Das Kindertheater in der Halle 32 ist mit einer Bühnenfassung des Klassikers „Die Schatzinsel“ in die Saison gestartet.
KindertheaterPiraten kapern die Gummersbacher Bühne

Wandelbares Duo: In der Bonner Inszenierung spielen Thomas Krutmann (l.) und Pascal Scurk alle Rollen.
Copyright: Siegbert Dierke
Thomas Krutmann ist in dieser Woche voller Vorfreude aufgewacht: „Ich hatte gleich gute Laune, weil ich wusste, ich würde in der Halle 32 ,Die Schatzinsel’ spielen“, versichert der Schauspieler im Gespräch hinter der Bühne. Mit Pascal Scurk stand er in einer Inszenierung des Klassikers von Robert Louis Stevenson auf der Bühne.
Gespielt wird die Inszenierung von Andreas Lachnit im Jungen Theater Bonn seit 2019, jetzt wurde es noch einmal frisch einstudiert. Sie vermittelt den kleinen und großen Zuschauenden, dass es beileibe nicht einfach ist, Gut von Böse zu unterscheiden. Und dass im Lebensweg der Menschen oft der Zufall darüber entscheidet, ob sie wohl versorgt sind oder auf Abwege geraten.
Gummersbacher Halle war eine Herausforderung
Fünf Wochen hatten die beiden Schauspieler Zeit, in alle Rollen zu schlüpfen und sich darauf vorzubereiten, die Geschichte modern, aber nah an der Vorlage, zu erzählen. Thomas Krutmann erläutert: „In den ersten drei Wochen haben wir uns die Bilder ausgedacht, die wir erzeugen möchten und dann zwei Wochen lang sehr intensiv die Details ausgearbeitet.“
Eine Herausforderung sei es gewesen, die doch etwas größere Bühne der Gummersbacher Halle 32 zu bespielen: „Die Wege sind hier ganz anders, aber ich denke, es hat funktioniert.“ Und tatsächlich fesselte die Aufführung alle Generationen. Die Geschichte von Jim Hawkins, als Erwachsener dargestellt von Thomas Krutmann, als Junge von Pascal Scurk, hat an Aktualität schließlich nichts verloren. Das anderthalbstündige Abenteuer führt wie im Buch von England zur Schatzinsel, es gibt eine Meuterei, Piraten, laute Schusswechsel und kleine Gimmicks, die vielleicht dann doch eher die Erwachsenen verstehen.
So summt Krutmann eindeutig eine Melodie aus „Star Wars“, als er als blinder Bettler im schwarzen Umhang die Bühne betritt. Und äußert sich später im Gefecht zwischen den Piraten und den schatzsuchenden Engländern, Dr. Livesey und Squire Trelawney, zufrieden mit dem Satz: „Ich liebe den Duft von Pulver am Morgen.“ Wenn das mal nicht an den legendären Film „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1979 erinnern soll, der immerhin erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Thomas Krutmann sagt dazu: „Ich spiele unglaublich gern publikumsunmittelbar, und diese kleinen Improvisationen gehören dann einfach dazu.“ Aber auch die Kinder wurden natürlich eingebunden und hatten großen Spaß daran.
Am Ende gabs viel Beifall und Autogrammwünsche von Leni und Enya, die staunend vor der Bühne standen, als die Schauspieler in ihrer Alltagskleidung mit ihnen plauderten. Die Illusion einer großen Besetzung, hervorgerufen nur durch schnell Wechsel von Perücken, Hüten, durch eine Veränderung der Stimme oder des Habitus, hatte offensichtlich hervorragend funktioniert.
Noch mehr Kindertheater
Das Kinderprogramm in der Halle 32 wird am 10. November fortgesetzt mit einer Theaterfassung von Michael Endes Buch „Der Wunschpunsch“. Am 8. Dezember kommt „Pippi Langstrumpf“ als Popmusiktheater auf die Bühne. Am 18. Februar geht es weiter mit „Max und Moritz“, am 6. April mit der „Kleinen Hexe“ und am 24. Juni mit den „Drei ??? Kids“.
