„Weihnachtszauber“Engelskirchener Engels-Museum zeigt neue Ausstellung

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Eine Frau und ein Mann halten Engel-Figuren vor einem Weihnachtsbaum.

Dem Museum Flügel verleihen wollen Beate Gatzsch und Ralf Rother. Das wahre Glanzstück der neuen Ausstellung ist ein Baum mit böhmischem Schmuck. Im Frühjahr wird der Anbau eröffnet.

Kein Ort wäre passender für eine Ausstellung über den „Weihnachtszauber“. Dabei ist die Hauptattraktion diesmal kein Engel.

Beate Gatzsch weiß: „Weihnachten ist das wichtigste Fest im Jahr.“ Die Kuratorin der Sonderausstellung „Weihnachtszauber“ (bis 2. Februar) erläuterte den rund 30 Gästen bei der Eröffnung am Donnerstagabend im Engelmuseum, dass mehr als 80 Prozent aller Deutschen dieses Fest feiern – unabhängig von Herkunft und Religion.

In der stillen, dunklen Jahreszeit hätten sich im Laufe der Jahre unzählige Traditionen entwickelt, führte Gatzsch aus. Diese arteten zwar in modernerer Zeit manchmal in einen Konsumrausch aus, doch eines verbinde alle: Es geht darum, anderen eine Freude zu bereiten.

Baumschmuck aus Böhmen für die Engelskirchener Ausstellung

Eine besondere Tradition, vor allem in vordigitaler Zeit,   seien die Weihnachtspostkarten, betonte die Ausstellungsmacherin. Im Rahmen der Sonderausstellung sind davon eine Reihe aus der Sammlung von Johann Fischer zu sehen, nicht selten beschrieben mit Ermahnungen fürsorglicher Mütter in Sütterlin-Schrift: „Denk dran, die Puppenschuhe für Deine Schwester mitzubringen.“

Das Highlight der neuen Ausstellung ist jedoch ein funkelnder Weihnachtsbaum, verziert mit etwa 100 Jahre altem Schmuck aus dem böhmischen Gablonz, den eine Frankfurter Sammlerin vor drei Jahren dem Museum geschenkt hat. Gatzsch erläuterte, dass die Stadt ursprünglich für ihren Modeschmuck berühmt gewesen sei, später hätten sich die Hersteller auf das Weihnachtsgeschäft konzentriert. Und sie waren kreativ: „Damals hat man alles mögliche in den Baum gehängt“, schilderte sie den ersten Besuchern mit einem Schmunzeln. So sind an dem Christbaum etwa Spinnennetze und Skorpione zu sehen, aber auch Autos, Flugzeuge und sogar Schnuller.

Einblick in den Engelskirchener Neubau

Im Anschluss   gewährte Architekt Ralf Rother, gleichzeitig Vorsitzender des Engelvereins, den Gästen einen Blick in den nahezu fertiggestellten Anbau an das Museum, der dessen Fläche von etwa 170 Quadratmetern etwas mehr als verdoppelt. Nach der Grundsteinlegung im Juni sei das rund 650 000 Euro teure Projekt in nur fünf Monaten umgesetzt worden. Der Bau in Rekordzeit sei allerdings auch nötig gewesen, da die Abrechnung mit den Fördermittelgebern noch im Dezember erfolgen müsse.

Zukünftig soll das Engel-Museum durch einen barrierefreien Empfangsbereich zugänglich sein, ebenso die behindertengerechte Toilette und das Obergeschoss durch einen Aufzug. Daneben befindet sich ein großer Veranstaltungsraum, der, mit Medientechnik ausgestattet, auch als außerschulischer Lernort fungieren kann. Darüber hinaus soll das Engelmuseum im nächsten Jahr der vierte Ort für Trauungen in der Gemeinde werden. Unterschiedlich nutzbare Nebenräume und eine Küche gehören dazu.

Besonders stolz ist Rother auf den mehrere Meter breiten, vollständig zu öffnenden und barrierefreien Zugang in den Außenbereich, der von einem in Bruchstein gefassten, doppelstämmigen Ahorn dominiert wird: „Wichtig war uns, die Außenanlage, der Umgebung angepasst, mit viel Bruchstein zu gestalten.“ Er kündigte an, dass das Gebäude im Frühjahr offiziell eröffnet wird.

Das Engel-Museum, Engels-Platz 7, ist geöffnet: dienstags und mittwochs von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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