Leverkusen – Diese Aktion ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Pandemie Dingen in die Quere kommt und sie aus der Öffentlichkeit fernhält, die zu zeigen doch so wichtig wäre: Aufgebaut im Kunstverein Leverkusen präsentieren sich zum Weltfrauentag am kommenden Montag, 8. März, acht Organisationen, die sich sowohl in der Stadt als auch international für Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen und gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen einsetzen.
„Leider können wir uns nur den Medien zeigen“, sagt Susanne Wederwer-Pampus. Es ist immer noch Lockdown. Indes: „Die Hauptsache ist, dass wir dadurch überhaupt eine Möglichkeit haben, an die Öffentlichkeit gehen und auf unsere Anliegen aufmerksam machen zu können.“ Sei es durch ein Foto und einen Bericht in der Zeitung.
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Susanne Wedewer-Pampus ist Mitglied im Zonta-Club Leverkusen, einer so genannten Service-Organisation, die andere, direkte Hilfe anbietende Institutionen finanziell unterstützen. Zu letzten gehören die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, der deutsche Frauenring, der Verein „Frauen helfen Frauen“ des Frauenhauses, die Frauenberatungsstelle Leverkusen und das Frauenbüro der Stadt. Sie alle sind im Kunstverein anlässlich des Weltfrauentags auf großen Plakatwänden zu sehen. Hinzu kommen eben der Zonta-Club, der Verein „Innerwheels“, das katholische Bildungsforum sowie die Soroptistinnen.
Gemeinsame Aktion
„Es ist das erste Mal, dass wir alle zusammen eine solche Aktion gestartet haben“, sagt Manuela Krebitt-Herrmanns vom Frauenring. Ausgerechnet im Corona-Jahr. Aber das ist eben auch das 100. Jahr, in dem weltweit der Frauentag begangen wird. Beschlossen wurde das Ganze in einer virtuellen Runde an Weiberfastnacht, als Mitglieder all dieser Frauenverbände und Frauenberatungsstellen überlegten, wie man trotz Pandemie ein Zeichen setzen könne.
Der diesjährige Weltfrauentag legt den Fokus neben allen ohnehin schon geltenden Anliegen speziell auf das Thema „Frauen in Führungspositionen – für eine ebenbürtige Zukunft in einer Covid-19-Welt“. Es geht um politische Teilhabe von Frauen, um Chancengleichheit, um feste Quoten, um mehr Einfluss auf Entscheidungen. Hört sich alles selbstverständlich an. Ist es aber nach wie vor nicht. „Daher ist uns diese Aktion auch so wichtig“, sagt Susanne Wedewer-Pampus. Mal ganz abgesehen von all den Frauen, die gerade in Corona-Lockdown-Zeiten hinter Türen und Wohnungsmauern vermehrt Gewalt erfahren in Familien jenseits der Grenze psychischer Maximalbelastung.
Aber auch „Arte Lev“, der seit elf Jahren bestehende Zusammenschluss von Künstlerinnen und Künstlern aus Leverkusen, hat sich zum Weltfrauentag am 8. März etwas einfallen lassen: Die Mitglieder haben unterschiedliche Bilder zum Thema an das Fenster eines leer stehenden Ladenlokals in den Wiesdorfer Luminaden gehängt.
Zu sehen sind Bilder wie ein Porträt der mexikanischen Künstlerin Frieda Kahlo, die eine Ikone für die Frauenbewegung ist. Bilder von Frauen mit Masken im Gesicht, die womöglich nicht nur bloßer Mundschutz sondern vielmehr ein Symbol für Entrechtung und Entmündigung sind. Bilder von Frauen als Müttern. Oder eine Tänzerin, unter der der Satz „Someday I’ll fly away“ – „Eines Tages werde ich fortfliegen“ – steht. Ein Satz, der für die Sehnsucht nach der Verwirklichung eigener Träume steht.
Norbert Kaluza hängte die Ausstellung, die noch „mindestens bis in den Mai hinein“ zu sehen sein soll unter anderem mit Christa Grass. Weitere Beteiligte: Yasmin Chachou, Kamlesh Chanda, Senada Reffke, Rolf Panzer und Ralf Maletz. „Natürlich“, sagt Norbert Kaluza, „hätten wir uns gewünscht, eine Ausstellung zu organisieren, die für alle zugänglich ist.“ Aber ein Schaufenster sei eine gute Alternative. Ergänzt wird die Ausstellung durch Plakate, die auf das Not-Telefon für Frauen (☎ 08000/ 116 01 6) hinweisen. Und: „Die Bilder sind in der so genannten Petersburger Hängung gehängt“, sagt Norbert Kaluza. Das bedeute: Rahmen an Rahmen und nicht getrennt nach Bildform. „Das steht für Gleichberechtigung.“ Ein schöner Gedanke. Ein wichtiges Thema, das weder während noch nach einer Pandemie an Dringlichkeit verliert.
www.arte-lev.de



