Die etwa einen Kilometer lange Straße hinter dem Stauweiher bei Osberghausen verläuft über die kommunalen Grenzen von Engelskirchen und Gummersbach.
Oe-/Ösinghausener StraßeWarum eine Straße in Oberberg zwei unterschiedliche Schreibweisen hat

Das Straßenschild der Gemeinde Engelskirchen.
Copyright: Siegbert Dierke
Dass eine Straße auch mal durch zwei Gemeinden verläuft und die Anschriften der Anwohner dementsprechend zwei unterschiedliche Postleitzahlen beinhalten, ist erstmal nichts Ungewöhnliches. In Großstädten kommt das immer wieder vor, auf dem Land ist das dagegen eher selten. Doch auch im Oberbergischen gibt es mit der Oesinghausener Straße einen solchen Fall. Oder eher Ösinghausener Straße? Die etwa einen Kilometer lange Straße verläuft nicht nur über die kommunalen Grenzen der Gemeinde Engelskirchen und der Stadt Gummersbach, sie wird auch noch unterschiedlich geschrieben.
Zweimal Thema in der PolitikDie Straße, die hinter dem Stauweiher herführt, kann sowohl von der Engelskirchener Ortschaft Osberghausen aus befahren werden als auch von der Gummersbacher Ortschaft Brunohl aus. Von beiden Seiten aus führt sie in Richtung der Engelskirchener Ortschaft Oesinghausen – deshalb auch der Name der Straße. Die Gemeinde Engelskirchen setzt deshalb auf die Schreibweise mit „Oe“, weil die Ortschaft genauso geschrieben wird, erläutert Guido Lemmer von der Gemeinde. Warum die Stadt Gummersbach auf eine andere Schreibweise mit „Ö“ setze, kann Lemmer nicht sagen.

Das Straßenschild der Stadt Gummersbach.
Copyright: Siegbert Dierke
Siegfried Frank, Sprecher der Stadt Gummersbach, hat recherchiert und geht für die Erklärung zunächst viele Jahre zurück. So habe am 16. Dezember 1960 eine Ratssitzung der Stadt Gummersbach stattgefunden, in der die Benennung dieser Straße in „Oesinghauser Straße“ – also mit „Oe“ – auf der Tagesordnung gestanden habe.
Ein Beschluss sei jedoch nicht umgesetzt worden, berichtet Frank. Die Gründe dafür sind nicht mehr nachzuvollziehen, „denn es konnten keine Aufzeichnungen über eine Widmung (das wäre nach der Benennung der nächste Schritt gewesen) gefunden werden. Und Kartenmaterial der folgenden 30 Jahre trägt diesen Straßennamen nicht“, erläutert Frank. Die Wohnhäuser in dieser Straße wurden postalisch dem oberhalb verlaufenden Rosenweg zugeordnet.
So blieb es, bis am 21. Januar 1999 der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Gummersbach tagte und die Benennung der Straße in „Ösinghausener Straße“ – als mit „Ö“ – erneut auf der Tagesordnung stand. Der Sitzung vorausgegangen war ein Verkehrsunfall. „Ende des Jahres 1998 teilte der damalige StVO Herr Häring mit, dass sich ein Unfall auf dieser Straße ereignet habe und die Polizei im Rahmen der Unfallaufnahme die fehlende Straßenbezeichnung beanstandete. Er schlug daraufhin eine Benennung in ,Ösinghausener Straße’ (mit Ö) vor“, berichtet Siegfried Frank von seiner Recherche.
Die Mitglieder des Bauausschusses folgten schließlich diesem Vorschlag mit einem positiven Beschluss. Am 15. Mai 1999 folgte die offizielle Widmung der „Ösinghausener Straße“ in Gummersbach.
