AfD-Mann Patrizio Milia zieht seine Kandidatur zurück und wirbt für parteilose Kandidatin Lilia Köhler.
Mühsame WahlThanapalasingham leitet den Gummersbacher Integrationsausschuss

Mary Roshani Thanapalasingham ist neue Vorsitzende des Ausschusses.
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Im Vorfeld der ersten Sitzung des neuen Gummersbacher Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration war schon viel und wild über den Verlauf der Sitzung spekuliert worden. Bisweilen mit Skepsis gesehen wurde, dass sich mit Patrizio Milia ein AfD-Ratsmitglied um den Vorsitz beworben hatte. Doch Milia war nicht allein. Ein mit allen Fraktionen abgestimmter Wahlvorschlag sah neben ihm auch noch Mary Roshani Thanapalasingham (SPD) und die parteilose Lilia Köhler als weitere Bewerberinnen um den Vorsitz vor. Am Ende war es Thanapalasingham, die mit deutlicher Mehrheit zur Vorsitzenden gewählt wurde. Doch der Weg dorthin war mühsam. Erst hatte Milia beklagt, dass sich die Kandidaten nicht vorstellen konnten. Das änderte Rainer Sülzer (CDU) als Alterspräsident der Sitzung. Dann wollte der AfD-Mann, dass über die Kandidaten geheim abgestimmt wird, doch dafür bekam Milia nicht den erforderlichen Zuspruch und scheiterte bei 5:13 Stimmen mit seinem Antrag.
Kurze Vorstellung der Kandidaten
Dann ging es in die Kurzvorstellung. Thanapalasingham berichtete, dass sie bereits in der vergangenen Wahlzeit den Vorsitz des Integrationsrates inne hatte. Also dem Vorgängergremium, das sie als „Lernsituation“ bezeichnete. Die Ehefrau und Mutter führte weiter aus, dass sie schon seit zehn Jahren in Gummersbach lebe. Patrizio Milia war sein Unmut über das Verfahren anzumerken. Er berichtete, dass man ihm intern abgeraten habe, für den Vorsitz zu kandidieren, weil das Ergebnis der Wahl bereits abgesprochen worden sei. Als Betreiber einer Sportschule sei das Thema Integration sein Alltag. Er fühle sich geehrt, „uns Ausländer hier vertreten zu dürfen“, so der AfD-Mann. Lilia Köhler schließlich legte für sich in die Waagschale, dass sie parteilos sei und wie Thanapalasingham bereits über fünf Jahre Erfahrung im Integrationsrat verfüge. Beruflich habe sie jeden Tag mit internationalen Familien zu tun, weswegen sie diese hier in diesem Gremium am besten vertreten könne.
Bevor es dann zur Abstimmung kam, ergriff noch einmal Milia das Wort. Jetzt pflichtete er Köhlers Aussagen bei, nach denen eine Parteilose für das Amt am ehesten geeignet sei. Er selbst verzichtete auf seine Kandidatur. Sein Plädoyer änderte aber nichts mehr daran, dass Thanapalasingham die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinte. Milias Versuche, Köhler im Nachgang sowohl für den ersten als später dann auch noch für den zweiten Vorsitzenden ins Rennen zu schicken, konnten die Mehrheit im Ausschuss nicht weiter beeindrucken. Sie beließ es bei dem im Vorfeld abgestimmten Wahlvorschlag. Und danach wurde Elisabeth Raupach, Stadtverordnete der SPD, erste Stellvertreterin, und Dirk Vedder (CDU) zweiter stellvertretender Vorsitzender. Die im Vorfeld von externer Seite befürchteten Turbulenzen blieben am Ende aber aus.

