Unbekannte Gruppen überfallen in Engelskirchen zwei junge Männer beim Rendezvous mit ihrer Online-Bekanntschaft.
Böses ErwachenBeim ersten Date in Engelskirchen mit Pistole und Fausthieben empfangen

Die Polizei berichtet am Mittwoch von zwei Übergriffen von Gruppen auf junge Männer in Engelskirchen.
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Unbekannte Gruppen überfallen in Engelskirchen zwei junge Männer beim Rendezvous mit ihrer Online-BekanntschaftAndreas ArnoldOberberg Was sich als erstes Date über Social Media angebahnt hatte, endete am Wochenende für zwei junge Männer in einem Fiasko. Statt einem Tête-à-Tête gab es rohe körperlich Gewalt. In einem der beiden Fälle zeigte einer der Täter dem Opfer eine Waffe, ob diese scharf war, steht nicht fest. Ob die beiden Übergriffe vom gleichen Täterkreis verübt wurden, steht laut Pressesprecherin Lara Schulz auch nicht fest. Sie räumt aber ein, dass der Verdacht nahe liegt. Die Polizei berichtet, dass es am Wochenende in Engelskirchen zwei Fälle von Übergriffen auf junge Männer gegeben habe, die sich über Social-Media-Plattformen mit vermeintlichen weiblichen Personen verabredet hätten. Was sich wie ein Rendezvous anhörte, wurde schnell zu einem bösen Erwachen.
Doch zur Vorgeschichte: Ein 27-Jähriger aus Gummersbach schrieb seit einigen Wochen über eine Social-Media-Plattform mit einer weiblichen Person. Am Samstag dann habe man sich verabredet, berichtet die Polizei. Gegen 20.40 Uhr trafen die beiden sich in Engelskirchen. Gemeinsam fuhren sie zu einem Parkplatz im Wald in der Nähe des Oelchenweges. Doch bevor man sich näher kennenlernte, schlug plötzlich eine unbekannte weibliche Person von außen gegen das Auto, schreibt die Polizei weiter.
Uhr und Handy des Opfers kamen abhanden
Als der 27-Jährige ausstieg, wurde er von einer männlichen Person gepackt und von einer Gruppe bestehend aus zirka sechs Personen getreten. Eine der Personen richtete nach Aussage des Geschädigten auch eine Schusswaffe auf ihn. Letztlich konnte er sich in seinen Pkw flüchten und fuhr davon. Im Laufe des Geschehens kam seine Uhr und sein Handy abhanden. Die junge Frau, mit der er verabredet war, war etwa 18 Jahre alt, rund 1,65 Meter groß und hatte blonde lange Haare und eine korpulente Statur. Sie trug ein schwarzes Oberteil mit einer schwarzen Kapuzenjacke und eine hellgraue Hose. Eine weibliche Person aus der Personengruppe war etwa 20 bis 21 Jahre alt und zirka 1,60 Meter groß. Die anderen Tatverdächtigen waren männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt, sie trugen dunkle Kleidung und schwarze sowie weiße Masken.
Nicht viel anders erging es einem 19-Jährigen aus Engelskirchen dann am Sonntag. Er hatte sich ebenfalls via Social-Media-Plattform mit einer vermeintlich weiblichen Person am Spielplatz an der Hüttenstraße verabredet. Als er gegen 16 Uhr dort ankam, näherten sich ihm acht bis zehn männliche Jugendliche und schubsten und drängten ihn zu einer Hütte entlang des Geh- und Radweges. So berichtet es die Polizei. In der Hütte beschimpften und beleidigten sie den 19-Jährigen zunächst, bevor sie auf ihn einschlugen und eintraten. Dann nahmen sie ihm seine Geldbörse ab und warfen sie in den nahe gelegenen Fluss. Anschließend stießen sie ihn ebenfalls in den Fluss und entfernten sich dann.
Auf Nachfrage dieser Zeitung hat Lara Schulz die Tatvorwürfe noch einmal zusammengefasst. Und da kommt einiges zusammen. Angefangen bei einer gefährlichen Körperverletzung über Nötigung, Diebstahl bis hin zur Beleidigung. Ob es sich bei den beiden Vorfällen auch um die Verabredung zu einer Straftat handele, hänge davon ab, ob die Vergehen als Verbrechen angeklagt bzw. geahndet würden, sagt Schulz. Hinweise zu beiden Fällen erbittet die Kriminalpolizei in Gummersbach. Wer Verdächtige beobachtet oder Angaben zu den Tätern machen kann, soll das Kommissariat anrufen, unter (0 22 61) 81 99-0.
Ähnlicher Vorfall bereits in Nümbrecht
Bereits im Mai dieses Jahres hatte es einen ähnlich gelagerten Überfall auf einen 58-jähriger Mann aus Ense gegeben, der von einer unbekannten Frau über einer Messengerdienst unter einem Vorwand zu einem Café unweit des Nümbrechter Aussichtsturms gelockt worden war. Beim Verlassen seines Fahrzeugs traten zwei mit Affenmasken maskierte Männer aus einem Versteck heraus und schlugen mit Baseballschlägern auf den Mann ein. Gleichzeitig wurde auf den 58-Jährigen ein Schuss mit einer Schreckschusswaffe abgegeben. Dann forderten die Kriminellen den Geschädigten auf, eine Flasche mit einer unbekannten Substanz zu trinken und Bargeld herauszugeben. Der 58-Jährige wurde durch die Tat nicht unerheblich verletzt. Wenige Tage später nahm die Polizei drei Nümbrechter fest, zwei Männer im Alter von 16 und 17 Jahren sowie eine 18-jährige Frau.
