Die 18-Jährige aus Oberberg wagte den Schritt zum TSV Bayer 04 Leverkusen – und erfüllt sich ihren Traum.
HandballNika Sterzik aus Oberberg spielt Jugend-Bundesliga in Leverkusen

Die Gummersbacher Handballerin Nika Sterzik spielt auf der Linksaußenposition und tritt mit Bayer Leverkusen in der Jugend-Bundesliga an.
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Handballerin Nika Sterzik hat sich ihren Traum erfüllt: Um in der Jugend-Bundesliga zu spielen, wechselte sie von den HBD Löwen Oberberg zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Im Gespräch mit Lara Mielke erzählt die 18-Jährige von ihrem Schritt nach Leverkusen, ihren sportlichen Zielen und ihrem Alltag zwischen Training und Schule.
Wie kam der Kontakt nach Leverkusen zustande?
Nach dem Aus in der Bundesliga-Qualifikation mit den HBD Löwen habe ich selbst den Kontakt nach Leverkusen gesucht. Es war schon länger mein Ziel, irgendwann in der Jugend-Bundesliga zu spielen. Zum Glück stand ich bereits auf der Scouting-Liste, so dass ich schnell eine positive Rückmeldung bekommen habe.
Wie war der Wechsel für Sie?
Der Handball bei den Löwen und auch in Strombach war schon leistungsorientiert. In Leverkusen ist das Niveau aber noch einmal höher und der Leistungsdruck deutlich größer. Dadurch ist die Stimmung weniger familiär als in meinen vorherigen Teams, aber das gehört auf diesem Niveau dazu.
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Fühlen Sie sich mittlerweile angekommen?
Ja, mittlerweile auf jeden Fall. Am Anfang war es nicht ganz leicht, weil es viele Abgänge und Neuzugänge gab. Aber wir wachsen immer mehr zusammen und ich fühle mich im Team wohl.
Wie sieht Ihr Alltag aus?
Ich kann meistens bis 9 Uhr schlafen. An einigen Tagen steht dann Frühtraining an. Danach arbeite ich im Rahmen meines FSJ bis etwa 15 Uhr. Ab 17 Uhr folgt in der Regel das Training in Leverkusen. Wenn ich abends nach Hause komme, bleibt oft nur noch wenig Zeit, bevor es wieder ins Bett geht.
Wie oft trainieren Sie?
Vier- bis sechsmal normales Handballtraining in der Woche – je nachdem, ob ich zusätzlich bei den Damen trainiere. Dazu kommen zweimal Krafttraining und gelegentlich individuelles Wurftraining.
Bleibt bei soviel Handball noch Freizeit?
Unter der Woche kaum, vielleicht abends ein paar Minuten. Am Wochenende habe ich meistens entweder samstags oder sonntags etwas mehr Zeit – dann treffe ich Freunde oder nehme mir mal Zeit für mich.
Hat man manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen?
Darüber habe ich schon öfters nachgedacht. Natürlich würde ich gerne mehr reisen oder einfach mehr freie Zeit haben. Aber durch den Handball habe ich unglaublich viele Freunde gefunden und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Das, was ich bisher erleben durfte, würde ich nicht eintauschen wollen.
Wie haben Sie sich vor dem ersten Spiel in der A-Jugend-Bundesliga gefühlt?
Ich war extrem nervös. Bundesliga zu spielen war immer ein großer Traum von mir und lange schien das ganz weit weg. Als ich dann tatsächlich auf der Platte stand, war es einfach überwältigend.
Wie lief das Debüt?
Wir traten gegen Tönis an, am Ende spielten wir unentschieden. Ich konnte sogar den Ausgleichstreffer erzielen – das war ein ganz besonderer Moment. Es hat einfach riesigen Spaß gemacht.
Sie sind inzwischen Siebenmeter-Schützin. Kam das überraschend?
Ja, tatsächlich sehr. Früher habe ich kaum Siebenmeter geworfen, das kam erst gegen Ende meiner Zeit beim HC Gelpe/Strombach dazu. Umso schöner ist es, dass es bisher so gut funktioniert.
Gab es schon Einsatzminuten in der ersten Mannschaft?
Ja, ich durfte bereits ein paar Minuten spielen und dafür bin ich sehr dankbar. Auf dem Bundesligaboden einzulaufen und den eigenen Namen vom Hallensprecher zu hören, ist ein unbeschreibliches Gefühl.
Hat Sie bisher ein Trainer auf dem Weg bin in die Bundesliga besonders geprägt?
Mein Papa Oliver Sterzik war lange mein Athletiktrainer bei den Löwen. Er hat mir unglaublich viel beigebracht und unterstützt mich bis heute bei jedem Schritt. Beispielsweise steht er mir beim individuellen Wurftraining zur Seite.
Wie war es, Vater und Trainer zugleich zu haben?
Nicht immer ganz einfach. Ob er auf der Tribüne sitzt oder auf der Bank, macht zwar keinen großen Unterschied – aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass Spielzeit falsch interpretiert werden könnte. Und natürlich spricht man mit seinem Vater manchmal anders als mit einem „normalen“ Trainer (lacht).
Wie gehen Sie mit Druck um?
Ich mache mir selber oft viel Druck, aber ich arbeite daran. In schwierigen Momenten erinnere ich mich bewusst daran, wie weit ich es schon geschafft habe. Ich versuche außerdem, mir Situationen eher positiv als negativ auszumalen.
Gibt es ein Ritual vor dem Spiel oder einen Glücksbringer?
Ein festes Ritual habe ich nicht. Aber meine Trikotnummer hat eine besondere Bedeutung: Sowohl mein Vater als auch mein Opa trugen die Nummer 6 auf ihrem Rücken.
Was planen Sie nach dem Bundesligafreiwilligendienst?
Ich habe vor kurzem die Sporteignungsprüfung an der Sporthochschule in Köln bestanden und möchte dort im Wintersemester Deutsch und Sport auf Lehramt studieren.
Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie noch?
Natürlich möchte ich so hoch wie möglich spielen. Gleichzeitig weiß ich, dass sich im Sport schnell vieles ändern kann. Deshalb versuche ich, Schritt für Schritt zu denken.
Und wenn es kein Handball wäre?
Mit meinem Leistungsanspruch vermutlich Leichtathletik, weil ich das ganz gut kann. Aber eigentlich liebe ich Teamsport – wahrscheinlich wäre es Volleyball oder Fußball geworden.

