Andreas und Tina Bujock übernehmen fünf Filialen der Bäckerei Lange, unter anderem die auf dem Steinberg. Am Donnerstag geht's los.
Bäckerei-GeschäfteGummersbacher „Plan B“ übernimmt fünf Lange-Filialen

Andreas und Tina Bujock vor dem Café Berges auf dem Gummersbacher Steinberg. Hier ist einer der fünf ehemaligen Lange-Standorte, die die Familie fortführt.
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Nur wenige Tage nach der Schließung des Bäckereibetriebs von Hartmut Lange geht es am Donnerstag an fünf Standorten bereits weiter. Die Gummersbacher Filialen auf dem Steinberg (Café Berges), dem Hepel und an der Moltkestraße werden genau so wieder eröffnet wie die auf dem Bernberg und in Wiehl-Marienhagen.
Und das unter neuer Regie der Familie Bujock. Andreas und Tina sowie die beiden Söhne Giannino und Gerardo waren über viele Jahre bei Hartmut Lange beschäftigt. Andreas startete vor 16 Jahren und ist Betriebsleiter gewesen, Tina ist Konditorin, ihre beiden Söhne sind Bäcker bzw. im Versand tätig.
Schlechte Nachricht am Hochzeitstag
Die Nachricht, dass am 31. Juli Feierabend sein soll, habe ihn am 17. März wie ein Schlag getroffen, berichtet Andreas Bujock. Und das auch noch an seinem Hochzeitstag. „Aufgeben war nie der Plan“, sagen Andreas und Tina. Und so reifte schon recht bald die Überlegung, die Filialen, die Hartmut Lange nicht an Schneiders verkauft hatte, selbst zu übernehmen.
Bis auf Hülsenbusch wird das nun umgesetzt. Bestehende Mietverträge für die Immobilien wurden neu abgeschlossen, so dass alle Beteiligten Sicherheit hätten, wie die Eheleute sagen. „Wir haben einen Plan B“, lautet nicht nur das Motto, auch der neue Betrieb firmiert unter diesem Namen, wobei es nicht nur um Backhandwerk aus Leidenschaft geht, sondern eben auch um einen Plan B, sprich eine Idee, wie es weitergeht.
Das Angebot wird verändert
Doch mit dem Willen allein, die Standorte zu übernehmen, sei es nicht getan gewesen, sagt Andreas Bujock. Schnell sei klar gewesen, dass es eine Menge zu tun gibt, ehe die fünf Filialen parat sein würden. Dazu gehörte bisweilen auch knochenharte Arbeit. So musste die alte Backstube auf dem Steinberg komplett umgekrempelt werden. Der alte Backofen musste unter viel Schweiß ausgebaut werden. „In solchen Situationen sieht man, dass man Freunde hat“, sagt Andreas Bujock.
Neben den baulichen Veränderungen ging es aber auch um das künftige Konzept. Das bewährte 1:1 fortführen, wollten die Bujocks nicht. So wollen sie künftig mehr Snacks anbieten. So auch Canapés, Bowls, vegane Alternativen, Salate, Süppchen, vieles davon auch im Lieferservice für Unternehmen: Andreas Bujock und seine Frau haben sich einiges vorgenommen. Produziert wird an zwei Standorten. Brot, Brötchen und Teilchen werden am Standort Marienhagen gefertigt. Snacks und Torten werden auf dem Steinberg hergestellt.
Los geht es um 5 Uhr
Apropos Steinberg: Auch die Bujocks werden den Namen Berges weiter fortführen. Ihr Vermieter Dietmar Berges habe gesagt, dass ihn das stolz mache, sagen die beiden. Und seine legendäre Nizza-Torte will Konditorin Tina Bujock genau so weiter anbieten wie den „Namenlosen“, einen Trockenkuchen.
Alle Pläne sind nichts wert ohne gutes Personal, wie die neuen Firmenchefs sagen. Und so sehen sie den Plan B auch als eine Art Familienprojekt an. Viele der ehemaligen Lange-Beschäftigten haben bei den Bujocks neue Arbeitsverträge unterschrieben. Zuvor gab es ein Auswahlverfahren. „Wir haben viele Gespräche geführt, um zu sehen, wer zu uns passt“, berichten die beiden. Jetzt ist Andreas Bujock sicher, dass er sich für das richtige Team entschieden hat. In der Summe werden es 45 Beschäftigte sein, die im Team „Plan B“ dazu beitragen sollen, echtes Backhandwerk fortzuführen.
Gestartet wird am Donnerstag um 5 Uhr in der Früh. Bujock sagt, dass er mit der frühen Öffnungszeit gerne die Leute ansprechen will, die morgens zur Arbeit fahren und sich dann schon was mitnehmen können.
