FlugplatzfestIm Rückenflug über Bergneustadt und den Dümpel

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Motorkunstflug mit einer Jak 54.

Motorkunstflug mit einer Jak 54 über dem Dümpel.

Das Wetter war super, so dass tausende Menschen zum Dümpel kamen.

Das zweitägige Flugplatzfest des Luftsportclubs Dümpel am Wochenende war ein Erfolg. Tausende Besucher bestaunten am Samstag und Sonntag bei Sommerwetter Flugzeuge und die Piloten, die in der Kunstflugbox – einem gedachten Würfel mit einem Kilometer Kantenlänge – über der Startbahn ihr fliegerisches Können demonstrierten.

Formationsflieger kamen aus Meschede zum Dümpel

Für Begeisterung sorgte etwa der Formationsflug des Acro-Teams Meschede. Die drei Doppeldecker der Kunstflugstaffel aus dem Sauerland – eine Pitts S2A und zwei Pitts S2B – malten Streifen in den Himmel, sodass die atemberaubenden Figuren noch einige Zeit am Himmel standen. Kommentator Martin Hisge erläuterte, dass die dunklen Spuren dadurch entstünden, dass flüssiges Paraffin in das letzte Stück des Auspuffs eingespritzt wird. Neben „Loopings“ und „Turns“ zeigten die Piloten auch „Humptys“, wobei die Maschinen senkrecht nach oben stiegen und dann über eine Tragfläche zur Seite abkippten, oder den „Apache“, bei dem das dritte Flugzeug die Parallelspur der beiden vorausfliegenden schraubenförmig umkreiste.

Ein Highlight war auch die Segelkunstflug-Darbietung von Gisbert Leimkühler aus Melle, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Große weiße Wolken zogen malerisch über den blauen Himmel und boten eine hervorragende Kulisse für seinen Swift S-1, was Mauersegler bedeutet. Damit zauberte er ab einer Schlepphöhe von 1200 Metern mit zwei Raucherzeugern, die an den Tragflächenenden angebracht waren, rosa Spuren in die Luft. Jürgen Kraus kommt schon seit rund 20 Jahren mit seinen Flugzeugen auf den Dümpel.

Auf dem Dümpel war auch eine 80 Jahre alte Boeing zu sehen

Erstmals präsentierte er jetzt seine 80 Jahre alte Boeing „Stearman“ beim Motorkunstflug. Seine Figuren hatten so ansprechende Namen wie „Fassrolle“, „Wing-Over“ oder „Hammer-Head“. Nach der Vorstellung schilderte der Aachener, dass er das Flugzeug mit einem Neunzylinder-Sternmotor, 15 Litern Hubraum und 450 PS im Jahr 1989 aus Springfield/Mississippi importiert und dann in zweijähriger Arbeit restauriert habe: „Bis auf die Lichtmaschine ist alles original.“

Der Motor ist trotz des Alters total dicht

Besonders stolz ist der 67-Jährige auf den Motor: „Der ist komplett dicht – da tropft nichts.“ Die gelb-blaue Lackierung hat er entsprechend den Farben des „US Army Aircorps“ gestaltet, wo das Flugzeug zur Pilotenausbildung genutzt wurde, bevor es als Sprühflugzeug in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Zum Verbrauch des hubraumstarken Triebwerks gab Kraus an: „Wenn ich gemütlich fliege, sind es rund 65 Liter in der Stunde, beim Kunstflug ist es fast das Doppelte – da läuft der Sprit wie durch ein Ofenrohr.“

Doch nicht nur große, sondern auch Modellflugzeuge waren auf dem Bergneustädter Hausberg zu bewundern. Bei den Vorführungen schlugen sie Kapriolen, als ob die Gesetze der Aerodynamik und der Schwerkraft nicht für sie gelten würden. Steffen Richter aus Attendorn hat sich Hubschraubermodellen verschrieben. Begonnen hat der 30-Jährige im Alter von 14 Jahren mit Spezialmodellen, die im „3D-Flug“ auch auf dem Kopf fliegen können. Inzwischen ist er Testpilot bei der Lindlarer Firma Heli-Factory, die Großmodelle herstellt. Das größte Kuchenbuffet Sein besonderer Liebling ist ein kunstflugtauglicher Bölkow Bo 105 im Maßstab 1:4, den das Unternehmen auf seinen Wunsch angefertigt hat: „Die Erkenntnisse, die wir bei diesem Experiment gewonnen haben, fließen jetzt auch in die Produktion der anderen Modelle ein.“

Steffen Richter ist auf vielen Flugtagen unterwegs, doch auf dem Dümpel gefällt es ihm besonders: „Die Gastfreundschaft ist top – das ist in dieser Form nicht so häufig.“ Recht selten sei auch die Regelung „Spende statt Eintritt“. Für die Finanzierung der Luftsportveranstaltung gab es daher neben einem umfangreichen Angebot eine riesige Auswahl an kulinarischen Genüssen von Gegrilltem über Crêpes und Waffeln bis hin zu Pizza aus dem Steinbackofen. Martin Hisge warb für das „größte Kuchenbuffet in Oberberg“. 

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