Sensible Leuchtkraft: Die Pastellmalerinnen Gabi Birth und Claudia Weber zeigen im Kunstraum Markt 1 „Stimmungsorte“ aus aller Welt.
AusstellungGummersbacher Lehrerinnen greifen auch im Ruhestand zur Kreide

Die Landschaftsbilder von Claudia Weber (l.) und Gabi Birth gehen auf Fotografien zurück. Oft nutzen sie dieselbe Vorlage und machen daraus ganz unterschiedliche „Stimmungsorte“.
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Kreidestifte dienten den beiden Kunstlehrerinnen an der Hauptschule in Gummersbach-Strombach früher nur dazu, Aufgaben an die Tafel zu schreiben, erinnert sich Gabi Birth. In der Corona-Zeit hätten sie und ihre Kollegin Claudia Weber aus Much dann die besonderen Möglichkeiten der Pastellmalerei entdeckt.
Nach einer ersten Ausstellung vor drei Jahren unter dem Titel „Kreidezeit“ zeigen Birth und Weber nun neue Bilder im Kunstraum Markt 1 in der Gummersbacher Altstadt. „Stimmungsorte“ sind diesmal das Thema, zu sehen sind Gebäude, vor allem aber Landschaften. Zugrunde liegen Fotos, die Weber oder Birth beispielsweise an der Nordsee aufgenommen haben, um sie zu Hause mit Pastellkreide nachzuempfinden, gern auch in gemeinsamen Sitzungen.
Ausstellung in Gummersbach führt auch ans Mittelmeer
Weil hierbei ganz persönliche Stimmungen einfließen, sei es verblüffend, wie unterschiedlich das Ergebnis ist, sagt Claudia Weber. Die Pastelltechnik erlaubt auch harte Kontraste, die an de Chirico erinnern, dann wieder löst sich alles auf wie bei einem Seestück von Turner. Die reinen Pigmente der Kreide lassen die Motive leuchten, wenn die mediterrane Sonne eine Tür bescheint oder das Polarlicht den Nordhimmel verzaubert.
Claudia Weber zeigt auch einige Ölmalereien. Die besonderen Möglichkeiten der Pastellkreide stehen hier aber im Vordergrund. Gabi Birth verschweigt aber auch nicht die sensible Flüchtigkeit eines Materials, das bei unachtsamen Umgang einfach vom Papier rieselt. „Pastellmalerei kann man nicht gut unter den Arm klemmen.“
In ihrer Einführung zur Ausstellungseröffnung erläutert Birth den Besuchern nicht nur die Technik, sondern auch die ruhmreiche Tradition des Pastells, von Leonardo über Degas bis Picasso. Die pensionierten Lehrerinnen haben schon bei der ersten Ausstellung zwei begleitende Einführungskurse angeboten und waren freudig überrascht von der großen Resonanz.
Darum wollen sie diese Ausstellung wieder mit einer kunstpädagogischen Mission verbinden und in Workshops neue Fans für das Pastell heranziehen. Man kann aber auch nur gucken. Claudia Weber sagt: „Wir hoffen, dass hier jeder seinen Stimmungsort findet.“
Mitmalen möglich
Die Ausstellung im Gummersbacher Kunstraum Markt 1 (Marktstraße 1) ist bis zum 30. April zu sehen, freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr und sonntags 14 bis 17 Uhr. Die beiden Pastellmalerinnen bieten in diesem Rahmen Workshops an, in denen sie zeigen, wie man mit Kreide auf Sandpapier arbeitet. Der erste Termin ist am Mittwoch, 15. April, 15 Uhr. Anmeldung per E-Mail an: gabi.birth @gmx.de oder lauweber@web.de.

