Oberberg – Bis Weihnachten kommen die zwölf silber-blauen Streifenwagen, ab Mitte Januar beginnt die zentrale Ausbildung der neuen Ordnungsamtsmitarbeiter in den Städten und Gemeinden Oberbergs. Landrat Jochen Hagt gab am Montag in Lindlar einen aktuellen Zwischenstand zur Ordnungspartnerschaft der Kommunen und der Kreispolizei. Wie berichtet, will der Kreis bis 2020 mehr als 650 000 Euro in Ausstattung, Ausbildung und das Personal der Ordnungsämter seiner insgesamt 13 Kommunen investieren.
Dazu soll die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Ordnungsämtern stärker vernetzt und ausgebaut werden, gemeinsame Lagebesprechungen und Fußstreifen inklusive. Der Ort für die Wasserstandsmeldung war bewusst gewählt: Seit Anfang dieses Jahres gehen in Lindlar Polizei und Ordnungsamt schon gemeinsam auf Streife. Und die Kommune hat bereits einen der Streifenwagen im Einsatz, der einem typischen NRW-Polizeiauto zum Verwechseln ähnlich sieht. „Wir haben das Lindlarer Modell auf Oberberg übertragen“, sagte Hagt, der als Landrat auch Chef der Kreispolizei ist.
Ordnungspartnerschaften seien bereits ein bewährtes Modell im Oberbergischen Kreis: Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Kommunen habe die Polizei schon in Gummersbach und rund um die Bevertalsperre in Hückeswagen gesammelt. „Die Erfahrungen waren durchweg positiv“, bestätigte Hagt.
Neu sei nun das Ausmaß der Zusammenarbeit: „Wir machen das im ländlichen Raum in dieser Dimension erstmals in NRW“, so Hagt. Gemeinsame Streifen und Austausch zwischen Polizei und Ordnungsamt seien bislang vor allem in den Großstädten Praxis.
Ziel des Projekts ist zum einen, dass die Bürger mehr Präsenz auf den Straßen sehen: Die Autos fallen auf, die Ordnungsämter erhalten einheitliche Uniformen im selben Blauton wie die Polizei und jeweils eine weitere Planstelle. Dazu kommt aber auch die bessere Schulung der Außendienstmitarbeiter. Drei Monate soll die Ausbildung in den Grundlagen dauern. Neben Eigenschutz und den rechtlichen Befugnissen sollen die Mitarbeiter auch in Kommunikation und Deeskalationstechniken geschult werden. Grund für die frühe Einführung der Ordnungspartnerschaft in Lindlar waren Probleme rund um den Jahreswechsel 2016/2017 auf der Kneipenmeile mitten im Ort. „Ähnliche Probleme, wie wir sie auch in Bergneustadt, in Waldbröl und in Gummersbach am Busbahnhof hatten“, berichtete Hagt.
Die Polizei habe dabei von der engen Vernetzung mit der Verwaltung vor Ort profitiert, bestätigt Ralf Schmidt, Leiter der Direktion Einsatz bei der Kreispolizei. So konnte die Kommune zum Beispiel das direkte Gespräch mit Wirten suchen, im Zweifelsfall auch Auflagen erlassen. Eingriffsmöglichkeiten, die die Polizei nicht habe. „Das hat sich bewährt“, lobte Schmidt.
