Wer eine Ausbildung absolviert hat und damit als Fachkraft gilt, der verdient im Oberbergischen Kreis im Durchschnitt 810 Euro mehr als eine ungelernte Kraft.
Gewerkschaft fordert mehr AusbildungFachkräfte in Oberberg verdienen deutlich mehr

In Bäckereien brechen zu viele junge Leute ihre Ausbildung ab, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.
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Wer eine Ausbildung absolviert hat und damit als Fachkraft gilt, der verdient im Oberbergischen Kreis im Durchschnitt 810 Euro mehr als eine ungelernte Kraft. Zu diesem Ergebnis kommt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und wirbt daher für mehr Ausbildungsplätze anstelle von Hilfsjobs.
Denn wer einen Gesellenbrief in der Tasche habe und Vollzeit arbeite, bekomme in Oberberg ein Durchschnittsgehalt von 3338 Euro im Monat. Hilfskräfte mit einem Ganztagsjob kämen dagegen nur auf ein Monatseinkommen von 2531 Euro. Bei ihrer Analyse beruft sich die NGG auf eine Statistik der Arbeitsagentur. Schutz vor Niedriglöhnen „Die große Einkommenskluft zeigt, dass die Berufsausbildung ein wichtiger Schutz vor Niedriglöhnen ist“, betont Manja Wiesner, Geschäftsführerin der NGG-Region Köln.
Mehr in Ausbildung investieren
„Außerdem rufen Firmen aus fast allen Branchen derzeit nach Fachkräften – insbesondere im Gastgewerbe, in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk.“ Es sei also an der Zeit, dass Betriebe mehr als bisher in die Ausbildung investierten – und damit in die Fachleute von morgen. Entscheidend sei, so Wiesner, dass die Berufe für den Nachwuchs attraktiver werden.
„In Hotels, Restaurants, Bäckereien und Metzgereien brechen noch immer zu viele Azubis ihre Lehre ab – oft aus Frust über lange Arbeitszeiten, fehlende Ausbilder oder fachfremde Arbeiten.“ Mit Blick auf den jüngsten Ausbildungsreport berichtet die NGG, dass 48 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 46 Prozent der Azubis in der Küche an, regelmäßig Überstunden machen zu müssen – ein Spitzenwert. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können es sich die Unternehmen nicht erlauben, Berufsstarter zu verprellen“, führt die Geschäftsführerin aus und fordert: „Bei der Ausbildungsqualität müssen sie dringend nachlegen.“
Zugleich appelliert sie an Jugendliche und junge Erwachsene im Oberbergischen, sich nicht mit schnellem Geld für Hilfsjobs locken zu lassen.
