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AusflugstippAuf dem Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen kann man 72 heilige Familien bewundern

3 min
Impressionen vom Krippenweg.

Klötzchenschafe, Häkelkönige und Stuhlmaria: Die Frenkhauser Dorfgemeinschaft beweist erstaunliche Kreativität.

Auf dem Krippenweg gibt es Maria und Josef in allen Formen und Farben zu sehen. Er besteht noch bis zum 10. Januar.

Es gibt Krippen aus Lego, aus Schrauben und welche aus leeren Flaschen. Manche hängen im Gebüsch, einige verstecken sich in Baumhöhlen, andere haben einen richtigen Schaukasten. 72 Darstellungen der heiligen Familie nebst Hirten, Schafen, Ochse, Esel und den drei Königen säumen die Route in Frenkhausen. Noch bis Samstag, 10. Januar, lädt das Drolshagener Dorf gleich hinter der Kreisgrenze zum Spaziergang auf seinem Krippenweg ein.

Der sechs Kilometer lange Rundweg beginnt auf dem kostenlosen Parkplatz beim Schützenhaus am Bergweg hinter der Autobahn. Die Wanderroute kann dort über einen QR-Code auf dem Handy aufgerufen werden, ist aber auch gut ausgeschildert.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Man muss die Augen richtig offen halten. Unter den 72 Krippen gibt es auch ganz kleine, die in einer Walnuss oder einer Streichholzschachtel Platz finden. Unübersehbar sind die großen Installationen aus Paletten oder Heuballen. Andere Krippen sind getöpfert, gestrickt, gehäkelt, eine hat Figuren aus Ecuador.

Auch die klassische Krippe in der katholischen Kapelle ist aufgebaut. Auf dem Platz davor befindet sich eine „Wanderkrippe“. Zum kleinen Stall führen Holzscheiben mit dem Datum von 1 bis 24. Die Kinder des Dorfes stellten Maria und Josef jeden Tag näher an die Krippe. Am Heiligen Abend wurde dann das Jesuskind in einer vom Musikverein begleiteten Kinderandacht   in die Krippe gelegt.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Viele fleißige Hände haben Krippen gestaltet, darunter die Vereine, der Kindergarten und erstaunlich viele Mitglieder der Familie Burghaus. Die ist in Frenkhausen mit mehreren mehr oder weniger nah verwandten Zweigen ansässig. Steffi und Christine Burghaus waren es auch, die den ersten Krippenweg 2021 organisierten. Wegen der Corona-Pandemie war der traditionelle Franziskusmarkt abgesagt worden.

Der Vorstand des Vereins, der sich um die   St.-Franziskus-Xaverius-Kapelle kümmert, wollte mit einer Freiluftveranstaltung Ersatz schaffen. 30 Krippen waren es damals. Schon am frühen Morgen machten sich die ersten Gruppen auf den Weg, um von einer heiligen Familie zur nächsten zu pilgern.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Impressionen vom Krippenweg in Drolshagen-Frenkhausen.

Helga Burghaus verkaufte damals bei der Premiere Liköre und Weihnachtskarten und sorgte für ein wenig Weihnachtsmarktstimmung. Auch in den folgenden Jahren gab es einen festen Stand. Heute läuft die Verpflegung der Krippenwanderer spontaner, berichtet Beate Sondermann. „Wir haben schon vor unserem Haus Glühwein angeboten. In einer anderen Straße verkauften Kinder Waffeln und Kaffee.“

Sondermann hat   mit Helga Burghaus dafür gesorgt, dass der Krippenweg wieder stattfindet, nachdem er 2024 pausierte. Die Ehrenamtlerinnen des Kapellenvereins konnten den Organisationsaufwand nicht mehr allein stemmen.

So wurde der Krippenweg kurzerhand zur dörflichen Gemeinschaftsveranstaltung erklärt. „Jeder kann mitmachen“, sagt Beate Sondermann. Über eine Chatgruppe, die 250 Dorfbewohner erreicht, wurde der Aufruf verbreitet. „Und die Resonanz war enorm. Auch viele Nachbarn, die sonst eher passiv sind und sich in keinem Verein engagieren, sind dazugekommen“, berichtet Sondermann. „Der Krippenweg integriert die Menschen im Dorf.“

Helga Burghaus freut sich über die vielen Besucher. Nicht wenige kommen aus Oberberg herüber, wie sich an den Nummernschildern auf dem Schützenparkplatz ablesen lässt. „Manchmal denkt man, eine ganze Busladung ist angerückt. Aber die Leute sind sehr diszipliniert“, versichert die Frenkhauserin. „Bisher wurde noch nie etwas kaputt gemacht oder gestohlen.“

Nur einmal war plötzlich ein Jesuskind verschwunden. Die Krippenbesitzerin habe sich schon daran gemacht, ein neues zu häkeln, berichtet Helga Burghaus. „Aber nach ein paar Tagen ist der Jesus wieder aufgetaucht. Ein Kind dachte wohl, das Baby würde frieren.“