Am zweiten Spaziergang von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit nahmen kaum Bürger teil.
Bürgermeister vor OrtZwischen Leuchtturmprojekten und Rattenködern durch Gummersbach

Die riesigen Graffiti in der Stadt sind für den Bürgermeister Schmierereien.
Copyright: Andreas Arnold
Bei seinem zweiten Spaziergang im Rahmen des Bürgerforums „Bürgermeister vor Ort“ ging es für Raoul Halding -Hoppenheit und den Ersten und Technischen Beigeordneten Jürgen Hefner am Montag durch die Gummersbacher Innenstadt. Neben viel gelobten Leuchtturmprojekten wie der umgebauten Vogtei oder aktuellen Überlegungen, den Platz vor dem Kino Seven dauerhaft zu einem Festplatz herzurichten, ging es aber auch um Themen wie Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit. Dass der Rundgang durch die Innenstadt neben viel Licht auch die Schattenseiten erkennen lassen würde, war keine Überraschung.

Bürgermeister Raoul Holding-Hoppenheit (r.) und der Erste Beigeordnete Jürgen Hefner (M.) führten die Wandergruppe an.
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Allerdings will der Bürgermeister nicht wegsehen, wie er sagt. Wobei am Montag aber auch deutlich wurde, dass er eine Lösung nicht mal eben aus dem Hut zaubern kann. Das liegt gewiss auch daran, dass Flächen, die mit teils großflächigen Graffiti beschmiert wurden, in aller Regel nicht im Eigentum der Stadt Gummersbach sind, jedoch das Stadtbild verunstalten. Genau wie ein nichtöffentlicher Durchgang zwischen Wilhelmstraße und Kaiserstraße, den die kleine Gruppe am Montag bei ihrem Rundgang nutze. Und das vorbei an Unrat und Rattenköderboxen.
In erster Linie waren CDU-Politiker beim Rundgang dabei
Bereits in seinem Wahlkampf hatte sich Halding-Hoppenheit Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit auf die Fahnen geschrieben. Im Rahmen des vor mehr als 20 Jahren eingeführten Bürgerforums „Verwaltungsvorstand vor Ort“, das jetzt unter neuem Namen firmiert, will sich Halding-Hoppenheit einen Eindruck von der Situation vor Ort verschaffen. Im Idealfall mit den Bürgern, die ihn auf Missstände, aber auch auf ihre Belange aufmerksam machen sollen. Doch Bürger waren schon am 23. Februar bei der Premiere in Dieringhausen Mangelware. Und am Montag in der Innenstadt sah es auch nicht viel besser aus. Dafür war die Politik stark vertreten. Und hier in erster Linie die CDU. Halding-Hoppenheit sagt, dass er die für den Stadtrat jeweils direkt gewählten Vertreter anspricht mitzugehen.

Die nichtöffentliche Passage am alten Kino könnten die Eigentümer auch schließen, sagt der Bürgermeister.
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Politik und Bürgern machte Halding-Hoppenheit beim Spaziergang deutlich, dass für ihn die Graffiti in der Stadt rein gar nichts mit Kunst zu tun hätten. „Das sind keine Künstler, das sind Schmierfinken.“ Die Stadt sehe diese Entwicklung und natürlich ärgere sie sich darüber. Mit den Eigentümern der betroffenen Fassaden sei man im Gespräch. Halding-Hoppenheit und Hefner machten auch keinen Bogen um die Passage am alten Kino zur Wilhelmstraße hinauf. Die Eigentümer könnten, wenn sie wollten, diese dicht machen, sagt der Bürgermeister. Genau wie die in der City-Passage an der Hindenburgstraße. So lange das Burgtheater als Kino bespielt worden sei, habe man die Passage als Notausgang nutzen können. Das Kino sei inzwischen geschlossen, so dass auch die Passage im Grunde nicht mehr für den öffentlichen Verkehr gebraucht werde.
Doch es gab auch viel Positives bei der Tour: So berichtete Jürgen Hefner über den gerade entstehenden Neubau auf dem Steinmüllergelände zwischen Halle 51 und dem Gebäude Agewis I. Investor Michael Korthaus wolle dort mit seiner Firmenzentrale einziehen. Vis a vis soll das dritte Gebäude der Gesundheitsschule des Oberbergischen Kreise entstehen. Das sei sehr positiv für die Stadt, betonte der Bürgermeister. Werde doch so auch dem Fachkräftemangel in den Pflegeberufen begegnet. Die Runde durch die Stadt führte schließlich auch zu einer Baustelle in der Alten Rathausstraße, wo aktuell ein neues dreigeschossiges Büro- und Wohnhaus entsteht. In eine der Etagen wird der Asto einziehen, der aktuell noch als Mieter im Provinzialhaus an der Moltkestraße untergebracht ist.

