damit mehr Schatten – bei jeder Sanierung, jedem Straßenumbau und jedem Bauprojekt.“

Die Erderwärmung betrifft Deutschland überdurchschnittlich stark. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat sich das Land im Vergleich zur vorindustriellen Epoche schon um 2,5 Grad erhitzt. Insbesondere mehrtägige Hitzephasen mit über 30 Grad belasten den Organismus stark, wie aus einer Informationsseite des Gesundheitsministeriums hervorgeht. (mit dpa/red)