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Schon 1100 UnterschriftenPetition für Handballmännchen auf Ampeln in Gummersbach nimmt Fahrt auf

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Handballer auf einer Ampel.

Für ihre Petition hat Inga Bormann mithilfe von Künstlicher Intelligenz simuliert, wie die Ampeln aussehen könnten.

Auf ein Kontro sind bereits Spenden eingegangen. Die Stadt Gummersbach soll möglichst nicht zahlen.

„Mit so einem großen Echo hätte ich niemals gerechnet.“ Inga Bormann ist völlig aus dem Häuschen. Es ist noch keine zwei Wochen her, seit sie ihre Idee in die Welt geschickt hat, dass in Gummersbach demnächst an einigen ausgewählten Fußgängerampeln dynamische Handballspieler in Rot und Grün statt der biederen Standardmännchen den Verkehr regeln könnten. Und schon hat ihre Petition über 1100 Unterschriften bekommen. „Mein Social-Media-Account platzt aus allen Nähten“, sagt sie. Über 30.000 Nutzer hätten sich bereits für die sportliche Ampel-Variante interessiert.

Stadt soll möglichst nicht zahlen Und auch mitten in Gummersbach – sinnigerweise an der Fußgängerampel– werde sie immer wieder angesprochen. „Das ist offenbar Stadtgespräch, das geht durch die Decke“, freut sich die 55-jährige Lehrerin. „Viele schreiben ihre Meinung dazu, fast alle sind begeistert.“

Kritik an der Idee für Handball-Ampelmännchen gebe es kaum

Und die anderen? Kritik gebe es kaum. Nur einige gäben zu bedenken, dass die Umrüstung der Ampeln Geld koste, das man lieber dafür einsetzen sollte, kaputte Straßen zu reparieren. Darüber hat sich die frühere Stadtverordnete auch schon Gedanken gemacht. „Im Idealfall würden für die Stadt gar keine Kosten entstehen“, hofft sie. „Es gibt bereits Firmen, die ihre Unterstützung zugesagt haben“. Auch auf dem Spendenkonto, das mittlerweile eingerichtet wurde, seien bereits etliche Spenden eingegangen.

„Sollte nichts aus dem Projekt werden, wird natürlich alles zurück gezahlt“, versichert Inga Bormann. Aber daran mag sie zur Zeit angesichts des Lobs von vielen Seiten nicht glauben.

Besonders hat sich die handballbegeisterte Gummersbacherin gefreut über einen Post des HC Gelpe/Strombach, des Vereins, in dem sie selbst gespielt hat. „Das wäre ein starkes Symbol für unsere Heimat des Handballs“, heißt es da. „Viele Kinder machen ihre ersten sportlichen Schritte mit dem Ball, zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich Woche für Woche, unzählige Menschen fiebern in den Hallen mit. In Gummersbach steht der Handball wie kaum etwas anderes für Leidenschaft, Zusammenhalt und Heimat. Genau dieses Gefühl von Gemeinschaft und Tradition könnte mit den Handball-Ampelmännchen auf kreative und charmante Weise im Alltag sichtbar werden.“

Ein kleiner roter Torwart und ein grüner Spieler mitten im Power-Wurf als Symbole großer Gummersbacher Gefühle. „Ich bin einfach happy“, meint Inga Bormann und freut sich auf das Gespräch mit Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit, das in den nächsten Tagen stattfinden soll. Der hatte bereits sein Interesse signalisiert. „Dann kann ich das Projekt vorstellen und erfahre, wie die nächsten Schritte aussehen könnten.“