Vor dem Final Four sprechen Benedikt Duda und Dang Qiu über Titelchancen, Freundschaft und das Duell gegeneinander.
TischtennisBergneustadt fordert Düsseldorf im Final Four heraus

Die zwei langjährigen Doppelpartner Benedikt Duda (vorne) und Dang Qiu in Aktion.
Copyright: Archivfoto: Steinbrenner
Am Samstag, 30. Mai, ist es soweit. Zum zweiten Mal nach 2019 kämpft der Tischtennis-Bundesligist TTC Schwalbe Bergneustadt im Halbfinale um den deutschen Meistertitel. In der Frankfurter SÜWAG-Arena treffen die Schützlinge von Trainer Frederik Duda ab 13 Uhr auf den nationalen Rekordtitelträger Borussia Düsseldorf. Mit Schwalbe-Eigengewächs Benedikt Duda und dem Borussen Dang Qiu stehen sich zwei langjährige Doppelpartner, die sechsmal zusammen DM-Gold gewannen, und sehr gute Freunde möglicherweise im direkten Duell gegenüber. Marco Steinbrenner hat vor dem Spieltag mit den beiden gesprochen.
Wie lange hat es gedauert, bis die verpasste WM-Medaille mit dem deutschen Team in London verarbeitet war?
Dang Qiu: Natürlich war die Enttäuschung im Anschluss an die Viertelfinal-Niederlage gegen Japan groß, da wir uns spielerisch gut präsentiert haben und schließlich in der Vorrunde noch Japan bezwingen konnten. Mittlerweile ist das Niveau in der Weltspitze sehr hoch, dass ein Topgegner wie Japan schon unter den letzten Acht und nicht erst im Finale geknackt werden muss.
Benedikt Duda: Das Ergebnis ist ärgerlich – keine Frage. Wir hatten uns als Mannschaft deutlich mehr vorgenommen und wollten mit Edelmetall im Gepäck wieder nach Deutschland zurückkehren. Aber gut, so ist nun mal der Sport.
Zum ersten Mal wird der deutsche Meister in einem zweitägigen Final 4 ermittelt und nicht mehr in der klassischen Play-off-Runde mit Halbfinals und Endspielen. Wie kommt die Neuerung an?
Qiu: Ich finde die Veränderung gut. Die Vereine verlieren zwar mindestens ein Heimspiel, aber durch solche Formate entsteht ein Event-Charakter, der für unseren Sport vor größerem Publikum und einer damit verbundenen besseren Darstellung nur gut sein kann.
Duda: Das ist eine super Idee gewesen, denn so werden sicherlich mehr Zuschauer in der Halle sein als bislang. Für uns Spieler bedeutet die Konzentration auf ein Wochenende gleichzeitig auch mehr freie Zeit, um zu regenerieren, zu trainieren oder aber auch an Turnieren teilzunehmen.
Welche Bedeutung hat das Final Four für den Verein?
Qiu: Der Titel als deutscher Mannschaftsmeister ist sowohl für den Klub als auch für uns Spieler der wichtigste. Da war in dieser Saison weder im Pokal noch in der Champions League den Titel holen konnten, wollen wir unbedingt am Sonntag ganz oben auf dem Podium stehen.
Duda: Für den TTC Schwalbe Bergneustadt ist das ein absolutes Highlight. Wir sind mit der Saison noch nicht fertig und werden alles geben, um uns gut zu verkaufen.
Welches Team geht als Favorit in die Partie?
Qiu: Das ist schwer zu sagen. Ich erwarte ein Match auf Augenhöhe. Die Chancen stehen 50:50. Bergneustadt ist, auch wenn die Spieler in der Weltrangliste mit Ausnahme von Benedikt Duda nicht so hoch platziert sind, ein unfassbar gefährliches Team.
Duda: Wir haben bislang in dieser Saison zweimal gegen die Borussia gespielt und zweimal verloren. Deshalb sehe ich uns eher als Außenseiter. Aber es ist ein Spiel, in dem es um alles geht. Vielleicht gelingt uns eine Überraschung.
Gibt es eine Fähigkeit Ihres Doppelpartners, über die Sie gerne verfügen möchten?
Qiu: Benedikt ist total akribisch und fokussiert. Er trainiert sehr hart, beständig und verfügt über eine große Willensstärke. Das sind bemerkenswerte Fähigkeiten.
Duda: Ich würde sehr gerne so gut im passiven Spiel sein wie Dang.
