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Oberbergischer FrauentagMädchen sind anders krank

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Eine Frau hält einen Flyer-

Ein vielfältiges Programm bietet der Oberbergische Mädchen- und Frauentag am 7. März in Gummersbach.

Beim Oberbergischen Frauentag am 7. März werden unter anderem die schwierigen Umstände für Schwangerschaftsabbrüche thematisiert.

Der neue Name ist Programm: In diesem Jahr heißt die Veranstaltung der Regional-AG Gleichstellung Oberberg zum Weltfrauentag am 7. März ganz bewusst „Oberbergischer Mädchen- und Frauentag“. Im Fokus sollen diesmal auch die ganz jungen Frauen und die Mädchen stehen, und so wird es in der Halle 32 in Gummersbach Angebote geben, die sich besonders an diese Altersgruppe richten.

Nina Sommer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gummersbach und Sprecherin der Regional-AG, versprach zusammen mit Pressesprecherin Josefine Zwinge und der Gleichstellungsbeauftragten des Aggerverbands, Uta Ufer, ein ebenso vielfältiges wie attraktives Programm unter dem Titel „Zuhören, Informieren, Stärken“.

Die Beschwerden von Frauen werden oft bagatellisiert, nicht ernst genommen und auch in der Forschung strukturell benachteiligt.
Nina Sommer über den Schwerpunkt „weibliche Gesundheit im ländlichen Raum“

Es ist die dritte Auflage der Veranstaltung im großen Rahmen, mehr als 1000 interessierte Frauen und Männer kamen im vergangenen Jahr. Diesmal werden rund 35 Ausstellerinnen aus dem gesamten Kreisgebiet bei der Frauenmesse in der Halle 32 vertreten sein, vom Netzwerk gegen Gewalt über die Businessfrauen, Tagesmütternetz, Schuldnerberatung, Wirtschaftsförderung, Tanz +50 bis zum „hygeliggen Stricken“.

Dazu gibt es mehr als 20 Workshops, Fachvorträge und Schnupperkurse zu so unterschiedlichen Themen wie Kommunalpolitik, Kultur, Schönheit, Bewegung und Karriere. Anders als im Vorjahr müssen sich Interessentinnen für die Workshops nicht zuvor anmelden, sondern erst am Tag selbst in der Halle 32. „Im vergangenen Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerinnenzahl ausgebucht waren, aber viele Frauen dann doch nicht gekommen sind“, begründet dies Nina Sommer.

DRK Oberberg informiert über Herzinfarkt

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung, die von Sponsoren unterstützt wird, soll das Thema „Weibliche Gesundheit im ländlichen Raum“ sein. Das ist auch das Thema einer Podiumsdiskussion. „Die Beschwerden von Frauen werden oft bagatellisiert, nicht ernst genommen und auch in der Forschung strukturell benachteiligt “, weiß die Gleichstellungsbeauftragte. Beispiele seien Endometriose, die oft zu einem langen Leidensweg führe, und das Lipödem, dessen Behandlung erst neuerdings von Krankenkassen übernommen wird. Das DRK informiert über Krankheiten, die sich bei Männern und Frauen unterschiedlich zeigen wie etwa ein Herzinfarkt, ganz praktisch gibts dazu für Interessierte an Ort und Stelle einen kleinen Gesundheitscheck.

Informationen sind zudem zu erhalten zur Schwangerschaftsberatung. „Im Oberbergischen Kreis gibt es seit 2016 keine Möglichkeit mehr zum Schwangerschaftsabbruch, Frauen und Mädchen müssten weit fahren“, schildert Nina Sommer. Speziell für Mädchen halten zwei Gynäkologinnen aus Nümbrecht eine Sprechstunde, in der Fragen zu Pubertät, Zyklus, Empfängnisverhütung und übertragbare Geschlechtskrankheiten in geschütztem Rahmen gestellt werden können. Ein Selbstsicherheitstraining für Mädchen steht ebenfalls auf dem Programm.

Aber auch die Unterhaltung soll nicht zu kurz kommen, etwa mit einem Auftritt der elfjährigen Hip-Hop-Weltmeisterin Emma Pinger im Bühnenprogramm oder bei einem Rap-Workshop in der Studiobühne, bei dem Mädchen kleine Texte schreiben und von Expertin Ket Tipps zur Umsetzung bekommen mit dem Ziel, Mut und Selbstbewusstsein zu stärken. Wichtig ist den Veranstalterinnen, dass sie und ihre Kolleginnen in allen Kommunen des Kreises auch über die Veranstaltung hinaus Ansprechpartnerinnen für die Oberbergerinnen sind.

Der Oberbergische Mädchen- und Frauentag findet statt am Samstag, 7. März, von 11 bis 17 Uhr in der Halle 32, Steinmüllerallee 10 in Gummersbach.