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Statistik 2025Polizei Oberberg ermittelt erschreckenden Anstieg bei der Kinderpornografie

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Ein Polizist hält ein Paar Handschellen.

Im Bereich der Wohnungseinbrüche werden die Täter immer professioneller, sagt die oberbergische Polizei. 

Oberbergs Polizei hat die Kriminalitätsstatistik 2025 vorgestellt. Nur noch neun Prozent der Wohnungseinbrüche werden aufgeklärt. 

Oberbergs Landrat Klaus Grootens und die Kreispolizeibehörde haben am Dienstag die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. Zum dritten Mal in Folge bescheinigen die Zahlen in Summe, dass Oberberg der sicherste Kreis im Land ist. Doch wo Sonne ist, da ist auch Schatten, wie Grootens einräumen musste. Hier die Fragen und Antworten zu den wichtigsten Themen.

IT-Spezialisten sind in Oberberg im Einsatz gegen Kinderpornografie

Was sind Sorgenkinder von Polizei und Landrat?

Eine auffallend negative Entwicklung haben die Fallzahlen im Deliktsbereich der Verbreitung, des Erwerbs, dem Besitz und der Herstellung von Kinderpornografie genommen. In Oberberg ist diese Zahl auf 198 angestiegen. Sie lag 2024 noch bei 157, was einem Anstieg um 26 Prozent entspricht. Daniel Gehrke, Leiter Direktion Kriminalität, nennt die Zahlen „besorgniserregend“. Bereits im Jahr 2025 sei ein eigenes Kommissariat gegründet worden. Dazu gehörten auch IT-Spezialisten, denn vieles spiele sich im Netz ab. Zusehen, so sagt der Kripo-Mann, sei keine Option.

Gummersbachs Kennzahl liegt deutlich höher

Wie viele Fallzahlen gab es in Oberberg?

Über alle Delikte hinweg wurden 10.925 Fälle registriert. Das sind 220 weniger als im Vorjahr – oder ein Rückgang um zwei Prozent. Gleichzeitig sank aber auch die Aufklärungsquote. Und zwar von 61,4 auf 59,56 Prozent. Damit liegt Oberberg im Land noch immer auf einem guten fünften Platz.

Allerdings gilt der kreisweite Trend nicht für alle Kommunen. Gummersbach etwa hat eine Zunahme der Fälle von 2895 auf 3281. Der Landrat findet das „nicht unüblich“, wie er sagt. Gummersbach habe städtischen Charakter, da seien solche Zahlen keine Überraschung. Dieses Ungleichgewicht schlägt sich dann auch in der sogenannten Häufungszahl nieder, also der Zahl von Fällen pro 100.000 Einwohner. Während der gesamte Kreis hier auf eine Kennzahl von 3968 kommt (NRW: 7524), liegt Gummersbach mit 6396 deutlich darüber, was folglich auch ein ganz anderes Bild zeichnet.

Zusehen ist keine Option.
Daniel Gehrke, Leiter Direktion Kriminalität der oberbergischen Polizei, über den Bereich Kinderpornografie

Wie ist die Entwicklung bei den einzelnen Delikten?

Die Fallzahlen bei den Gewalttaten sind um 86 bzw. 17,34 Prozent gesunken. Nach 496 Fällen im Vorjahr waren es 2025 dann 410. Darunter waren 313 Fälle von qualifizierter Körperverletzung (2024: 384) und 65 Fälle von Raub (73). Auffällig in der Statistik ist die hohe Zahl von qualifizierten Körperverletzungen (dazu gehört auch die gefährliche Körperverletzung) auf Straßen, Wegen und Plätzen in Gummersbach. Diese sank zwar um sechs Fälle, liegt aber immer noch bei 60. Fälle von Raub gab es in diesem Umfeld in Gummersbach neun Mal (2024: 13).

Oberbergs Aufklärungsquote bei Einbrüchen sinkt deutlich

Was sind weitere auffällige Bereiche?

Dazu gehören die Einbrüche. Diese sind zwar kreisweit von 279 auf 243 gesunken, allerdings ist die Aufklärungsquote von 29,75 auf 18 Prozent rapide in den Keller gegangen. Daniel Gehrke, Leiter der Direktion Kriminalität, führt das vor allem darauf zurück, dass die Täter immer professioneller werden.

Und das gilt insbesondere für den Bereich der Wohnungseinbrüche. Hier liegt die Aufklärungsquote der Polizei sogar bei nur noch 8,98 Prozent. Zuletzt waren es immerhin noch 21,94. Die Polizei hat darauf bereits reagiert und eine eigene Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen. Gehrke weiß, dass die Kriminellen kaum noch Spuren hinterlassen. Dabei seien viele Objekte schon videoüberwacht oder sie hätten Sicherungsanlagen. „Die kleinen Fische bei den Tätern kommen hier schon gar nicht mehr zum Zuge.“

Wie sieht es bei den Messerdelikten aus?

Diesen hatten ja in den vergangenen Jahren gerade in Gummersbach überhandgenommen. Dazu gehörten auch ein Angriff auf Polizisten sowie ein Mord am Gummersbacher Busbahnhof. Mit 63 kreisweit sind diese immer noch hoch, im Vorjahr (2024) waren es mit 69 kaum mehr. Zu der Frage, ob man bestimmte Bereiche wie etwa in der Gummersbacher Innenstadt zu einem „gefährlichen Bereich“ erklären und die Polizei dann ganz anders kontrollieren könnte, sagte David Clemens, Abteilungsleiter Polizei, dass er dem grundsätzlich positiv gegenüberstehe.

Allerdings müssten dafür auch die Voraussetzungen stimmen. Zuletzt sei die Gesetzeslage jedenfalls dahingehend verschärft worden, dass die Befugnisse für Waffenkontrollen bei öffentlichen Veranstaltungen und in festgelegten Verbotszonen für die Beamten einfacher möglich seien.