Bei einem Sommerfest rund um die Seniorenresidenz und das Hotel nutzten viele Gäste die Gelegenheit, dem Betreiber Fragen zu stellen.
Nach SchließungVictors-Gruppe betont, dass sie in Gummersbach am Standort festhalten will

Beim Sommerfest des Pflegeheims an der Gummersbacher Brückenstraße hatten Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren viele Fragen an den Betreiber.
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Man habe schon überlegt, das Sommerfest der Residenz Ambiente abzusagen, sagt Peter Müller, Abteilungsleiter Presse, Arbeit und Soziales bei der Victors-Gruppe. Doch das wäre das „falsche Signal“ gewesen, so dass man sich für ein Fest entschieden habe.
Die Seniorenresidenz an der Gummersbacher Brückenstraße wird von derselben Gruppe betrieben wie das inzwischen geschlossene Victors Hotel in direkter Nachbarschaft. Bei beiden Immobilien gibt es, wie berichtet, Differenzen wegen ausstehender Sanierungsarbeiten, die Victors von den Eigentümern einfordert, und offenen Mietzahlungen, die diese wiederum sehen wollen. Sie sind mit dem Hotelbetreiber vor den Kadi gezogen. Bevor der Räumungsbefehl vollstreckt wurde, zog Victors aus.
Kein Wunder also, dass Peter Müller am Freitag ein begehrter Gesprächspartner auch bei den Angehörigen der Heimbewohner war. „Wie geht es weiter, wird das Heim geräumt?“, wollte eine besorgte Frau wissen. Gegenüber dieser Zeitung erläuterte Müller die Sicht der Victors-Gruppe, dass der Betreiber des Heimes an seinem „angestammten Platz bleiben“ wolle. „Das Pflegeheim ist gut belegt“, berichtet der Unternehmenssprecher. Und in Verbindung mit dem Appartementhaus und der unteren Etagen des Hotels funktioniere das von Beginn an angedachte Konzept aus Wohnen, Pflege und Versorgtwerden noch immer.
Hotelbetreiber wollen sehr gerne in der Kreisstadt Gummersbach bleiben
Müller sagte, dass seine Gruppe mit dem Eigentümer des Erdgeschosses im Hotelbereich – dort sind Rezeption, Küche und Restaurant – einen Mietvertrag über 20 Jahre habe. Wie ein neues Hotel eines anderen Betreibers da funktionieren soll, kann er sich kaum vorstellen. Und es gebe aus Sicht der Eigentümer nichts Schlimmeres als die jetzige Situation – sprich: einen Leerstand. „Das ist nicht im Interesse beider Seiten. Es hat doch 20 Jahre lang gut funktioniert.“
Und mit Blick auf das Seniorenheim sagt er aus Sicht von Victors, dass es auch da, genau wie im Hotel, Sanierungsbedarf gebe. So sei es zwingend erforderlich, die Bäder neuzumachen.
Das sei nicht nur ein Wunsch der Residenz, sondern eine gesetzliche Erfordernis, an die man sich als Betreiber zu halten habe. Man habe der Eigentümergemeinschaft auch ein entsprechendes Konzept auf den Tisch gelegt, das aber „barsch abgelehnt“ worden sei. Müller kann nur mutmaßen, wenn er gefragt wird, wie es bei Hotel und Pflegeheim so weit kommen konnte.
Für ihn scheint es so, als habe man sich „verrannt“, wobei er keiner der Parteien eine Schuld geben wolle. Mit Blick auf eine Räumung, die auch dem Pflegeheim noch droht, sagte Müller, dass es „jeder selbst beurteilen“ möge, wenn es gegen die „Schwächsten der Gesellschaft“ gehe. In der Einrichtung leben gut 70 alte Menschen. Sie werden von 90 Beschäftigten umsorgt. Das ist eine „gewachsene Gemeinschaft“.
Der Gummersbacher Marc Grümer, Vorsitzender des Beirates der Eigentümerversammlung, wollte am vergangenen Wochenende nichts zu der aktuellen Darstellung von Victors sagen. „Ich will mich nicht an dem Pingpong öffentlich beteiligen“, erklärte Grümer.
