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VorstoßSPD will Wohnraum für Azubis in Leverkusen

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Die früheren Bullenklöster   Foto: Ralf Krieger

Es ist beinahe zehn Jahre her, dass die Bayer-Bullenklöster abgebrochen wurden. Seitdem ist auf dem Grundstück nichts passiert.

Bisher scheitert die Idee an einem Grundstück. Politisch strittig ist auch, ob die Stadt überhaupt in der Verantwortung steht.

Für Mevludin Dzeladini ist das Thema wichtig, und es liegt auch auf der Hand. Also machte sich der Sozialdemokrat im Finanzausschuss ein weiteres Mal für die Idee stark, in Leverkusen ein Wohnheim für Auszubildende zu bauen. Bis vor einem Jahrzehnt gab es so etwas in der Stadt: die „Bullenklöster“, in denen der Bayer-Konzern zuletzt Studenten aus China untergebracht hatte. Sie standen am Ludwig-Erhard-Platz, vis-à-vis des Werks. 2017 wurden sie nach langem Leerstand abgebrochen; seitdem ist dort eine Brache, weil es mit den Plänen des Immobilienentwicklers Gernot Paeschke und der Brauerei-Erbin Diana Ganser nicht voran geht.

Aus sozialdemokratischer Sicht sollte die Stadt einen neuen Anlauf machen. Denn die „Sicherung von bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung für eine attraktive Ausbildungs- und Arbeitsstadt“. So steht es in einem Antrag, der am Montagabend einmal mehr auf der politischen Agenda stand. Diesmal eben im Finanzausschuss. Mit Blick auf die auch in Leverkusen rapide steigenden Mieten, vor allem für kleine Wohnungen, sieht die SPD „Auszubildende vor erheblichen Herausforderungen“. Ein Wohnheim für diese Klientel könne „einen wichtigen Beitrag leisten, um jungen Menschen in Ausbildung eine stabile Wohnsituation zu ermöglichen und gleichzeitig die Attraktivität des Ausbildungsstandorts Leverkusen zu stärken“.

Es besteht nur lockere Bereitschaft

Dies sei nicht nur im Interesse der Auszubildenden selbst, sondern auch der Ausbildungsbetriebe in der Stadt. Die SPD hatte vorher mit Vertretern der Gewerkschaften sowie Akteuren aus der Wohnungswirtschaft gesprochen. Dabei sei deutlich geworden, „dass grundsätzlich Bereitschaft besteht, entsprechende Projekte zu realisieren, sofern geeignete Grundstücke zur Verfügung gestellt werden können“. Und da sei die Stadt am Zug, so die Forderung.

Das Problem: Im Grundstücksportfolio der Stadt gebe es kein geeignetes Land für ein Azubi-Wohnheim. Das machte Stadtkämmerer Sascha Inderwisch in der Sitzung deutlich. CDU-Fraktionschef Tim Feister äußerte grundsätzliche Bedenken. Aus seiner Sicht sind es primär die Ausbildungsbetriebe, die für Wohnraum sorgen müssen. Eine öffentliche Aufgabe sei das eher nicht, erst recht nicht in der derzeitigen katastrophalen Haushaltssituation. Mit Blick auf die Auskunft des Kämmerers wollte er den SPD-Antrag für erledigt erklären.

Feisters Parteifreundin Annegret Bruchhausen-Scholich wollte das Thema allerdings nicht endgültig abhaken. Die Vorsitzende des Finanzausschusses brachte die Wirtschaftsförderung ins Spiel. Womöglich ließe sich über diesen Kanal der Bau eines Azubi-Wohnheims anstoßen. Auch die Wohnungsgesellschaft Leverkusen oder der Gemeinnützige Bauverein Opladen kommen aus Sicht der Christdemokratin in Betracht: „Da spreche ich jetzt Sie an“, sagte Bruchhausen-Scholich mit Blick auf Dirk Löb. Der SPD-Fraktionschef ist Chef des GBO-Aufsichtsrats.

Und so wurde der SPD-Vorstoß zwar als erledigt erklärt, aber mit Protokollnotizen versehen, dass WfL, WGL und GBO auf ein Azubi-Wohnheim angesprochen werden sollen.