Wettbewerb „Stadtradeln“Polizei mahnt zu mehr Rücksicht im Bergneustädter Radverkehr

Mit ihren 79 Jahren zählt Edith Jüttner (r.) nicht zu den rücksichtslos rasenden Radlern: Polizistin Daniela Kindel berät sie trotzdem.
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Bergneustadt – Zur Halbzeit des Wettbewerbs „Stadtradeln“ haben Polizei, Verkehrswacht und Kreisverwaltung am Mittwoch in Bergneustadt Nutzer des Alleenradwegs zu mehr Rücksicht und Empathie gegenüber allen anderen aufgerufen, die auf der ehemaligen Bahnstrecke unterwegs sind. „Gemeinsam auf der Trasse – aber sicher“ lautete das Motto.
So erfreulich die Tatsache ist, dass immer mehr Menschen in ihrem Alltag das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen, so gibt es auch Nachteile: Die Unfallzahlen bei den immer beliebter werdenden elektrisch unterstützten Pedelecs steigen, in diesem Jahr verunglückten schon 33, auch auf dem Alleenradweg.
Verkehrsteilnehmer fordern Rücksichtnahme
Vergessen wird zu oft, dass auch eine idyllische ehemalige Bahnstrecke ein Verkehrsweg ist. „Auf den Straßen fordern Radfahrer, dass die Autos Rücksicht auf sie nehmen“, sagt Polizeihauptkommissar Erich Klick, „auf den stillgelegten Bahnstrecken erwarten Fußgänger, Rollerfahrer oder Skater dieselbe Rücksicht von den Radfahrern.“
Stadtradeln
Am diesjährigen Stadtradeln nehmen in Oberberg zurzeit bereits 1728 Radfahrer teil, mehr als dreimal so viele wie beim Auftakt 2018. Zur Halbzeit wurden bereits 214 000 Kilometer gefahren, was laut Kreisdirektor Klaus Grootens eine CO2 -Einsparung von 32 Tonnen bedeutet.
Beim Stadtradeln geht es darum, privat und beruflich möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität in den Kommunen. Das Stadtradeln endet am 4. September, Anmeldungen sind noch möglich. (kn)
Bei zahlreichen Gesprächen, welche die Mitarbeiter der polizeilichen Unfallprävention regelmäßig entlang der Radwege führen, fällt den Beamten auf, wie unterschiedlich die einzelnen Nutzer die Lage beurteilen: Fußgänger berichten über rücksichtslos rasende Radler, die nur haarscharf an ihnen vorbeisausen. Die wiederum erzählen von frei laufenden Hunden auf dem Radweg und Kindern, denen die Eltern dort das Bobbycarfahren beibringen, oder Spaziergänger, die trotz Klingeln nicht auf Seite gehen.
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Der Radweg ist weder Rennstrecke noch Spielplatz. Verkehrsregeln eigentlich nur eine, sagen Klick und seine Kollegen: gegenseitige Rücksichtnahme. Fußgänger sollten auf der linken Seite gehen, dann haben die Radfahrer genügend Platz vorbeizufahren.
Und natürlich sollte kein Radfahrer ohne Helm unterwegs sein. Die Kosten dafür müssen kein Hindernis sein: Geschäftsführer Manfred Klinkenberg wies am Rande der Beratungsaktion darauf hin, dass die Verkehrswacht Oberberg gute Markenhelme günstig abgebe.


