Gummersbach-Derschlag – Eigentlich ist es nichts Besonders, wozu sich zwei Dutzend Derschlager am Samstagmorgen versammelt haben – doch in diesen Zeiten eben doch. Während das öffentliche Leben in ganz Oberberg so gut wie stillsteht, halten sie in ihrem Ort Frühjahrsputz. Ein kleines Stück Normalität, das den Coronavirus aber nicht ganz vergessen lässt.
Dieses Jahr ohne Feuerwehr
Eigentlich gehört die örtliche Feuerwehr zur Helferschar, die in jedem Frühjahr Müll von den Straßenrändern und Wegen aufsammelt. In Mannschaftsstärke ist die Einheit aber diesmal nicht dabei. Wegen der Pandemie sollen sich die Wehrleute nicht mehr versammeln, um Infektionen vorzubeugen, die womöglich die ganze Einheit schachmatt setzen könnten. So ist der stellvertretende Einheitsführer Thomas Köster in Zivil zum Aufräumen erschienen, gemeinsam mit zwei Kameraden. Köster will trotz der Lage seinen Beitrag zum schöneren Ortsbild leisten: „Dieser Virus kann ja nicht alles zum Erliegen bringen. Und als Privatmann darf ich helfen.“
So denken auch Abgesandte aus der Grundschule, dem Kindergarten, der Turn- und Sportvereinigung, des Schützenvereins und der Borussia Derschlag. Das Team ist zwar kleiner als in den Vorjahren, doch die Derschlager Gemeinschaft ist nach wie vor stark. Stadtverordneter Volker Kranenberg, der zur Säuberungsaktion gerufen hat, ist zufrieden. Er teilt Müllsäcke und Zangen an die Helfer aus, die der Gummersbacher Bauhof zur Verfügung gestellt hat. In mehreren Gruppen schwärmen die Frühjahrsputzer aus.
Abwechslung im Sonnenschein
Die Leiterin des örtlichen Awo-Kindergartens, Birgit Will, macht sich mit einigen Müttern, Vätern und Kindern auf in Richtung Rebbelroth. Zunächst geht es unter die Brücke, wo sich erfahrungsgemäß stets einiges an Unrat ansammelt. Über den Alleenradweg arbeiten sich die Helfer bis zur Ortsgrenze vor, dann geht’s zurück entlang der Bundesstraße.
Nachdem auch ihre Kita von den Behörden zwangsgeschlossen wurde, ist Will froh über die Abwechslung im Sonnenschein. „Wir wollten uns nicht vom Virus abhalten lassen, hier zu helfen.“ Das Ansteckungsrisiko im Freien schätzt sie als gering ein.
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Nach gut zwei Stunden trudeln die Teams wieder am Ausgangspunkt vor dem Busbahnhof ein und es zeigt sich: Das Aufräumen hat sich gelohnt. Rund 35 große Müllsäcke wurde gefüllt, mit leeren Alkoholflaschen, weggeworfenen Süßigkeitentüten und anderem Müll. Einigen Unrat, wie alte Fahrräder und Autoreifen, haben die Putzer nur fotografiert, damit der Bauhof die schweren Teile später abholen kann.



