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Schwerer Raub in WiesdorfFrau mit Kabelbinder gefesselt – Prozess vor Landgericht

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Landgericht Köln

  1. Vor dem Landgericht Köln ist ein Prozess um einen 46-Jährigen aus Leverkusen gestartet.
  2. Er hatte im Mai eine Tankstelle in Wiesdorf überfallen und eine Mitarbeiterin bedroht und gefesselt.

Leverkusen – Die Shell-Tankstelle in Wiesdorf war sein Ziel: Am Landgericht Köln muss sich seit Dienstag ein 46-jähriger Leverkusener unter anderem wegen des Raubs im Mai verantworten. Aktuell sitzt er in Untersuchungshaft in der JVA Köln.

Wie der Täter über seinen Verteidiger Florian Storz zugab, hatte er sich vergangenen Mai in einem Gebüsch versteckt und auf die Tankstellenmitarbeiterin gewartet. Nachdem die Angestellte den Nebeneingang der Tankstelle geöffnet und die Alarmanlage deaktiviert hatte, bedrohte der Täter sie mit einem Klappmesser.

Drinnen ließ er sich 1000 Euro Bargeld aushändigen und steckte noch Zigaretten ein. Die Mitarbeiterin fesselte er mit Kabelbindern und zog ihr ein T-Shirt über den Kopf, um ihr die Sicht zu nehmen. Als Motiv für die Taten gab der Angeklagte seine Drogensucht an.

Auch Gräber bestohlen

Unter deren Einfluss, ohne gültigen Führerschein und mit dem Auto eines Bekannten machte sich der 46-Jährige auch auf den Weg zu einem Friedhof in Hürth (Rhein-Erft-Kreis). Dort bediente sich der Mann an den Gräbern und steckte diverse Gegenstände ein.

Insgesamt 18 Kilogramm an Grabutensilien hatte der Angeklagte in der Nacht zum 18. Januar dieses Jahres gestohlen, die Staatsanwaltschaft Köln listete in der Anklageschrift folgende Dinge auf: Bronzenstatue Flötenjunge, Statue Maria mit Kind in Goldfarben, zwei Madonnenfiguren, Bronzekreuz und drei Vasen aus Bronze und Messing. Der Wert der Gegenstände betrug knapp 500 Euro.

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Die Polizei hatte den Täter zeitnah erwischt, die Grabutensilien konnten im Wagen sichergestellt werden, auch fanden die Beamten mehrere Gramm Amphetamin. Der Angeklagte habe sich eines besonders schweren Diebstahls und Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig gemacht.

Die Metallgegenstände vom Friedhof habe er seinem Dealer geben oder auf dem Schrottplatz verkaufen wollen. Auch für den Überfall auf die Tankstelle schäme er sich. Er habe der Mitarbeiterin aber mehrfach gesagt, dass ihr nichts passiere. Der Prozess vor dem Landgericht ist auf zwei Verhandlungstage angesetzt.