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GastronomieKneipe mit pädagogischem Konzept serviert in Engelskirchen entspannte Kultur

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Cocktailmixer und Erzieher: Ali Agu verbindet in Engelskirchen mit seinem Restaurant „Siebzehn61“ auch einen pädagogischen Auftrag.

Cocktailmixer und Erzieher: Ali Agu verbindet in Engelskirchen mit seinem Restaurant „Siebzehn61“ auch einen pädagogischen Auftrag.

Seit bald drei Jahren führt Ali Agu an der Horpestraße das „Siebzehn61“, eine Gaststätte der etwas anderen Art. Die Idee stammt aus Kuba.

Das Restaurant „Siebzehn61“ ist ein „klitzekleiner Ort mit riesengroßer Kunst“. So steht es auf den Visitenkarten, die Betreiber Ali Agu hat drucken lassen. Der 52-Jährige hat das Siebzehn61 vor drei Jahren eröffnet, weil er der Meinung war, dass es in Oberberg zu wenige Orte gibt, an denen allen Generationen der Genuss von Kultur ermöglicht wird.

„Ich hatte gerade vier Wochen auf Kuba verbracht, kam zurück und hatte das Gefühl, mir fehlt hier was. Kuba hat meinen Horizont, was niederschwellige und vor allem entspannte Kulturangebote angeht, deutlich erweitert“, blickt Ali Agu zurück und berichtet lachend, sein Freundeskreis habe mit einem „Dann mach doch deinen eigenen Laden auf!“ reagiert.

In Lindlar etwa hat Ali Agu das Café Elan geleitet

Der Erzieher, der nach wie vor in der sozialpädagogischen Familienhilfe im Bergisch Gladbacher und Kölner Raum arbeitet, hatte da längst jahrelange Erfahrung in der Gastronomie – unter anderem als Betreiber des Lindlarer Café Elan. Und er startete noch einmal durch. In dem alten Ladengeschäft, in dem es früher Wolle und danach Tapas gab, entstand eine Kulturgastronomie, die Leute von außerhalb ebenso wie die direkte Nachbarschaft anzieht. Und das alles im vermutlich ältesten Gebäude Engelskirchens, wie Ali Agu sagt.

Heute ist das Siebzehn61 täglich ab 12 Uhr ein Treffpunkt für alle Generationen. Es gibt Musik, Kunst von regionalen Kunstschaffenden, Salsakurse, Karnevalsfeiern, „Pänz-Events“. Dazu kommen Flohmärkte, eine Weihnachtsbäckerei und nicht zuletzt gutes Essen und Cocktails, die Ali Agu gerne auch mal selber mixt.

Familie und Freunde haben bei der Einrichtung der Engelskirchener Gaststätte tatkräfitg geholfen

Familie und Freunde haben vor der Eröffnung mit Möbeln oder Porzellan zur gemütlichen Einrichtung beigesteuert. Auf der großen Scheibe klebt ein Sticker, der signalisiert, dass hier ein Noteingang für Kinder ist, das Restaurant ist zudem eine Refill-Station für kostenfreies Wasser. Draußen stehen Hundenäpfe für die Vierbeiner, drinnen trinken ihre Besitzer fair gehandelten Kaffee, essen hausgemachten Kuchen, Pizza oder Tapas.

Da der Betreiber immer noch seine 75-Prozent-Stelle in der Familienhilfe hat, gibt es zwölf Aushilfen. „Das sind junge Leute, die hier bei mir lernen, Verantwortung zu tragen, im Team zu arbeiten, auf unsere Gäste mit Freundlichkeit einzugehen, kreative Flyer zu entwerfen und die alle superzuverlässig sind“, sagt Ali Agu voller Stolz.

Ein paar dieser Aushilfen studieren mittlerweile, kommen aber an den Wochenenden immer mal wieder vorbei, um Musik zu machen. „Jeder Abend ist ein eigener Kosmos“, freut sich Ali Agu, der die meisten Ideen für Events im Siebzehn61 hat, selbst Gitarre spielt und singt, aber auch offen für Anregungen ist.

Über die Jahre ist sein Netzwerk in die Kulturszene kontinuierlich gewachsen, darum weist der Kalender kaum Lücken auf, der klitzekleine Ort ist immer gut besucht. Als stressig empfindet er das nicht: „Ich bin ein Mensch, der auf aktive Erholung setzt.“

Am Samstag, 28. März 2026, wird das dreijährige Bestehen des Siebzehn61, Horpestraße 4, unter dem Titel „Tapas, Kultur, Wahnsinn“ gefeiert. Auch dann sind gleich mehrere Bands am Start. Ali Agu verspricht „Jubiläumsvibes“, die unvergesslich sein werden.